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Kommentar zur Bistumsreform: Hoch gepokert, tief gefallen

Kommentar zur Bistumsreform : Hoch gepokert, tief gefallen

Es war kein beneidenswerter Job, den Bischof Stephan Ackermann und seine rechte Hand von Plettenberg  hatten: Da verkündeten die zwei mächtigsten Männer im Bistum die Neuauflage einer Reform, die allenfalls noch ein Reförmchen ist – vielleicht sogar das nicht einmal mehr.

Denn von zwei der Trierer „big points“ – Großpfarreien und kollegiale Leitung – ist nach der von Rom befohlenen Überarbeitung nicht mehr übriggeblieben als die Erinnerung. Und ein Kopfschütteln darüber, wie blauäugig und unprofessionell die Bistumsspitze ein an sich löbliches Reformprojekt angegangen ist.

Wer mit einer Bistumssynode bei den Gläubigen Hoffnungen schürt und Erwartungen weckt, wie dies Ackermann getan hat, muss sich hinterher am Ergebnis messen lassen. Spätestens jetzt ist klar: Es fällt mehr als dürftig aus. Das ist auch die Schuld der stockkonservativen Römer, aber eben nicht nur. Hätte der Trierer Bischof mit Augenmaß und Rückversicherung gehandelt statt mit dem Kopf gegen die Wand zu rennen, wäre ihm der gestrige bemitleidenswürdige Auftritt erspart geblieben.

Foto: TV/Schramm, Johannes

r.seydewitz.@volksfreund.de