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Kein generelles Alkoholverbot bei Fastnachtsumzügen in der Region Trier

Kostenpflichtiger Inhalt: Karneval : So will die Polizei Alkoholexzesse an Fastnacht verhindern

Zwischen Totalverbot und Warnhinweisen: In der Region gibt es unterschiedliche Vorgaben für Ausschank von Wein, Bier und Hochprozentigem. Jugendämter kündigen Kontrollen an.

An diesem Wochenende finden die ersten Karnevalsumzüge in der Region statt. Vielerorts verteilen die Zugteilnehmer nicht nur Süßes, sonder oft auch Alkoholisches: Glühwein, Bier, Wein und auch Schnaps.

Nachdem die Polizei und die Ordnungsbehörden in der Südeifel verboten haben, Alkohol von den Umzugswagen auszuschenken, wird auch andernorts darüber diskutiert, wie der Jugendschutz bei den Umzügen eingehalten werden kann. Polizei und Jugendämter haben angekündigt, in der gesamten Region verstärkt während der Fastnachtsveranstaltungen zu kontrollieren. In Trier wird am Weiberdonnerstag und an Rosenmontag in der Innenstadt eine Anlauf- und Aufnahmestelle für alkoholisierte Minderjährige eingerichtet, wo sie von Mitarbeitern des Jugendamtes betreut werden.

Und wie steht es mit einem Verbot des Alkoholausschanks durch Umzugteilnehmer? Beim Trierer Rosenmontagsumzug sei das kein Thema, sagt Ordnungsdezernent Thomas Schmitt. „Die Polizei hat ein solches Anliegen auch nicht an uns herangetragen.“ Es habe bisher auch keine schwerwiegenden Vorkommnisse im direkten Zusammenhang mit dem Rosenmontagszug gegeben.

Im Merkblatt für Zugteilnehmer steht denn auch lediglich, „beim Ausschenken von Alkohol an die Zuschauerinnen und Zuschauer des Rosenmontagsumzuges ist das Jugendschutzgesetz zu beachten“.

Und dieses besagt, dass Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren keinerlei Alkohol konsumieren dürfen. Ab 16 dürfen sie Wein und Bier trinken, aber nichts Hochprozentiges – darunter fallen übrigens auch sogenannte Alkopops (Mischgetränke aus Limo mit Rum oder Wodka). Daher gilt beim Fastnachtsumzug in Saarburg an Karnevalssamstag: „Der Ausschank von Branntwein ist verboten.“ Und zwar generell. „Bier, Wein und Sekt dürfen an Personen über 16 Jahren ausgeschenkt werden. Umzugsteilnehmer, die alkoholische Getränke verteilen, müssen dabei natürlich den Jugendschutz beachten“, sagt die Sprecherin der Verbandsgemeinde Saarburg, Nathalie Hartl. In den Auflagen, die allen Teilnehmern des Saarburger Umzugs ausgehändigt werden, heißt es sogar:  „Der Ausschank von Alkohol an Minderjährige ist verboten!“

Bis vor zwei Jahren fand der Saarburger Umzug immer abends statt. Doch unter anderem wegen zahlreicher betrunkener Jugendlicher auf den Fastnachtswagen und am Rande der Strecke wurde aus dem Nachtumzug ein Nachmittagsumzug.

Kein Verbot, was den Ausschank von Alkohol angeht, wird es in diesem Jahr beim Wittlicher Umzug an Fastnachtssonntag geben. Aber auch dort würden die Vereine „ausdrücklich und besonders“ auf die Einhaltung der Jugendschutzbestimmungen hingewiesen, sagt Stadtsprecher Rainer Stöckicht.

Was die wenigsten wissen: Wer sich nicht an das Jugendschutzgesetz hält, muss mit Strafen rechnen. Bis zu 250 Euro drohen demjenigen, der Jugendlichen Schnaps gibt (bei Wirten oder Verkäufern sind es sogar bis zu 2000 Euro), und bis 200 Euro (bzw. bis zu 1000 Euro) sind es, wenn Jugendliche unter 16 Jahren Bier und Wein bekommen.

Immer wieder zieht die Polizei alkoholisierte Kinder und Jugendliche bei Fastnachtsveranstaltungen aus dem Verkehr. Laut Innenministerium wurden im vergangenen Jahr landesweit 2175 Minderjährige über Karneval kontrolliert, 691 davon waren betrunken.