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Windkraft und Sonnenstrom für Schönberg

Der Schönberger Ortsgemeinderat will die Chancen für Wind- und Solarenergie prüfen. TV- Foto: Herbert Thormeyer
Der Schönberger Ortsgemeinderat will die Chancen für Wind- und Solarenergie prüfen. TV- Foto: Herbert Thormeyer
Die Atomkatastrophe im japanischen Fukushima wirft ihre Schatten bis nach Schönberg. Der Ortsgemeinderat hat einstimmig den Willen bekundet, die Chancen von Windkraft und Photovoltaik auf der eigenen Gemarkung auszuloten. Von unserem Mitarbeiter Herbert Thormeyer

Schönberg. Die Entscheidung der Planungsgemeinschaft in der Region Trier, mehr Flächen für die Nutzung der Windkraft zuzulassen, und die Katastrophe im japanischen Kernkraftwerk Fukushima veranlassen den Ortsgemeinderat Schönberg, die Chancen auszuloten, selbst Energiestandort zu werden.

Windräder oder Photovoltaik, am besten beides, können sich die Ratsmitglieder gut vorstellen. "Jetzt gibt es mehr Luft für Windräder", hofft Ortsbürgermeister Harald Prümm. Es seien zwar neue Flächen ausgewiesen worden, aber ob Schönberg dabei ist, wisse er bislang auch nicht.

Ratsmitglied Benno Junk stellt fest: "Wenn überall Windräder aufgestellt werden, können wir nicht sagen, dass wir keine wollen."

"Bislang drehen sich auf dem Gebiet der Verbandsgemeinde Thalfang 13 Windräder", sagt Udo Keuper, bei der Verwaltung zuständig für Umweltplanung, auf TV-Anfrage. Zwei neue Anlagen seien in Berglicht und Heidenburg genehmigt.

Es gebe auch in Thalfang nach dem Beschluss der Regionalplanung neue Flächen für die Windkraft. Schönberg sei jedoch derzeit nicht dabei. Wie viele Windräder nach der neuen Rechtslage gebaut werden dürfen, hänge auch von deren Größe und dem Umweltgutachten ab, das vor jedem Bau vorgeschrieben ist. "Das muss alles erst auf Verbandsgemeindeebene in den zuständigen Gremien besprochen werden", fügt Keuper hinzu. Damit werde im Mai begonnen.

Auch neue Photovoltaikflächen kann sich der Rat in Schönberg gut vorstellen. "Das kann bei uns aber nicht eine riesige Anlage werden", sagt der Ortsbürgermeister. Außerdem könne so eventuell landwirtschaftlich genutzte Fläche verloren gehen. Es wird deshalb erwogen, sich Rat von Experten einzuholen.

Völlig neu geschrieben wird der Regionale Raumordnungsplan erst im Jahr 2014. Viele Kommunen reißen sich derzeit um die Windkraft, denn neben dem Aspekt der Umweltfreundlichkeit locken rund 25 000 Euro Pacht pro Anlage, die klamme Ortskassen entlasten können. Das beflügelt die Fantasie.

Mancherorts wird auch über grenzüberschreitende Windkraftprojekte in Zusammenarbeit mit saarländischen Kommunen nachgedacht. Über Windkraft-Kooperationen denkt die Hochwald-Gemeinde Waldweiler gemeinsam mit der saarländischen Kommune Weiskirchen nach. Auf saarländischer Seite wurde von Losheim-Britten eine Zusammenarbeit mit dem rheinland-pfälzischen Greimerath für den Judenkopf angeregt, dessen Gipfel genau auf der Landesgrenze liegt.

EXTRA FöRDERPROGRAMME



Die Verwaltung des Landkreises Bernkastel-Wittlich will die Bevölkerung mit einem Internet-Portal www.bernkastel-wittlich.de/energie.html zum Thema erneuerbare Energien informieren und sensibilisieren. Unter dem Punkt "Förderprogramme" erhalten private und gewerbliche Investoren sowie Landwirte Informationen zu den von Bund und Ländern angebotenen Förderprogrammen. doth