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Natur
Quellen bieten ganz besondere Lebensräume

Quellbäche müssen geschützt werden.
Quellbäche müssen geschützt werden. FOTO: BUND / TV
Heidenburg. Projekt im Wackenwald bei Heidenburg dient der ökologischen Verbesserung. Bürger haben sich engagiert.

Ein Vor-Ort-Termin zur Begutachtung einer renaturierten Quelle im Wackenwald bei Heidenburg ist am Donnerstag, 19 April, um 11 Uhr. Treffpunkt ist am Parkplatz Sportplatz in Heidenburg.

Quellen-Experten, der Revierförster, verantwortliche Kommunalpolitiker und Naturschutzvertreter treffen sich, um das Projekt  zu begutachten. Die Veranstaltung ist öffentlich. Interessierte Gäste sind willkommen. Quellen bieten ganz besondere Lebensräume und sind, auch wenn sie oft nur kleinräumig sind, wichtig für den Erhalt der Biologischen Vielfalt. Das aus einer natürlichen Quelle sickernde oder sprudelnde Wasser hat das ganze Jahr über eine gleiche, relativ kühle Temperatur von etwa acht bis zehn Grad Celsius.

Nur speziell an diese Bedingungen angepasste Organismen können hier überleben. Deshalb beherbergen Quellen Tiere und Pflanzen, die in anderen Bereichen des Bachs nicht vorkommen. Dazu gehören zum Beispiel die Larven verschiedener Insekten, Würmer, Schnecken, Krebschen und Muscheln. Insgesamt kommen bei uns knapp 500 verschiedene Tierarten in Quellen vor. Eine einzelne Quelle beherbergt dabei nur einen Ausschnitt dieses Artenspektrums, meist etwa 20 verschiedene Tierarten.

Der Schutz und die ökologische Verbesserung von Quellen stehen im Mittelpunkt des Projekts Wasserläufer des BUND Rheinland-Pfalz. In dem landesweiten Projekt werden unter anderem Exkursionen angeboten und Interessierte können lernen, Quellen zu kartieren und sich für die Quellen in ihrem (Wohn-)Umfeld einsetzen.

Dass die Quelle im Wackenwald bei Heidenburg für eine Renaturierungsmaßnahme ausgewählt wurde, lag an dem großen Engagement von Bürgern der Gemeinde. Sie haben zunächst die Quellen im Umfeld kartiert. Dabei zeigte sich, dass von den 14 untersuchten Quellen vier naturnah sind, vier bedingt naturnah, eine mäßig beeinträchtigt und vier geschädigt sind. Dabei trägt nicht nur Verbau oder Verrohrung zur Schädigung einer Quelle bei.

Auch Fichten, die in unseren Wäldern nicht heimisch sind, tragen zu einer Veränderung der Lebensräume an der Quelle bei: Ihre Nadeln können für die an die Verwertung von Laubblättern angepassten Organismen nicht als Nahrungsgrundlage dienen. Deshalb weisen Quellgewässer in Fichtenforsten nur sehr wenige Organismen auf. Die Quelle zum Lichterbach im Wackenwald musste bei der Erfassung als geschädigt angesehen werden. Die wichtigsten Faktoren dafür waren, dass es starken Wildvertritt gab, der die typische Quellenflora schädigte, der Quellbereich von Fichten umstanden war und zudem der Quellbach in einem engen Rohr unter dem Wirtschaftsweg hindurchgeführt wurde.

In Zusammenarbeit mit der Gemeinde, dem Jagdpächter und dem Wasserläuferprojekt konnte der Quellenbereich erheblich verbessert werden. Eine Salzleckstelle wurde vom Quellenbereich fort verlegt, so dass das Wild nicht mehr hierhin gelockt wurde. Die Verrohrung des Quellbachs wurde durch eine Furt ersetzt, die auch schwereren Forstfahrzeugen standhält. Für am Wasserläuferprojekt Interessierte: Im August 2018 ist ein Wasserläufer-Camp geplant, um Quellen im Hunsrück zu kartieren.

Nähere Informationen zum Projekt Wasserläufer finden sich auf der Homepage http://wildbach.bund-rlp.de.