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Kinderhilfswerk fordert – Kitas und Schulen sofort komplett öffnen

Betreuung und Bildung : Kinderhilfswerk fordert – Kitas und Schulen sofort komplett öffnen

Die Organisation warnt vor schweren psychischen und sozialen Folgen, wenn Kinder isoliert bleiben. Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) stellt heute ein Konzept vor, wie es im Land ab Juni wieder einen eingeschränkten Regelbetrieb in Kitas geben kann.

In der Region bleiben Schüler und Kindergartenkinder in der Corona-Krise meistens daheim. Das dürfte auch noch noch länger so bleiben. Das Deutsche Kinderhilfswerk prescht nun vor und fordert, Schulen und Kitas wieder vollständig zu öffnen. Dafür brauche es kurzfristig machbare Konzepte von Bund, Ländern und Kommunen.

Thomas Krüger, Präsident des Deutschen Kinderhilfswerkes, sprach in einer Mitteilung von einem „schweren und vor dem Hintergrund aktueller fachlicher Erkenntnisse unverhältnismäßigen Eingriff“ in die Lebenswelt, Grundrechte und psycho-soziale Entwicklung von Kindern, wenn Kitas geschlossen blieben.

Einen Kurswechsel brauche es auch bei Schulen, wo geteilte Klassen und stundenweiser Unterricht zeigten, dass dies der Bildung der Kinder nicht helfe. Das Kinderhilfswerk warnt davor, dass sich soziale Ungleichheiten in der Gesellschaft damit vergrößern. „Eine Öffnung von Kitas und Schulen unter angemessenen Schutzvorgaben ist kinder- und familienpolitisch der logische nächste Schritt", betont Krüger, der mehr Lehrer und Erzieher für Schulen und Kitas fordert. Für Risikopatienten unter den Kindern, Jugendlichen und Familien brauche es alternative Konzepte, fordert die Organisation.

In die rheinland-pfälzischen Kitas gehen bislang mehr als 21 000 Kinder in die erweiterte Notbetreuung. Das sind aber nur zwölf Prozent aller Kita-Kinder im Land, von denen es rund 183 000 gibt. Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) will am Nachmittag Leitlinien vorstellen, um ab Juni wieder einen eingeschränkten Regelbetrieb in den Kindergärten zu ermöglichen. Andreas Winheller, Vorsitzender des Landeselternausschusses Kitas, sagt: „Ich kenne kaum Eltern, die mit der Situation nicht überfordert sind.“ Er fordert, dass jedem Kita-Kind ein Angebot geschaffen wird.

Der rheinland-pfälzische CDU-Oppositionsführer Christian Baldauf befürwortet, Kitas stufenweise zu öffnen. Er kritisiert die Landesregierung: „Die Eltern und Erzieher in Rheinland-Pfalz sind verunsichert. Sie wollen wissen, wie es in den Kitas weitergeht und wie sie in der kommenden Zeit entlastet werden. Wir hören, dass in einzelnen Kitas bereits Kinder nicht mehr für die Notbetreuung angenommen werden, weil es an Personal fehlt.“