F-16-Absturz: Kampfjet donnerte vor dem Absturz kilometerweit ohne Pilot über die Eifel

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Volksfreund-Recherchen belegen: Nur der Zufall verhinderte eine Katastrophe beim Crash der US-Militärmaschine am vergangenen Dienstag in einem Waldstück nahe Zemmer-Rodt.

Der vergangenen Dienstag bei Zemmer-Rodt (Kreis Trier-Saarburg) abgestürzte US-Kampfjet war nach TV-Recherchen zuvor mehr als zehn Kilometer führungslos in der Luft. Der Pilot landete, nachdem er den Schleudersitz betätigt hatte, bei Dodenburg (Kreis Bernkastel-Wittlich). Das teilte die Verbandsgemeinde Wittlich-Land auf Anfrage mit. Von Dodenburg flog die F-16 dann noch gut zwölf Kilometer weiter, bevor sie in einem schwer zugänglichen Waldgebiet, das nur wenige Hundert Meter neben dem Ort Rodt liegt, zerschellte.

Die Maschine mit der Kennung AE16E9 und dem Rufzeichen WARHK11 sendete gegen 15.12 Uhr erstmals einen Notruf. Der Flugzeugtransponder meldete den Notfallcode 7700. Dieser steht für Luftnotfall, bei dem eine schwere Gefahr droht. Der Pilot betätigte unmittelbar danach den Schleudersitz. Auf der Internetseite aviation-safety.net heißt es, dass der Pilot Probleme hatte. In welcher Form ist bisher unklar.

Dem Mann gehe es gut, sagte gestern der Vize-Kommandeur der US-Airbase Spangdahlem, Jason Hokaj unserer Zeitung. Von dort war die Maschine kurz vorher zu einem Übungsflug gestartet. Der Pilot habe, bevor er den Schleudersitz betätigt habe, alles getan, um zu verhindern, dass die Maschine in bewohntes Gebiet stürzt. Gleichzeitig spricht er davon, dass der Jet zufällig im Wald runtergekommen sei.

Foto: TV/Schramm, Johannes

Als der Pilot den Schleudersitz auslöste, flog die F-16 mit einer Geschwindigkeit von rund 500 Stundenkilometern in einer Höhe von 7000 Metern. Vier Minuten danach ging in der Integrierten Leitstelle bei der Trierer Berufsfeuerwehr der Notruf ein und die umliegenden Feuerwehren wurden alarmiert mit dem Hinweis „Flugzeugabsturz groß“.

Die Suche nach der Absturzursache könne noch Monate dauern, sagte Iris Reiff, Sprecherin der Airbase. Seit Dienstag starten die in Spangdahlem stationierten F-16 wieder zu Übungsflügen. Diese wurden nach dem Absturz zunächst eingestellt.

Laut Michael Holstein, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Trier-Land, zeigten die ersten Ergebnisse der Trinkwasserproben, dass es offenbar keine Verunreinigung durch ausgelaufenen Treibstoff der abgestürzten Maschine gebe.

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