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Klimawandel: Kaum Wasser an der Mosel

Klimawandel: Kaum Wasser an der Mosel

Der weltweite Klimawandel, mit dem sich ab heute die Welt-Klimakonferenz in Kopenhagen befasst, wird auch erhebliche Auswirkungen für die Region haben. Experten prognostizieren wesentlich mehr Regen im Winter und zunehmenden Hitzestress durch steigende Temperaturen.

(DiL) Fachleute wie der Trierer Klimatologie-Professor Günter Heinemann sind sicher: Gerade die Weinbau-, Forst- und Landwirtschaftsregion Trier wird sich auf erhebliche Veränderungen einstellen müssen. Die Mosel-Schifffahrt werde "tendenziell im Sommer mit Niedrigpegeln und im Winter und Frühjahr mit Hochwässern rechnen müssen". In diesem Jahr sei unter dem Titel "Kliwas" ein großes Forschungsprojekt zu diesem Thema gestartet.

Für die Bürger dürften sich vor allem die steigenden Temperaturen im Sommer bemerkbar machen. Zwar könnten Weinbau und Tourismus von mehr Wärme sogar zumindest zeitweise profitieren, vermutet der Trierer Klima-Experte, aber für die hier lebenden Menschen werde der "Hitzestress zunehmen". Gute Winter für Skigebiete wie Erbeskopf oder Schwarzer Mann dürften eine Rarität werden.

Das wissenschaftliche Simulationsmodell "Wettreg", das klimatische Zukunftsprognosen für Regionen entwickelt, kommt auf alarmierende Daten. Danach könnten die Winter-Regenmengen im Hunsrück um bis zu 80 Prozent, in der Eifel um 50 Prozent zunehmen. Das sei "ganz sicher keine Kaffeesatzleserei", sagt Heinemann, weist aber auch darauf hin, dass regionale Klima-Prognosen "deutlich mehr Unsicherheiten aufweisen als globale Simulationen".

Dennoch will man in der Region die Entwicklung nicht widerstandslos hinnehmen. Am 1.Januar soll eine von der EU mit einer Viertelmillion Euro unterstützte "Energie-Agentur" ihre Arbeit aufnehmen, an der sich die Stadt Trier, die umliegenden Landkreise, Kammern, Banken und Energieversorgungsunternehmen beteiligen. Vier Mitarbeiter sollen Kommunen, private Bauherren oder Architekten mit umfassenden Informationen zum Energiesparen versorgen.

In Trier hat die "Lokale Agenda" das erste Bürger-Solarkraftwerk in Betrieb genommen, an dem sich Menschen beteiligen können, die selbst keine Möglichkeit haben, Solarenergie zu produzieren. Auf Ebene der Großregion startet ein Projekt "Energiebewusste Schule", das über die Schüler auch Eltern zum Energiesparen mobilisieren will. "Wir wollen Klimaschutz-Region werden", umreißt Charlotte Kleinwächter von der Lokalen Agenda das Ziel.