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Kommunales
Holzverkauf im Museum...

In diesem Teil der ehemaligen Landwirtschaftsschule soll die Holzvermarktungsgesellschaft ab dem 1. Januar ihre Arbeit aufnehmen.
In diesem Teil der ehemaligen Landwirtschaftsschule soll die Holzvermarktungsgesellschaft ab dem 1. Januar ihre Arbeit aufnehmen. FOTO: Christoph Strouvelle
Morbach. Die neu gegründete Gesellschaft zur Holzvermarktung soll in einem Teil der Räume des Morbacher Telefonmuseums den Holzverkauf organisieren. Ratsmitglieder erhoffen sich neue Chancen für die Ausstellung. Von Christoph Strouvelle

Die Holzvermarktungsorganisation für die Region Mosel-Saar soll in der ehemaligen Morbacher Landwirtschaftsschule untergebracht werden. Dafür werden Räume zur Verfügung gestellt, die bis jetzt vom Deutschen Telefonmuseum als Ausstellungsfläche genutzt werden.

Der Morbacher Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung dem Vorhaben bei drei Enthaltungen zugestimmt. Die Räume in einer Gesamtgröße von rund 200 Quadratmetern sollen von der Gemeinde Morbach an die Holzvermarktungsgesellschaft (HVO) vermietet werden. Nach den voraussichtlichen Plänen ist laut Bürgermeister Andreas Hackethal nur ein relativ geringer Aufwand notwendig, die Büroräume zu erstellen. Vorgesehen sind drei Büros, ein Raum zur Kundenbetreuung, ein Besprechungsraum, ein Aufenthaltsraum sowie ein kleiner Lagerraum. Die im Kellergeschoss vorhandene Toilettenanlage könnte mit genutzt werden. Räume für Archiv und Server sollen im Kellergeschoss hergerichtet werden.

Zu Jahresbeginn 2019 soll die HVO mit ihrer Arbeit starten. Daher sei das Zeitfenster „sehr eng“, heißt es in der Vorlage. Zumal auch noch eine Baugenehmigung erforderlich sei. Das Architekturbüro Jakobs-Fuchs soll die Pläne erstellen. Die Ratsmitglieder begrüßen, dass Morbach Sitz der HVO wird.

Zwei Themenschwerpunkte hat es in der Diskussion gegeben. Zum einen haben Mitglieder der Freien Wähler gleich dreimal nach den Kosten des Umbaus gefragt, die Hackethal allerdings „im jetzigen Stadium“ nicht nennen kann. „Ohne Kosten zu kennen traue ich mich nicht, zuzustimmen“, sagt Fraktionsvorsitzender Willi Feilen. Diese seien relativ, sagt Hackethal. Die HVO werde die ortsübliche Miete zahlen, so dass sich die Investition in kurzer Zeit amortisiere. Mehrere Kommunen hätten sich um den Sitz der HVO beworben. „Es ist eine wichtige Entscheidung für Morbach“, sagt er. Die erneute Frage von Ratsmitglied Hugo Bader nach der Höhe der Miete und Dauer der Amortisierung der Kosten erbost den Bürgermeister schließlich sichtlich. „Ich verstehe die Diskussion nicht. Jede Kommune würde sich die Finger danach lecken“, sagt er in einem lauteren Tonfall.  

Der zweite Punkt betrifft das Deutsche Telefonmuseum. „Lässt sich die Ausstellung weiter sinnvoll darstellen“, fragt Feilen. Der notwendige Umbau eröffne die Chance zur Neukonzeption des Museums, eröffnet der Bürgermeister.

Doch die Aussicht darauf reicht Bärbel Anton von Bündnis 90/Die Grünen nicht. „Ich will wissen, wie es weitergeht“, sagt sie. Das Museum solle weiterbestehen, sagt Hackethal. Die Fläche verringere sich von 700 auf 500 Quadratmeter. Bei den Neuplanungen solle sich das Museum einbringen.

Der Morbacher Ortsvorsteher Georg Schuh sagt, die Exponate könnten nicht alle übernommen werden. Die Ausstellung könne zusammengezogen werden. Er verweist darauf, dass das Museum durchschnittlich drei Besucher am Tag habe, „mit fallender Tendenz.“ Durch die Neukonzeption könne man eine Aufwertung der ausgestellten Dinge erfahren.