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Märkte
Schmackhaft, regional und unverpackt

Die starken Männer der Alten Kameraden aus der Feuerwehr Hilscheid verhelfen der Rezeptionsleiterin vom Hunsrückhaus Birthe Feil zu ganz frischem Apfelsaft.
Die starken Männer der Alten Kameraden aus der Feuerwehr Hilscheid verhelfen der Rezeptionsleiterin vom Hunsrückhaus Birthe Feil zu ganz frischem Apfelsaft. FOTO: Herbert Thormeyer
Erbeskopf. Schlemmermarkt am Hunsrückhaus lockt trotz trister Witterung 1500 Besucher an, denn hier gibt es hohe und frische Qualität. Von Herbert Thormeyer

 Es ist Herbst am Erbeskopf. Der Gipfel mit seinem bekannten Aussichtspunkt hüllt sich in Nebelschwaden. Doch am Fuße des höchsten Berges in Rheinland-Pfalz, am Hunsrückhaus ist Schlemmermarkt. Der braucht kein schönes Wetter. Die gute Qualität aus heimischer Produktion spricht für sich.

Geschätzte 1500 Besucher ließen sich vom Herbstnebel nicht abhalten. Einer von ihnen ist Stefan Wagner aus Gornhausen. Er weist darauf hin, dass es bei solchen Märkten nicht nur auf die Produkte selbst ankommt, denn: „Wer hier kauft, schont die Umwelt, mit kleinen Transportwegen und alles ohne Verpackungen.“

Die 11. Auflage dieses Marktes mit diesmal 24 Anbietern hilft also auch Müll vermeiden und das Klima zu schonen.

Die Rezeptionsleiterin im Hunsrückhaus, Birthe Feil, freut sich über die Vielfalt: „Neben den vielen Naturprodukten gibt es hier auch Hüte, ein Kinderkarussell und lebende Hühner.“

Neu im Angebot ist die Senfmanufaktur von Rebekka und Rainer Switala aus Schwollen, die den Speisenveredler seit vier Jahren produzieren. „Senf passt zu allen Speisen“, erklären sie ihren Kunden, und außerdem gebe es ihre Produkte ganzjährig im Hunsrückhaus, wo sie ein Regal gemietet haben. „Handgemacht schmeckt man das Gefühl, das drin steckt“, ist Rebekka Switala überzeugt.

Ebbes von Hei ist ein Zusammenschluss von Produzenten regionaler Produkte, die gemeinsam für die schmackhafte Heimat werben. Thorsten Flick ist beim Schlemmermarkt ihr Repräsentant. Er findet, es ist wichtiger denn je, dass: „Diese Philosophie der regionalen Wirtschaft unters Volks gebracht wird.“ Die Besucher können hier erfahren wie der Hunsrück schmeckt.

Derweil packen die starken Männer der Alten Kameraden aus der Hilscheider Feuerwehr bei ihrer Apfelkelter an, damit es den denkbar frischesten Apfelsaft gibt, den man sich vorstellen kann. „Die Äpfel stammen alle von unseren Streuobstwiesen in Hilscheid“ freut sich Detlef Haink. Außerdem sei diese Kelter die am höchsten stehende in ganz Rheinland-Pfalz.

Wegen des heißen Sommers gibt es Obst in Hülle und Fülle, ob in fester oder flüssiger Form. Das Symbol des Herbstes, der Kürbis, ist am Stand von Patrik Hillebrand aus Kinderbeuern zu Hause. In sehr fantasievollen Formen können sie wachsen. „Das kann Deko sein, aber man kann auch feine Gerichte draus machen, zum Beispiel Spaghettikürbis“, sagt er staunenden Besuchern. Rezepte dafür gibt es bei ihm gratis.

Besonders Kinder sind von dem Wolfs- und Bärenfell mit den Köpfen dran fasziniert. „Die wurden vor 17 Jahren in Russland geschossen. Wir haben dafür eine Ausfuhrgenehmigung“, erklärt die Naturschutzobfrau des Deutschen Jagdverbandes im Kreis Bernkastel-Wittlich, Julia Steinmeyer.

Der Leiter der Tourist-Information in Thalfang, Daniel Thiel, freut sich immer über die vielen Touristen, die den Markt besuchen, denn: „Noch ist ja eine Woche Ferien.“ Viele kommen jedes Jahr und decken sich mit vielem ein, was die Natur des Hunsrücks hergibt. So auch Christiane Müller aus Talling. Sie sagt: „Der Markt ist klein, aber fein.“ Es gebe immer eine hohe Qualität direkt vom Erzeuger, von der sie noch nie enttäuscht wurde. Bei diesem besonderen Einkaufserlebnis ist das Wetter doch egal. Es ist halt Herbst.

Tristan und Lisa Flick durften einen Wolf und einen Bären streicheln. Die Tiere wurden vor 17 Jahren in Russland geschossen.
Tristan und Lisa Flick durften einen Wolf und einen Bären streicheln. Die Tiere wurden vor 17 Jahren in Russland geschossen. FOTO: Herbert Thormeyer
Sie geben zu allem ihren Senf: Den Speisenveredler produzieren Rebekka und Rainer Switala aus Schwollen selbst.
Sie geben zu allem ihren Senf: Den Speisenveredler produzieren Rebekka und Rainer Switala aus Schwollen selbst. FOTO: Herbert Thormeyer