Juncker: "Wir sind die tollsten Kerle der Welt"

Juncker: "Wir sind die tollsten Kerle der Welt"

„Politik für Europa, Politik für unsere Region“: Unter diesem Motto stand der Vortrag von Luxemburgs Premierminister Jean-Claude Juncker. Er sprach am Mittwochabend im Kloster Karthaus vor rund 200 Zuhörern.

Europa und das Zusammenwachsen der Großregion – das sind die Themen des Mittwochabends im Kloster Karthaus. Jean-Claude Juncker, Premierminister Luxemburgs, ist der Einladung von Christdemokrat und Bundestagskandidat Bernhard Kaster gefolgt. Rund 200 Zuhörer heißen ihn im Festsaal willkommen.

Juncker geht es in seiner knapp einstündigen Rede darum, zu betonen, dass die Großregion rund um Trier, Luxemburg und dem Saarland noch stärker zusammenwachsen muss. „Wir sind die tollsten Kerle der Welt. Nur, das weiß noch niemand“, sagte Juncker in seiner bekanntlich augenzwinkernden Art. Selbst die Menschen in der Großregion müssten sich bewusst werden, was sie alles schon geschafft haben. „Wir haben gelernt, das, was uns getrennt hat, nicht zu Geschichte, sondern zu Geschichtchen werden zu lassen.“

Aber auch solch greifbare Dinge, die die ganze EU betreffen, wie die Abschaffung der Grenzen, die Bildung des weltweit größten Binnenmarktes und die Euro-Einführung, seien Beispiele für das erfolgreiche Zusammenrücken. Ebenso zeigt Juncker auf, wo es noch hakt: die schnelle Zugverbindung zwischen Trier und Luxemburg. „Wir bieten alles Geld der Welt an, um die Strecke auf deutscher Seite mitzufinanzieren“, sagt Juncker. Einzig die Deutsche Bahn sei unfähig sicherzustellen, dass die ICE-Verbindung auf Dauer belastbaren Bestand habe. Die Folge: „Ich kann der Regierung nicht erklären, ich wolle dafür Geld ausgeben und dann kommt kein Zug an.“

Damit sich die Region im europäischen Wettbewerb behaupten könne, stünde noch viel Arbeit an. „Jeden Tag ärgere ich mich mehr über Europa als ich mich freue“, sagt Juncker. Aber wenn er sich abends ins Bett lege, dann denke er sich: „Es hat noch nie eine bessere Zeit gegeben als jetzt, noch nie waren die Deutschen so gute Nachbarn wie jetzt – und dafür bin ich dankbar.“

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