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Geschichte
Ausstellungen in Hermeskeil und im Belginum: Abzeichen, Kelten, Kommunismus

Diana Sauer vor Fundstücken aus einem Grab der Zeit des Gallischen Krieges um 50 vor Christus. Grabbeigaben wie absichtlich verbogene Waffen verraten viel über das Leben der Menschen zu jener Zeit.
Diana Sauer vor Fundstücken aus einem Grab der Zeit des Gallischen Krieges um 50 vor Christus. Grabbeigaben wie absichtlich verbogene Waffen verraten viel über das Leben der Menschen zu jener Zeit. FOTO: Ursula Schmieder
Morbach/Hermeskeil. Der Archäologiepark Belginum bei Morbach hat wieder geöffnet und bereitet eine neue Schau vor. In Hermeskeil starten Ausstellungen, die sich mit „Ärmel-Schmuck“ und einer zum Karl-Marx-Jubiläum passenden Ideologie befassen. Von Ursula Schmieder und Christa Weber

Die Türen sind seit Ostern wieder geöffnet. Seitdem haben schon viele Besucher im Archäologiepark Belginum vorbeigeschaut. Denn das Museum ist besonders in Ferienzeiten eine beliebte Anlaufstelle für Familien, die dort auf Entdeckungstour gehen.

Dafür, dass auch die Kinder ihren Spaß haben, ist Diana Sauer zuständig. Sie betreut den Bereich Museumspädagogik und tüftelt  spannende Rallyes aus, die sie  ständig überarbeitet. „Die Rallyes, je eine für Dauer- und Sonderausstellung, kommen richtig gut an“, sagt Museumsleiterin Rosemarie Cordie. Manchmal wollten Kinder, die sonst vielleicht nur 20 Minuten bleiben würden, gar nicht mehr weg, berichtet Sauer von Besuchen.

Laut den Archäologinnen entwickeln sich die Besucherzahlen insgesamt erfreulich. Nach dem Ende der Straßenbauarbeiten an der Bundesstraße 327 hätten sich im Vorjahr knapp 7900 Menschen im Belginum umgesehen. Damit sei das Jahr das erfolgreichste seit 2009, sagt Sauer. Das Museum war zuletzt wegen der umfangreichen Straßenarbeiten zeitweise nur bedingt oder gar nicht mehr erreichbar. 

Am Sonntag, 27. Mai, öffnet in dem Museum im Morbacher Ortsbezirk Wederath eine neue Sonderausstellung. Das  Thema „Angriff und Verteidigung – Waffen keltischer und römischer Zeit im Treverergebiet“ knüpft an das des Vorjahrs „Pracht und Herrlichkeit – Bewaffnung und Bekleidung keltischer Männer im Hunsrück“ an. Ab Mai geht es nicht mehr um Kleidung, sondern nur noch um Schwerter und Geschütze. Und erneut werden Originale zu sehen sein. Außerdem Rekonstruktionen von Fundstücken, deren aufwendige Verzierungen so wieder sichtbar werden.

Die jährlichen Sonderausstellungen sind fester Bestandteil des Angebots, ebenso die jeweils neuen Publikationen dazu. Daneben gibt es ein Programm mit offenen Sonntagsführungen, einem „Neuzeitlichen Symposium“ sowie mit Angeboten für Kinder wie Erwachsene.

Diese Symbole zieren Uniformen weltweit: Das Feuerwehrmuseum in Hermeskeil zeigt im April seine Sammlung von Feuerwehr-Ärmelabzeichen.
Diese Symbole zieren Uniformen weltweit: Das Feuerwehrmuseum in Hermeskeil zeigt im April seine Sammlung von Feuerwehr-Ärmelabzeichen. FOTO: Feuerwehrmuseum

Aber nicht nur im Belginum, auch in den Hermeskeil gibt es demnächst neue Ausstellungen zu bestaunen. Das Feuerwehrmuseum am Neuen Markt zeigt an den Wochenenden 21./22. April und 28./29. April seine Sammlung von Ärmelabzeichen, die die Uniformen der Feuerwehrleute zieren. Nach Informationen auf der Homepage des Museums gibt es in Rheinland-Pfalz etwa 2200 Feuerwehren, die Berufs- und Werkeinheiten nicht eingerechnet. Einen großen Teil dieser Brandbekämpfer-Truppen hat das Museum bereits per Ärmelabzeichen an seiner Wand verewigt, ergänzt um Abzeichen aus anderen Bundesländern und sogar von anderen Kontinenten. Neben der Gelegenheit, sich diese Sammlung anzuschauen, machen die Organisatoren das Angebot einer Tauschbörse für passierte Sammler. An den beiden Wochenenden können Interessierte jeweils von 10 bis 17 Uhr ihre doppelten Abzeichen gegen andere eintauschen.

Passend zum 200. Geburtstag von Karl Marx wird in der Integrierten Gesamtschule (IGS) in Hermeskeil eine Ausstellung zum Zeitalter des Kommunismus eröffnet (siehe Info). Der Historiker Christian Jansen von der Universität Trier stellt am Donnerstag, 12. April, 19 Uhr, in seinem Eröffnungsvortrag in der Hochwaldhalle die ambivalenten Beziehungen zwischen Karl Marx und dem Kommunismus dar.

Die Ausstellung in Kooperation mit der Volkshochschule (VHS) in Hermeskeil zeigt 200 zeithistorische Fotos, Dokumente und Schaubilder zur Geschichte der Ideologie, die laut einer Beschreibung im VHS-Programm „mit Blut geschrieben wurde“. Ihr „gewaltsam durchgesetzter totalitärer Anspruch auf die Gestaltung aller Lebensbereiche“ habe „zahllose Existenzen zerstört und Abermillionen Menschenleben vernichtet“, heißt es dort weiter. An der IGS haben sich Schüler jahrgangsübergreifend in Projektarbeiten mit dem Thema befasst. Damit verbundene Aktionen sollen nach Ausstellungsbeginn folgen.