Wir möchten auf unserer Webseite Cookies und pseudonyme Analysetechniken auch unserer Dienstleister verwenden, um diesen Internetauftritt möglichst benutzerfreundlich zu gestalten.

Außerdem möchten wir und unsere Dienstleister damit die Besuche auf unserer Webseite auswerten (Webtracking), um unsere Webseite optimal auf Ihre Bedürfnisse anzupassen und um Ihnen auf unserer Webseite sowie auch auf Webseiten in verbundenen Werbenetzwerken möglichst interessante Angebote anzeigen zu können (Retargeting).

Wenn Sie dieses Banner anklicken bzw. bestätigen, erklären Sie sich damit jederzeit widerruflich einverstanden (Art. 6 Abs.1 a DSGVO).

Weitere Informationen, auch zu Ihrem jederzeitigen Widerrufsrecht, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.

| 11:36 Uhr

Dorfumfrage
TV-Serie „Was läuft in den Dörfern?“: Finanzielle Bergabfahrt

Der Erbeskopf zieht zwar viele Wintersportler, Touristen und Wanderer an, die Hilscheider Gemeindekasse profitiert davon aber nicht.
Der Erbeskopf zieht zwar viele Wintersportler, Touristen und Wanderer an, die Hilscheider Gemeindekasse profitiert davon aber nicht. FOTO: Herbert Thormeyer / TV
Dhronecken. TV-Serie „Was läuft in den Dörfern?“: Dhronecken und Hilscheid müssen den Gürtel enger schnallen. Von Herbert Thormeyer

Für Detlef Jochem, den Ortsbürgermeister von Dhronecken, ist das zentrale Forstamt auf der Burg von enormer Bedeutung: „Damit wird auch gleichzeitig für die Erhaltung der Burg gesorgt.“ Nicht minder wichtig war deshalb im vergangenen Jahr die 200-Jahrfeier des Forstamtes an diesem historischen Standort.

Im neuen Jahr muss sich finanziell nach der Decke gestreckt werden. „Wir versuchen mit unserem Haushaltsspielraum zurecht zu kommen“, erklärt Jochem. Da ist es gerade mal möglich, die Risse in Straßen zu flicken, die Feuerstelle in der Grillhütte instand zu setzen und die Fenster des Bürgerhauses auf der Burg zu streichen. Die Brücke zur Burg müsste eigentlich auch ersetzt werden: „Über den Sinn eines Neubaus müssen wir diskutieren.“

Auch der Glockenturm braucht einen neuen Anstrich. Vieles werde immer wieder verschoben, weil der Haushalt nicht mehr hergibt. Denn es gibt keine Einnahmen, sondern nur Schlüsselzuweisungen und die Bewirtschaftung des Haardtwaldes. „Unsere Haushalte werden immer mit roter Tinte geschrieben“, bedauert der Ortschef. Fehlbeträge zwischen 20 000 und 50 000 Euro sind es in den letzten zehn Jahren in jedem Haushalt.

Bildtext DHRON_HIL_1
DHRON_HIL_3
Mit dem Forstamt von Landesforsten ist auch für die Burg Dhronecken gesorgt.
TV-Foto: Herbert Thormeyer
Bildtext DHRON_HIL_2
In diesem Jahr sollen die Fenster des Bürgerhauses auf der Burg neu gestrichen werden.
TV-Foto: Herbert Thormeyer
Bildtext DHRON_HIL_4
DHRON_HIL_5
DHRON_HIL_6
Vom fröhlichen Treiben der Besucher und Touristen auf dem Erbeskopf, der zu Hilscheid gehört, hat die Gemeindekasse dieser Ortsgemeinde leider nichts.
TV-Foto: Herbert Thormeyer
Bildtext DHRON_HIL_1 DHRON_HIL_3 Mit dem Forstamt von Landesforsten ist auch für die Burg Dhronecken gesorgt. TV-Foto: Herbert Thormeyer Bildtext DHRON_HIL_2 In diesem Jahr sollen die Fenster des Bürgerhauses auf der Burg neu gestrichen werden. TV-Foto: Herbert Thormeyer Bildtext DHRON_HIL_4 DHRON_HIL_5 DHRON_HIL_6 Vom fröhlichen Treiben der Besucher und Touristen auf dem Erbeskopf, der zu Hilscheid gehört, hat die Gemeindekasse dieser Ortsgemeinde leider nichts. TV-Foto: Herbert Thormeyer FOTO: Herbert Thormeyer / TV

Ob da die Fusion mit Morbach im Zuge der Gebiets- und Kommunalreform hilft? „Die Finanzen müssen auf jeden Fall neu berechnet werden“, fordert Jochem.

Auf die Windkraft kann er auch nicht hoffen, denn die fiel aus dem aktuellen Flächennutzungsplan heraus. Das Leben in Dhronecken ist trotzdem lebenswert. Die meisten der rund 120 Einwohner sind zwischen 30 und 60 Jahre alt, und es gibt ein halbes Dutzend Kinder. Gemeinsam pflegt man Traditionen, bei der die Feuerwehr viel mithilft, etwa bei der Hexennacht, dem St. Martinsumzug oder dem Vatertagssfest, das am 10. Mai wieder auf der Burg stattfindet, diesmal sogar mit Live-Band.

Drei Ereignisse waren laut Ortsbürgermeister Detlef Haink im vergangenen Jahr in Hilscheid ganz besonders wichtig: „Wir haben das Baugebiet Schankflur auf den Weg gebracht, wir haben schnelles Internet bis 100 Megabit pro Sekunde und ich habe die Wehrführung an Manuel Raville abgegeben.

Das Baugebiet Im Wasen ist erschlossen. Hier gibt es noch zwei Baustellen. Neun Träume vom Eigenheim sollen es im Schankflur werden. „Drei Nachfragen haben wir bereits“, freut sich der Ortschef. Das sei eine Superlage mit freiem Blick auf die Moselberge.

Weitere Projekte sind der Dorfplatz, der zum Mehrgenerationenplatz ausgebaut werden soll. Ein Dorfcheck soll analytisch klären, in welchem Zustand sich Hilscheid befindet und was verbessert werden kann. „Das können wir in Eigenleistung machen“, weiß Haink, der sich nach dem Vorbild von Daun richtet. Beim Bedarf an Gestaltung können die Bürger und die Vereine mit eingebunden werden und so auch die Generationen näher zusammenrücken.

Bei den Finanzen geht es auch in Hilscheid bergab, und nicht allein deshalb, weil keine Windkraft möglich ist. Ob sich das nach der Kommunalreform mit dem Anschluss an Morbach bessert, weiß Haink auch nicht: „Da wird alles in einem großen Topf geworfen.“ Vielleicht sinke dadurch ja die Einzelbelastung des Dorfes, weil vieles zentral geregelt werden kann. Dass der gesamte Erbeskopf zu Hilscheid gehört, macht sich finanziell auch nicht bemerkbar. „Da kommt keine Gewerbesteuer her“, bedauert Detlef Haink.

Meinung: Die alten Zeiten kommen nicht wieder

Von Hans-Peter Linz

Hilscheid und Dhronecken stehen exemplarisch für viele Dörfer. Ohne eigene Einnahmen bleibt eben nicht mehr genug Geld, um den Kirchturm zu streichen oder einen Spielplatz zu errichten. Die Zeiten, in denen in jedem Dorf Gewerbebetriebe vorhanden waren, die Steuereinnahmen brachten, sind vorbei und werden auch nicht wiederkommen. Die alte Verwaltungsstruktur der Verbandsgemeinde ist immer weniger zeitgemäß und damit auch ungerechter. Ein Dorf kann sich nicht aussuchen, ob es zum Beispiel in einer Windkraftzone mit Pachteinnahmen steht oder nicht. Deshalb ist das System der Einheitsgemeinde, in der den Ortsbezirken die Gesamtbudgets zugewiesen werden, gerechter und zukunftsweisender.

hp.linz@volksfreund.de