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Spender für Stammzellen gesucht

Mettler.TV-Foto: Archiv/ Christian Kremer
Mettler.TV-Foto: Archiv/ Christian Kremer
Morbach. Die 14-jährige Michéle Mettler aus Gonzerath ist an Leukämie erkrankt und benötigt eine Stammzellenspende. Daher findet eine Typisierungsaktion statt — veranstaltet vom Förderverein schwerstkranker Kinder Hunsrück e.V. in Zusammenarbeit mit der Stefan-Morsch-Stiftung.

(joa) Die Typisierungsaktion ist notwendig, weil die Gewebemerkmale der Familienmitglieder von Michéle nicht mit denen des Mädchens übereinstimmen. Eine 100-prozentige Übereinstimmung ist sowieso relativ selten — nur in drei von zehn Fällen kommt ein Verwandter des Erkrankten als Spender infrage. Deshalb findet am Sonntag, 20. Juni, die Typisierungsaktion von 13 bis 17 Uhr in der Gonzerather Schackberghalle statt.

Typisieren lassen kann sich jeder gesunde Mensch im Alter von 18 bis 50 Jahren. Bereits am Montag, 14. Juni, 19 Uhr, stehen in der Schackberghalle Mitarbeiter der Stefan-Morsch-Stiftung bei einer Informationsveranstaltung allen Interessierten Rede und Antwort. Zur eigentlichen Typisierung erwartet Elisabeth Terboven von der Stiftung eine mindestens dreistellige Teilnehmerzahl.

Der TV beantwortet vorab die wichtigsten Fragen rund um Typisierung und Stammzellenspende.

Was geschieht bei der Typisierung?

Hierbei wird eine Blutprobe von 5 Milliliter aus der Armvene entnommen.

Wie werde ich Spender?

Jeder gesunde Mensch zwischen 18 und 50 Jahren kann sich in die Stammzellen-/Knochenmarkspenderdatei der Stefan-Morsch-Stiftung aufnehmen lassen. Für die Spende selbst liegt das Höchstalter bei 60 Jahren.

Was passiert bei Übereinstimmung der Gewebemerkmale?

Circa 4 Wochen vor der Stammzellenübertragung findet eine umfangreiche medizinische Untersuchung bei der Stefan-Morsch-Stiftung in Birkenfeld statt, bevor am Tag der Spende Blut oder Knochenmark entnommen wird.

Welche Risiken bestehen bei der Stammzellenspende?

Die Spende von Stammzellen aus Blut geschieht nicht unter Narkose. Der Spender wird medikamentös vorbehandelt. Als Nebenwirkungen können Knochen-, Muskel- oder Kopfschmerzen auftreten. Diese können mit Schmerzmitteln gelindert werden und klingen nach Ende der Spende wieder ab.

Welche Risiken bestehen bei der Knochenmarkspende?

Die Knochenmarkentnahme aus dem Beckenkamm wird unter Vollnarkose durchgeführt. Bei gesunden Spendern ist die Gefahr ernster Komplikationen sehr gering. Blutergüsse an der Entnahmestelle sind möglich, und es können noch einige Tage Schmerzen auftreten. Manche Spender reagieren auf die Vollnarkose mit Übelkeit.

Kann man von einer Spende zurücktreten?

Zwar kann ein Spender sein Einverständnis zur Spende jederzeit rückgängig machen. Er sollte sich jedoch im Vorfeld überlegen, ob er wirklich zur Spende bereit ist. Denn: Sobald die vorbereitende Phase zur Transplantation für den Erkrankten beginnt, kann dieser nicht mehr ohne die "neuen", gesunden Stammzellen des Spenders überleben. Ein Rücktritt zu diesem Zeitpunkt hätte fatale Folgen.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit einer Heilung durch Stammzellen?

Im Durchschnitt liegt die Wahrscheinlichkeit laut Elisabeth Terboven bei 50 Prozent. Bei jungen Menschen bis 30 Jahre liege die Wahrscheinlichkeit dagegen bei 75 bis 80 Prozent.