Kein Verbot von Silvesterraketen in Region Trier - Rheinland-Pfalz rät zu Alternativen zur Böllerei

Kostenpflichtiger Inhalt: Umwelt : Verbot von Feuerwerksböllern? Nicht in der Region Trier!

Die Deutsche Umwelthilfe hält Silvesterraketen für schädlich und verlangt den Verzicht. Das Land rät zu Alternativen wie Lasershows. Ein Feuerwerker aus der Eifel sieht keine Probleme.

Das rheinland-pfälzische Umweltministerium will zwar kein generelles Verbot von öffentlichen Feuerwerken, empfiehlt aber „Lichtershows, Licht-Events oder Musik­shows“ als Alternative. „Wer die Luftqualität verbessern will, sollte auch im eigenen Interesse die Menge an Feuerwerkskörpern reduzieren und Alternativen umsetzen“, sagte eine Sprecherin des Ministeriums auf Anfrage des Volksfreunds. Auch private Feuerwerke sollen nicht generell verboten werden. „Die Bürgerinnen und Bürger sollen am Jahreswechsel Spaß haben“, betont die Ministeriumssprecherin. Allerdings brauche man dazu „nicht Unmengen an Feuerwerk – weniger ist auch dabei mehr“.

Losgetreten wurde die Diskussion durch die Deutsche Umwelthilfe. Sie hat in 31 Städten ein Verbot privater Silvesterfeuerwerke beantragt, was der Luftreinhaltung dienen soll. Der Organisation geht es vor allem um besonders mit Feinstaub belastete Bereiche in den Citys. Zu den von einem solchen Verbot betroffenen Städten gehören unter anderem Mainz, Frankfurt und Köln.

Aus der Region steht keine Stadt auf der Liste. Deswegen reagiert man hier mehr oder weniger gelassen auf die Forderung. „Da Feuerwerke bisher in der Stadt keine große Rolle spielen, bis auf private Silvesterknallerei, gibt es noch  keine Überlegungen, private oder öffentliche Feuerwerke aus Klimaschutzgründen in der Stadt einzuschränken oder zu verbieten“, heißt es etwa aus Wittlich. Auch in Trier ist derzeit kein Feuerwerksverbot geplant, auch gebe es keine entsprechenden Forderungen, so ein Stadtsprecher. Das von der Umwelthilfe geforderte Verbot betreffe vor allem Städte mit hoher Feinstaubbelastung, die gebe es in Bitburg nicht, so die Mitteilung aus dem dortigen Rathaus.  „Dennoch“, so eine Sprecherin, „schließen wir nicht aus, dass dieses Thema künftig auch bei uns diskutiert werden wird.“

In Konstanz soll es in diesem Jahr erstmals kein Feuerwerk beim traditionellen Seenachtsfest geben. Die Stadt hatte als erste deutsche Stadt den Klimanotstand ausgerufen. Den wollen die Grünen auch für Trier beantragen, wie volksfreund.de berichete.

Feuerwerke wirkten sich vor allem auf die Immissionsbelastung durch Feinstäube ungünstig aus, sagt die Sprecherin des Umweltministeriums. Deutschlandweit würden laut Umweltbundesamt etwa durch das Silvesterfeuerwerk zwischen 4000 und 5000 Tonnen Feinstäube freigesetzt – „also rund 15 bis 20 Prozent der jährlichen Feinstaubfreisetzung aus dem Straßenverkehr“, heißt es aus dem Ministerium.

Und genau das bezweifeln Feuerwerker wie Helmut Reuter aus Müllenbach (Ahrweiler), der mit seiner Firma zahlreiche Feuerwerke in der Region macht. Die Feinstaubbelastung durch ein durchschnittliches Feuerwerk sei deutlich geringer als etwa die durch Diesel verursachte Belastung. Beim Feuerwerk beim traditionellen Moselfest im Trierer Stadtteil Zurlauben entstünden gerade mal 100 Gramm Feinstaub, sagt Reuter. Er hält die Diskussion für geschäftsschädigend.

In Luxemburg wurden im vergangenen Jahr in einigen Städten, etwa in der Hauptstadt, in Esch-sur-Alzette,  Berdorf und Kayl, private Silvesterfeuerwerke verboten.

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