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Seit 30 Jahren ist (ein) Engel ein "Spetzbouwe"

Jede Menge Orden haben sich über die Jahre bei Gerwin Engel angesammelt, der sich seit 30 Jahren als Geschäftsführer der „Tholfanger Spetzbouwe“ engagiert. TV-Foto: Ursula Schmieder
Jede Menge Orden haben sich über die Jahre bei Gerwin Engel angesammelt, der sich seit 30 Jahren als Geschäftsführer der „Tholfanger Spetzbouwe“ engagiert. TV-Foto: Ursula Schmieder
Seit 30 Jahren können sich die "Tholfanger Spetzbouwe" der närrischen Unterstützung ihres Geschäftsführers Gerwin Engel sicher sein.

Thalfang. (urs) Bei Karnevalisten gibt es einen steten Wechsel. Und das nicht nur bei den Gardemädchen, sondern auch in der Bütt. Vor dem Hintergrund fällt die Beständigkeit etlicher Thalfanger Karnevalisten auf. Vor allem im Elferrat haben viele seit Jahren ihren Platz, den sie sich nicht selten mit unermüdlichem Engagement verdient haben. So wie Gerwin Engel, der seit der Geburtsstunde der "Tholfanger Spetzbouwe" deren Geschäftsführer ist. Er sei halt "Mädchen für alles", meint der 2004 zum Ehrensenator ernannte Karnevalist. Er kümmere sich um die Musik, bestelle Plakate und Karten und putze Klinken bei den Werbepartnern. Die Leidenschaft des zweifachen Vaters und Großvaters hinterlässt daher auch im Eigenheim ihre Spuren. Vor allem im Keller, wo sich wochenlang Kartons mit närrischem Zubehör und Dekorationsartikeln stapeln. Ehefrau Claudia hat damit aber kein Problem. Schließlich war sie es, die als Kind karnevalistischer Eltern die närrische Begeisterung mit in die Ehe brachte.Beim Rückblick auf 30 Jahre "Spetzbouwe" gibt es für Engel keinen Zweifel, dass die ersten Jahre die schönsten waren. Statt einer Kappensitzung habe es noch zwei gegeben, plus die Kindersitzung seit Ende der 80er Jahre. Und am "Dicken Donnerstag" sei Preismaskenball gewesen: "Da war die Bude gerammelt voll." Anfangs war Engel auch in der Bütt aktiv. Und zwar als Tapezierer, Marktschreier, geplagter Ehemann, Schuljunge oder Rathaus-Hausmeister. Bis in den frühen Morgen hinein hätten sie gefeiert und danach gemeinsam gefrühstückt. Zweimal die Woche ging es nach den Proben in eine Gaststätte, wo es aber nur selten etwas zu essen gab. Für den "Märker Adel" hätten die "Klappschmier"-Vorräte der Wirtin noch gereicht. Wer später kam, hatte halt Pech. Ekkehard Braeuner, ein bereits verstorbener Karnevalist, habe daher eines Tages die Initiative ergriffen und den Spetzbouwe Blut- und Leberwurst samt Brot aufgetischt. An einem solchen Abend sei auch die von Nicht-Spetzbouwe Herbert Gerstel getextete Thalfanger Hymne entstanden.Neben dem Karneval organisierten die "Spetzbouwe" - der Name geht auf das Konto von Ehrenpräsident Dieter Bickler - auch den Rosenmontagsumzug, der heute Gemeindesache ist. Als sich der Verein Mitte der 90er Jahre auch noch um die Kirmes kümmerte, hatte Engel viel zu tun. Dennoch denkt er nicht ungern an diese Zeit zurück, als am Kirmessonntag Garden und Musikkapellen durch Thalfang zogen: "Das war toll." Doch das Narrenschiff musste auch durch Tiefen gesteuert werden, was nicht zuletzt dank der närrischen Gäste gelungen ist. Nach Ansicht von Engel dürfte deren Zahl aber ruhig größer sein: "Ich würde mich freuen, wenn wieder mehr Thalfanger zur Sitzung kämen."