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Studie: Schwerpunkt psychische Gesundheit

Daniel Schäfer, Dirk Hertgen, Anja Neumann und Markus Hünting (von links) überreichen die Studie Bürgermeister Andreas Hackethal (Zweiter von links). TV-Foto: Hans-Peter Linz
Daniel Schäfer, Dirk Hertgen, Anja Neumann und Markus Hünting (von links) überreichen die Studie Bürgermeister Andreas Hackethal (Zweiter von links). TV-Foto: Hans-Peter Linz FOTO: (m_huns )
Morbach. Die Gemeinde Morbach hat sich an einem Pilotprojekt beteiligt. Mit einem anonymen Fragebogen befragten Wissenschaftler die Mitarbeiter. Der Schwerpunkt: psychische Gesundheit.

Morbach. Beim Arbeitsschutz geht es nicht nur um die Schonung der physischen Gesundheit der Arbeitnehmer. Das Thema psychische Gesundheit gewinnt inzwischen immer mehr Bedeutung. Die Einheitsgemeinde Morbach hat sich an einer Studie beteiligt, die der Arbeitsmedizinsiche und Sicherheitstechnische Dienst der Kreishandwerkerschaft, die IKK Südwest und die Universität Trier entwickelt haben.
"Es ging um die Belastungen, die sich in der Arbeitswelt darstellen in Hinblick auf psychische Gefährdung, die sogenannte Resilienz. Beteiligt haben sich alle Mitarbeiter, von der Verwaltung über den Bauhof bis zum Forstbetrieb", sagt Bürgermeister Andreas Hackethal. Ursache der Befragung war auch eine Änderung des Arbeitsschutzgesetzes, erläutert Anja Neumann vom AMD. "In diesem Gesetz ist inzwischen auch das Thema psychische Belastungen bei der Arbeit aufgenommen worden", sagt Neumann. Dirk Hertgen von der IKK Südwest ergänzt: "Eine der häufigsten Ursachen für Krankschreibungen sind Rückenbeschwerden. Eine Ursache für eine falsche Haltung können auch psychische Probleme sein, deshalb ist Prävention wichtig." Markus Hünting, Diplom-Psychologe von der Universität Trier sagt: "Die Beteiligung in Morbach ist schon überdurchschnittlich. Normalerweise liegt sie bei 50 Prozent. Von 226 Mitarbeitern haben sich 180 beteiligt."
Der Fragebogen beinhalte 40 Fragen, die in zehn bis 15 Minuten beanwortet werden können. "Wir messen nicht nur, was krank macht, sondern überprüfen auch positive Effekte in dem Fragebogen. Das Thema work-life-balance ist bedeutsam, ebenso wie die Bedürfnisse junger Mitarbeiter", sagt Hünting. Betriebsrat Daniel Schäfer erinnert daran dass es sich bei der Umfrage um eine Momentaufnahme handelt. Damit habe man aber einen Prozess angestoßen. hpl

Extra

Resilienz (von lat. resilire ‚abprallen‘) oder psychische Widerstandsfähigkeit ist die Fähigkeit, Krisen zu bewältigen und als Anlass für Entwicklungen zu nutzen. Der Begriff wird nun auch für Menschen verwendet, die mit Belastungen der Arbeitswelt in angemessener Weise umgehen und so ihre psychische Gesundheit erhalten. red