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Klausen ist der bedeutendste Wallfahrtsort der Region

Architektur : Der bedeutendste Wallfahrtsort in der Region

Die Wallfahrtskirche „Maria Heimsuchung“ in Klausen ist in der Region Eifel, Mosel, Hunsrück und damit im Bistum Trier als größter Wallfahrtsort bekannt. Wir stellen das Gotteshaus in Bildern vor.

Um das Jahr 1440 war es wohl Bruder Eberhard, der zunächst ein Bildnis der Gottesmutter in einer Baumhöhle aufstellte und 1442 an dieser Stelle eine Kapelle erbaute. Von nun an kamen immer mehr Wallfahrer und besuchten das Gnadenbild. Die Menschen nannten den Ort der Verehrung „Eberhardsklause“.

Die heutige Pfarr- und Wallfahrtskirche, eine gotische Hallenkirche von einer für die hiesige Region beachtlichen Größe, geht auf die 1447/48 errichtete Kirche zurück. Sie wurde 1474 durch den Neubau des Chores wesentlich vergrößert. Diese ältere Kirche wurde später durch eine größere ersetzt. Auch die Marienkapelle wurde erweitert und als nördliches Seitenschiff in die Kirche integriert.

Der ehemalige Klausener Prior und spätere Weihbischof von Trier, Johann von Eindhoven, konsekrierte am 4. September 1502 die neue Kirche. Im 17. Jahrhundert wurde ein größeres, vierfiguriges Gnadenbild aufgestellt, das heute als das eigentliche Gnadenbild betrachtet wird.

Das Gotteshaus hat die beiden Weltkriege ohne größere Schäden überstanden. Seither wurde die Kirche mehrfach mit Restaurierungs- und Instandsetzungsarbeiten, zuletzt in den Jahren 1992 bis 1996, erhalten. Sie ist heute der bedeutendste Wallfahrtsort im Bistum Trier. In jedem Jahr kommen Scharen von Wallfahrer in das beschauliche Klausen, beten und bitten um den Segen der Gottesmutter.

  Gnadenkapelle  
  
 Die Gnadenkapelle wurde um das Jahr 1900 von Pfarrer Rahm (1896-1904) und seinem Nachfolger, Pfarrer Eckert, in ihrer Form umgestaltet. Dabei wurden Teile des ehemaligen Lettners, die den Chorraum vom Hauptschiff der Kirche abtrennen, als Abschluss der Kapelle zum Schiff verwendet. Nach Entwürfen der Trierer Architekten Schmitz und Wirts wurde der Mittelteil vom Bildhauer Hauk zum heutigen Altar umgestaltet.
Gnadenkapelle Die Gnadenkapelle wurde um das Jahr 1900 von Pfarrer Rahm (1896-1904) und seinem Nachfolger, Pfarrer Eckert, in ihrer Form umgestaltet. Dabei wurden Teile des ehemaligen Lettners, die den Chorraum vom Hauptschiff der Kirche abtrennen, als Abschluss der Kapelle zum Schiff verwendet. Nach Entwürfen der Trierer Architekten Schmitz und Wirts wurde der Mittelteil vom Bildhauer Hauk zum heutigen Altar umgestaltet. Foto: Höser Rudolf
 Chorfenster 
   
 Die Chorfenster der Wallfahrtskirche in Klausen hat 1878 der Pfarrer Fisch (1866-1896) einbauen lassen. Sechs „Schmerzen Mariens“ sind abgebildet, den siebten Schmerz stellt das Gnadenbild dar.
Chorfenster   Die Chorfenster der Wallfahrtskirche in Klausen hat 1878 der Pfarrer Fisch (1866-1896) einbauen lassen. Sechs „Schmerzen Mariens“ sind abgebildet, den siebten Schmerz stellt das Gnadenbild dar. Foto: Höser Rudolf
  Hochaltar  
  
 Der Hochaltar wurde um 1480 von Prior Johann von Eindhoven erworben und ist ein besonders kostbares, spätgotisches Stück aus der sogenannten Antwerpener Schule. Die Breite des dreiteiligen Altares beträgt 5,52 m. Die Gesamthöhe erreicht 6,20 m. Dem Altartisch vorgebaut ist ein holzgeschnitztes, vergoldetes Maßwerk. In der Mitte von einem Strahlenkranz umgeben das Herz Jesu, an den Rändern die Hände und Füße mit den Wundmalen Christi.
Hochaltar Der Hochaltar wurde um 1480 von Prior Johann von Eindhoven erworben und ist ein besonders kostbares, spätgotisches Stück aus der sogenannten Antwerpener Schule. Die Breite des dreiteiligen Altares beträgt 5,52 m. Die Gesamthöhe erreicht 6,20 m. Dem Altartisch vorgebaut ist ein holzgeschnitztes, vergoldetes Maßwerk. In der Mitte von einem Strahlenkranz umgeben das Herz Jesu, an den Rändern die Hände und Füße mit den Wundmalen Christi. Foto: Höser Rudolf
  Orgel  
  
 Im Rahmen der Säkularisation wurde die Vorgängerorgel 1804 in die Kirche St. Martin nach Metz gebracht. Die heutige Orgel wurde 2007 von Rieger Orgelbau aus Österreich auf der Empore eingebaut. Sie umfasst 39 Register mit 2700 Einzelpfeifen, drei Manuale und Pedal.
Orgel Im Rahmen der Säkularisation wurde die Vorgängerorgel 1804 in die Kirche St. Martin nach Metz gebracht. Die heutige Orgel wurde 2007 von Rieger Orgelbau aus Österreich auf der Empore eingebaut. Sie umfasst 39 Register mit 2700 Einzelpfeifen, drei Manuale und Pedal. Foto: Höser Rudolf
  Kanzel mit Beichtstuhl  
  
 Die Kanzel mit Beichtstuhl stammt vermutlich aus dem Jahr 1774. Die Rundkanzel ist lebhaft mit Weintrauben, Ähren und Blumen gestaltet. Im unteren Bereich befinden sich die vier Figuren der Evangelisten.
Kanzel mit Beichtstuhl Die Kanzel mit Beichtstuhl stammt vermutlich aus dem Jahr 1774. Die Rundkanzel ist lebhaft mit Weintrauben, Ähren und Blumen gestaltet. Im unteren Bereich befinden sich die vier Figuren der Evangelisten. Foto: Höser Rudolf
  Chorgestühl  
  
 Das zweireihige Chorgestühl hat hinten je 15 Sitze, vorne je sieben. Es wurde von Prior Gerhard von der Lippe (1485-1528) angeschafft. An den Stirnseiten befinden sich seit 2008 rechts eine Holzfigur der heiligen Katharina von Siena und links des heiligen Dominikus. Die Figuren stammen von den Dominikanerinnen aus dem Krankenhaus Dahn (Pfalz). Nach dessen Auflösung wurden sie von Pfarrer Cletus, Oberer des Klosters, nach Klausen gebracht.
Chorgestühl Das zweireihige Chorgestühl hat hinten je 15 Sitze, vorne je sieben. Es wurde von Prior Gerhard von der Lippe (1485-1528) angeschafft. An den Stirnseiten befinden sich seit 2008 rechts eine Holzfigur der heiligen Katharina von Siena und links des heiligen Dominikus. Die Figuren stammen von den Dominikanerinnen aus dem Krankenhaus Dahn (Pfalz). Nach dessen Auflösung wurden sie von Pfarrer Cletus, Oberer des Klosters, nach Klausen gebracht. Foto: Höser Rudolf
  St.-Anna-Figur  
  
 An der rechten Längswand des Mittelschiffs hängt die aus Eichenholz geschnitzte Anna-Selbdritt-Figur. Vermutlich stammt die frontal dargestellte Figur aus dem 15. Jahrhundert.
St.-Anna-Figur An der rechten Längswand des Mittelschiffs hängt die aus Eichenholz geschnitzte Anna-Selbdritt-Figur. Vermutlich stammt die frontal dargestellte Figur aus dem 15. Jahrhundert. Foto: Höser Rudolf
  Maria als Königin  
   
 Die Holzfigur stellt die Muttergottes mit Krone, Zepter und dem Kinde dar. Die um 1700 erschaffene Figur mit silberfarbenem Kleid und markant gefaltetem goldfarbenen Mantel ist links neben der Kanzel zu sehen.
Maria als Königin   Die Holzfigur stellt die Muttergottes mit Krone, Zepter und dem Kinde dar. Die um 1700 erschaffene Figur mit silberfarbenem Kleid und markant gefaltetem goldfarbenen Mantel ist links neben der Kanzel zu sehen. Foto: Höser Rudolf

Text und Fotos: Rudolf Höser