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Infektionszahlen gehen langsam zurück

Pandemie : Wie sich die Corona-Infektionszahlen entwickeln

Mediziner aus der Region sind vorsichtig optimistisch. Der befürchtete Feiertagseffekt scheint auszubleiben. Weniger schwer kranke Covid-Patienten.

Torsten Engler ist vorsichtig optimistisch. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in der Region sei in den vergangenen Tagen zurückgegangen, sagt der Chefarzt des Corona-Gemeinschaftskrankenhauses in Trier.

Der Rückgang mache sich auch an der geringeren Zahl an Covid-Patienten bemerkbar, die auf der von den Kliniken Mutterhaus und Brüderkrankenhaus betriebenen Corona-Station im ehemaligen Elisabeth-Krankenhaus behandelt würden. „Die Normalstation hat aktuell sieben positiv getestete Patienten, kein Verdachtsfall. Die Intensivstation hat fünf Patienten“, sagte Engler gestern. Der befürchtete negative Feiertagseffekt sei zumindest für die Stadt Trier und Kreis Trier-Saarburg bisher ausgeblieben. Es wurde befürchtet, dass durch die leichte Lockerung der Kontaktbeschränkungen über Weihnachten die Zahl der Neuinfektionen im neuen Jahr wieder deutlich steigen könnte.

Doch seit einigen Tagen geht diese zurück. Seit Beginn des Monats stieg die Zahl der Infektionen in Rheinland-Pfalz um 16,6 Prozent und damit nicht mehr so stark wie im gleichen Zeitraum des Monats Dezember (37,3 Prozent). Die Zahl der Todesfälle hat sich im Verlauf des Januar bisher um 44,8 Prozent gesteigert. Im gleichen Dezember-Zeitraum gab es einen steilen Anstieg um 82,0 Prozent. 

Auch die Zahl der Covid-Patienten, die auf Intensivstationen behandelt werden müssen ist rückläufig. Laut Deutschem Intensivregister wurden gestern zehn  Covid-Patienten intensivmedizinisch in den Kliniken in der Region behandelt. Um diesen Trend zu bestätigen, sei die Verlängerung des Lockdowns auch notwendig, sagte Engler. Diese Ansicht vertritt auch der Chef der Landesärztekammer, Günther Matheis. „Ich hoffe, dass die Kontaktbeschränkungen immer mehr Wirkung zeigen und die Zahl der Infektionsfälle und somit auch die Zahl der Todesfälle deutlich sinkt.“ Dabei gehe es nicht nur um eine Entlastung der Intensivstationen, sondern auch der Normalstationen und der Notaufnahmen. „Unsere Ärztinnen und Ärzte vor Ort, sowohl in den Kliniken als auch in den Praxen, tragen maßgeblich dazu bei, die Pandemie nicht weiter ausufern zu lassen und ermöglichen zugleich weiterhin eine gute Patientenversorgung.“

Matheis, der Arzt im Brüderkrankenhaus ist, hält die ebenfalls beschlossene verschärfte Maskenpflicht in Bussen und Bahnen und beim Einkaufen für sinnvoll. Allerdings müssen nicht ausschließlich FFP2-Masken getragen werden. Es sind auch die grünen oder hellblauen medizinischen Masken als Ersatz für die bisherigen Alltagsmasken aus Stoff erlaubt. Die Vorgabe von Bund und Ländern, dass Arbeitgeber ihren Beschäftigten mehr Homeoffice anbieten müssen, nennt der Ärztechef ebenfalls sinnvoll  und spricht von einer praktikablen Lösung für den Alltag.