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Schmuckdesignerinnen stellen erstmals gemeinsam aus

Bettina Speckner und die gebürtige Finnin Tarja Tuupanen präsentieren zurzeit in der Villa Bengel in Idar-Oberstein in ihrer ersten ge,lmeinsamen Ausstellung ihre Werke, die ganz unterschiedlicher Art sind.

Idar-Oberstein. (ed) Beide - Bettina Speckner und Tarja Tuupanen - haben längst eine Vielzahl von Einzel- und Gruppenausstellungen in Europa und den USA hinter sich, aber: "Diese hier in der Obersteiner Villa Bengel ist unsere erste gemeinsame Ausstellung", erklärt Bettina Speckner, die ihren künstlerischen Mittelpunkt in München und dem südbayerischen Chiemgau hat und die Gemeinschaftsausstellung initiierte.

Tarja Tuupanen, englisch sprechende Schmuckdesignerin aus dem finnischen Lapeenranta, nickt bestätigend. Beide sind persönlich bei der Vernissage zur 9. der insgesamt 14 Ausstellungen im Rahmen von "Idar-Oberstein schmückt sich" anwesend. "Wir passen zueinander", sagt Speckner, "gerade weil unsere Werke so verschieden sind."

"Idealtypisch komplementär", kennzeichnet auch Wilhelm Lindemann, Laudator und künstlerischer Leiter von "Idar-Oberstein schmückt sich", die beiden renommierten Schmuckdesignerinnen und verweist auf den besonderen Reiz einer Ausstellung, in der zwei Künstlerinnen über ihr gemeinsam ausgestelltes Werk in einen "inneren Dialog" treten.

Eröffnet wurde die Ausstellung von Friedrich Marx, der als städtischer Beigeordneter in Vertretung von Oberbürgermeister Bruno Zimmer neben zahlreichen Kunst- und Schmuckfreunden auch eine Abordnung aus dem tschechischen Turnov begrüßen konnte.

Ovale, formal strenge Gebilde - meist Broschen - aus weißem Cacholong sind es, die Tarja Tuupanen für die Gemeinschaftsausstellung ausgesucht hat; aus Bildern von Menschen und Landschaften, in schwermütigen Schwarz-Weiß-Abstufungen und mit preziösen Mini-Applikationen bestückt, besteht Bettinas Speckners Anteil.

Weiße Rahmen und leere Passepartouts



"Gemeinsam ist beiden", führt Lindemann in seiner detaillierten und sachkundigen Würdigung aus, "dass sie auf unterschiedliche Weise der Fantasie des Betrachters die Bühne freigeben: Bettina Speckners nostalgisch patinierte Bilder führen in weit entfernte Landschaften oder lange zurückliegende Zeiten, die die Seele des Betrachters anrühren. Tarja Tuupanens weiße Rahmen und leere Passepartouts eröffnen einen leeren Raum, in dem die Imagination des Betrachters freies Spiel hat und sich der von der Künstlerin unbeschriftete, weiße Raum für die freie Assoziation weitet.

Hervorgerufen wird Speckners "nostalgische Patina" durch spezielle Techniken: Ferrotypien aus dem 19. Jahrhundert und selbst gemachte Fotos, die durch Fotoätzung auf Zink oder als Emailfoto zu kleinen, schwarz-weißen Bildnissen werden, "erzählen" - so Lindemann - "geheimnisvoll-märchenhafte Geschichten, werden zu einem Stück wehmutvoller Erinnerungsarbeit". Tuupanens weißer, harter Cacholong, eine Varietät des russischen Opals, erinnere an Schnee, an "unberührbare Reinheit, die die Fantasie geradezu herausfordert".

Die Ausstellung ist in der Villa Bengel, Wilhelmstraße 44, bis zum 31. Oktober zu sehen. Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag, jeweils von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 16 Uhr.