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Dorfserie
Im Dorf lebt es sich entspannter

Botschafter aus der Urzeit: Einer von zwei Menhiren kann in Schönberg besichtigt werden.
Botschafter aus der Urzeit: Einer von zwei Menhiren kann in Schönberg besichtigt werden. FOTO: Herbert Thormeyer / TV
Talling/Schönberg. Talling und Schönberg pflegen ihre eigene Identität und wollen sich weiter entwickeln.

In Talling war die Gebiets- und Kommunalreform im vergangenen Jahr das große Thema. „Wir haben unsere Bürger umfassend informiert“, sagt Ortsbürgermeister Wolfgang Marx. Die beiden Bürgermeister von Morbach, Andreas Hackethal, und Hermeskeil, Michael Hülpes, konnten für ihre Kommunen werben. Die Bürgerbefragung ging knapp aus. 55 Prozent wollten sich Morbach anschließen, 45 Prozent gaben Hermeskeil den Vorzug. „Die Vereinfachung von Verwaltungsstrukturen ist immer gut“, findet Marx. Das Dorf verliere ja deshalb nicht seine Identität.

2017 fand sich in der Gartenstraße ein Grundstücksbesitzer, der für zehn Baugrundstücke zum Investor wurde, ohne dass sich die Ortsgemeinde finanziell engagieren muss. „Die Nachfrage nach Baugrund ist da“, stellt der Ortschef fest.

Was Marx noch umtreibt, ist die Bausubstanz im Ortskern. „Wir wollen ortsbildprägende Gebäude erhalten und reden deshalb mit den Eigentümern“, ist seine Mission. Auf keinen Fall sollen Alt und Neu einen untypischen Kontrast bilden. Ein „Lockmittel“ für Neubürger könnte das schnelle Internet in Talling mit bis zu 100 Megabit Übertragungsrate pro Sekunde sein. „Das ist wichtig für alle, aber besonders für junge Familien“, ist Marx überzeugt. Vier neue Erdenbürger kamen im vergangenen Jahr in Talling zur Welt.

Der Ort freut sich wie nur wenige Dörfer über eine ausgewogene Finanzlage. „Wir haben sogar Rücklagen von knapp 200 000 Euro“, kann Marx vermelden. Auf jeden Fall soll das Geld sinnvoll ausgegeben werden. Ins Auge gefasst wird  ein Aufzug für den Gemeindesaal, eine Investition, die bei der ersten Ratssitzung des neuen Jahres auf der Tagesordnung stehen wird. Eine digitale Fernsteuerung der Heizung gibt es bereits.

Die Kirmes und die Fastnacht, das sind die beiden großen Ereignisse im Jahresverlauf in Schönberg. Der Schönberger Ortsbürgermeister Harald Prümm nennt zwei wichtige Daten: „Am 10. Februar ist unsere Kappensitzung, und vom 15. bis 18. Juni feiert die Jugendfeuerwehr ihr 25-jähriges Bestehen.“ Bis dahin kann man sich noch um eine von neun Baustellen im Baugebiet Bei Mühlendorn bewerben um später auch Schönberger zu werden. „Die Nachfrage ist da“, bestätigt der Ortschef.

Alle Generationen fühlen sich in Schönberg wohl. Die Jugendgruppe mit zehn Mitgliedern hat ihren eigenen Raum, für die Senioren gibt es regelmäßige Treffs. Seit August steht ein Windrad auf Schönberger Gemarkung.„Wir sind zwar stolzer Verpächter, aber die ersten Zahlungen wirken sich erst in diesem Jahr in unserem Haushalt aus“, schmunzelt Prümm. Bislang herrscht eher Ebbe in der Kasse.Der Grund sind die Investitionen für das Neubaugebiet, die jedoch mit dem Verkauf der Grundstücke wieder zurückfließen werden.

Nach einer Bürgerbefragung will auch Schönberg  mit Morbach fusionieren. „Die Einheitsgemeinde sorgt dafür, dass es allen Ortsbezirken gut geht, ohne Vor- und Nachteile“, ist Prümm überzeugt. Da habe er sich in Dörfern kundig gemacht, die schon lange zu Morbach gehören.

Allein schon wegen der hohen Umlagen an die Verbandsgemeinde und den Kreis, die nach der Fusion für Schönberg entfallen, lohne sich  der Zusammenschluss mit der Einheitsgemeinde Morbach.

(doth)