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Über die Hunsrückhöhen bis runter zum Rhein

Kinderleichter Streckenabschnitt mit großer Sehenswürdigkeit. Eine Tour auf dem Hunsrück-Radweg führt an der Burg Baldenau vorbei. Caecilia und Dennis Senz aus Hundheim einen Ausflug dorthin gemacht. TV-Foto: Axel Munsteiner
Kinderleichter Streckenabschnitt mit großer Sehenswürdigkeit. Eine Tour auf dem Hunsrück-Radweg führt an der Burg Baldenau vorbei. Caecilia und Dennis Senz aus Hundheim einen Ausflug dorthin gemacht. TV-Foto: Axel Munsteiner
Morbach/Bacharach. Nach der schweren Auftaktetappe von Saarburg nach Morbach geht die TV-Tour auf dem frisch eröffneten, insgesamt 155 Kilometer langen Hunsrück-Radweg weiter. In der zweiten Hälfte ist das Terrain leichter zu durchfahren. Auf den 78 Kilometern zwischen Morbach und Bacharach am Rhein warten weniger Schwierigkeiten. Axel Munsteiner

Morbach/Bacharach. Genau 77 Kilometer haben alle Freizeitsportler schon in den Beinen, die in Saarburg zu einer Fahrt auf dem kompletten Hunsrück-Radweg aufgebrochen sind und sich Morbach als Etappenort ausgesucht haben. Sie haben damit fast die Hälfte der 155 Kilometer langen Gesamtdistanz geschafft, die sie von der Endstation in Bacharach am Rhein trennt.
Diese zweite Etappe ist mit 840 Höhenmetern berghoch weniger anstrengend als das erste Teilstück, auf dem zwischen Saarburg und Morbach 1250 Höhenmeter erklettert werden mussten. Auf dem Weg weiter nach Bacharach gibt es zudem nur noch kurze Schotterpassagen. Vorsichtige Fahrweise dort vorausgesetzt, können auch Rennradler ohne zu große Angst vor einem Platten den grünen Hinweistafeln folgen.

Bedingt familienfreundlich


Was die Familienfreundlichkeit angeht, muss jedoch eine Einschränkung gemacht werden. Im Vergleich zu Etappe eins verläuft die Strecke von Morbach nach Bacharach viel häufiger über normale Straßen, auf denen auch Autos unterwegs sind. Das ist etwa gleich nach dem Start der Fall, wenn es von Morbach aus auf der Kreisstraße 122 nach Bischofsdhron geht. Als Entschädigung dafür folgt aber sogleich eine der schönsten Passagen des Hunsrück-Radwegs überhaupt. An der Kirche von Bischofsdhron zweigt der Weg links ab. Eben rollt man dahin, bis bei Kilometer 5 an der idyllischen, von einem Wassergraben umgebenen Burgruine Baldenau die erste Pause eigentlich schon Pflicht ist.
Wieder im Sattel führt der Weg durch eine Allee nach Hinzerath (Kilometer 6). Hinter dem Ort geht es nach einem kurzen Anstieg in den Wald hinein. Auf teils geschotterter Strecke wird die früher von der Nato genutzte Bahnhofsverladestation Zolleiche passiert, ehe kurz hinter Hochscheid (Kilometer 12) die Grenze des Kreises Bernkastel-Wittlich erreicht ist. Dort wandelt sich auch der Streckencharakter. Die langen waldreichen Passagen treten zurück. Sie werden auf den Hunsrückhöhen von der Fahrt vorbei an Wiesen und Feldern abgelöst.
Am Flughafen vorbei


Durch kleine Orte wie Horbruch, Hirschfeld und Wahlenau geht es nach Büchenbeuren (Kilometer 21) im Dunstkreis des Flughafens Hahn. Kurz darauf müssen die Radler notgedrungen auf der verkehrsreichen Hauptstraße durch Sohren (Kilometer 23) in die Pedale treten, ehe sie hinter einem Neubaugebiet wieder auf Wirtschaftswege gelotst werden.
An der Schlemmersmühle (Kilometer 29) beginnt der Anstieg auf einer Kreisstraße, der zur nächsten wichtigen Zwischenstation führt: Kirchberg (Kilometer 32). Im sanften Auf und Ab und überwiegend auf Wirtschaftswegen kommt man bei Kilometer 45 nach Simmern.
Dort rollt man quer durch die Stadt, wobei vor allem am Bahnhof Aufmerksamkeit geboten ist, um nicht die grünen Hinweisschilder zu übersehen. Nach einem weiteren Bergauf-Stück nach Riesweiler (Kilometer 50) geht es auf autofreien Wirtschaftswegen über Argenthal und Ellern bis nach Rheinböllen (Kilometer 63).
Hat man dort die verkehrsreiche Ortsdurchfahrt geschafft, steht die letzte längere Kletterpartie an. Via Dichtelbach strampelt man hinauf zum Scheitelpunkt im Schatten einer Schneise mit Hochspannungsleitungen. Dort beginnt bei Kilometer 69 die Schussfahrt runter zum Rhein. Etwas enttäuschend ist jedoch, dass den Radlern der Ausblick auf das Flußtal verwehrt bleibt.
Erst ganz unten - in Niederheimbach (Kilometer 74) - gerät dann Deutschlands größter Strom ins Blickfeld. An seinem Ufer entlang ist schließlich vier Kilometer später das Ziel in Bacharach erreicht.
Extra


Ausführliche Informationen zum Hunsrück-Radweg gibt es bei der Hunsrück-Touristik, Telefon 06543/507700, oder im Internet unter www.hunsrueck-radweg.de. Dort können - unterteilt in vier Etappen - PDF-Dateien mit Karten, Höhenprofilen und einer Kurzbeschreibung der Strecke heruntergeladen werden. Wer die gesamte Strecke von Saarburg nach Bacharach abfahren möchte, kommt am besten mit der Deutschen Bahn zurück zum Ausgangsort: Ab Bacharach mit Umsteigen in Koblenz und Trier beträgt tagsüber die Fahrzeit in Zügen mit Fahradmitnahme (zum Teil reservierungspflichtig) etwa drei Stunden bis Saarburg. ax