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| 08:10 Uhr

Freizeit
Wenn Männer tanzend Geschichten erzählen

Die Asseler Schneeflöckchen aus Schweich-Issel sind neuer Rheinland-Pfalz-Meister im Männerballett.
Die Asseler Schneeflöckchen aus Schweich-Issel sind neuer Rheinland-Pfalz-Meister im Männerballett. FOTO: Christoph Strouvelle
Morbach. Bei den offenen Rheinland-Pfalz-Meisterschaften der Männerballette in Morbach siegen die Asseler Schneeflöckchen aus Schweich-Issel. Von Christoph Strouvelle

Choreografisch ausgefeilt, anspruchsvoll, temporeich und akrobatisch: Männerballett hat sich in den vergangenen Jahren zu einem ernsthaften und tänzerisch hochwertigen Metier entwickelt. Davon haben sich weit mehr als 800 Besucher in der Morbacher Baldenauhalle überzeugen können. Dort hat der Turnverein Morbach die zehnte offene rheinland-pfälzische Meisterschaften der Männerballette ausgerichtet. 14 Tanzgruppen, darunter auch jeweils eine aus dem Saarland, Hessen und Baden-Württemberg, sind aufgetreten und haben bei ihren Vorführungen komplette Geschichten erzählt.

Ein Beispiel ist der fast zehn Minuten dauernde Tanz der Horny Hornets aus Biebelnheim bei Alzey, deren Tanz sich um die Deutsche Fußball-Nationalmannschaft auf dem Weg zum fünften Stern dreht. Unter den weißen Jacketts mit schwarz-rot-goldenen Streifen, mit denen sie fahnenschwenkend die Bühne betreten, kommen die Trikots der legendären 1954er Mannschaft hervor, mit denen die elf Jungs zu den Klängen von „Wunder gibt es immer wieder“ einen fetzigen Tanz mit Würfen bis knapp unter die Hallendecke hinlegen. Die Nationalhymne in den Trikots der heutigen Stars, das Mannschaftsfoto, die Feier mit Pokal nach dem WM-Sieg in Russland, alle wichtigen Stationen haben die Horny Hornets eingearbeitet. „Gott achtet uns, wenn wir arbeiten, aber er liebt uns, wenn wir tanzen“, würdigt Moderator Frank Arend die Vorstellung der Herxheimer.

Deren Tanz ist typisch für die vielen Geschichten, die die Männerballette an diesem Abend zeigen. Da sind die von ihrem Fanclub frenetisch angefeuerten Asseler Schneeflöckchen aus Issel mit ihrem psychedelischen Tanz namens „Auf der Suche nach der Stimme in meinem Kopf“, bei dem das Bühnenbild mehrfach wechselt, da sind die Herxheimer Windboys, die sich tanzend auf die Suche nach der Büchse der Pandora begeben. Die Tornados, die derzeit amtierenden deutschen Meister, spielen zechende und raufende Wikinger und fliegen serienweise per Flic-Flacs und Saltos über die Bühne, während im Hintergrund als Schattenspiel ein Wikinger gegen einen Drachen kämpft. Dies ist nur einer von mehreren Darbietungen, die die 800 Zuschauer mit stehenden Ovationen würdigen. „Heute haben wir hier einige Gruppen gesehen, die sich bei den kommenden deutschen Meisterschaften unter den ersten zehn platzieren“, sagt Heike Schell, Organisatorin der Veranstaltung. Männer wüssten, dass sie von der Synchronität her nicht an Frauentanzgruppen tippen könnten. Sie arbeiteten deshalb gerne mit Mimik und erzählten Geschichten auf der Bühne, sagt sie.

Warum tanzen Männer? „Es macht Spaß, auf der Bühne zu stehen und den Applaus zu erleben. Es gibt nichts Schöneres“, sagt Jan Settemeyer von den Asseler Schneeflöckchen, die vor 13 Jahren klein angefangen haben und die dann der Ehrgeiz gepackt hat. Der Abend ist eine Mischung von niveauvollen Tanzgruppen, auch, wenn die Pausen zwischen den Tänzen zu lang seien, sagt Andrea Arens vom Fanclub der Tornados aus Weiler bei Bingen. „Es ist klasse, wie sich Männerballett entwickelt hat. Kein peinliches Rumgehopse, sondern anspruchsvoll mit Akrobatik und tollen Themen.“