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Konz hat gewählt: CDU-Kandidat Karl-Heinz Frieden gewinnt

Ein klares Ergebnis: Karl-Heinz Frieden wird neuer Bürgermeister von Stadt und VG Konz. Der CDU-Politiker erhielt bei beiden Wahlen gestern 57 Prozent der Stimmen und setzte sich damit bereits im ersten Wahlgang gegen Konkurrenten von SPD, Grünen und FWG durch.

(api) Sonntagabend, 19 Uhr: Die Luft steht im Treppenhaus des Konzer Rathauses. Hier und da laufen Schweißperlen von den Stirnen der zahlreichen Partei- und Politikfreunde, die sich dort versammelt haben, um die Ergebnisse der Bürgermeisterwahlen in der Stadt und Verbandsgemeinde Konz zeitnah zu verfolgen. Die Verwaltung hatte einen Beamer und eine Leinwand aufgebaut, um den Interessierten einen komfortablen Blick auf die nacheinander einlaufenden Ergebnisse aus den Ortschaften zu bieten.

Sieben Minuten später: Lauter Applaus brandet auf. Der Grund: CDU-Kandidat Karl-Heinz Frieden betritt zusammen mit seiner Gattin die Szenerie. Kaum nähert er sich dem Getümmel, schon erntet er die ersten Schulterklopfer und Gratulationen. Das Ergebnis aus beiden Wahlen ist mehr als deutlich: Rund 57 Prozent der gültigen Stimmen gehen auf das Konto des 50-Jährigen.

„Ein so deutliches Ergebnis habe ich mir zwar gewünscht, aber nicht erwartet“, sagt Frieden, kurz nachdem er das Zahlendiagramm überflogen hat. Sein ganz besonderer Stolz: In allen Gemeinden hat er mehr als 50 Prozent der Stimmen auf sich vereinen können - abgesehen von Konz-Könen, dem Wohnort des FWG-Kandidaten Detlef Müller-Greis, und der SPD-treuen Gemeinde Temmels. Allein der Prozentsatz der Wahlbeteiligung mit jeweils knapp 40 Prozent hätte nach seinem Geschmack etwas höher ausfallen können.

CDU-Freund und Amtsinhaber, Bürgermeister Winfried Manns (CDU), zeigt sich bereits Minuten vor dem vorläufigen Endergebnis siegessicher. „Sehr gut, sehr gut“, sagt er und läuft durch die Reihen der Beobachter. „Das deutliche Ergebnis ist eine Bestätigung für einen guten Wahlkampf und ein Ausdruck für die Kontinuität der Arbeit der CDU.“ Er sei froh, seine Ämter an Frieden abgeben zu können. So sei er gewiss, dass die Dinge, die ihm wichtig sind, auch weitergeführt würden. Besonders beeindruckend fand Manns zudem die Fairness, mit der die Kandidaten miteinander umgegangen sind. Diesen Punkt betont Frieden auch, als er die Gratulation von seiner Konkurrentin Begoña Hermann entgegennimmt. „Es war ein guter Wahlkampf, bei dem keiner verletzt wurde“, resümiert der CDU-Kandidat.

Relativ wenig Worte findet die SPD-Frau auf die Frage, was sie zum Wahlausgang sage: rund 25 Prozent in beiden Wahlgängen. „Wir haben uns was anderes vorgestellt“, sagt Hermann und macht dabei einen sehr bedrückten Eindruck. Sie findet es bedauerlich, dass die Menschen ihre Angebote zu Offenheit und Kooperation nicht wie erwünscht angenommen haben. Nun gratuliere sie Frieden zu seinem Sieg.

Mit knapp zwölf Prozent der Stimmen in der Verbandsgemeinde und fast 17 Prozent in der Stadt hat Detlef Müller-Greis von der Freien Wählergemeinschaft abgeschnitten. „Zufrieden sein kann ich damit nicht“, lautet seine spontane Reaktion auf die TV-Anfrage. Das erste Ziel sei gewesen, die absolute CDU-Mehrheit zu verhindern und eine Stichwahl zu erzwingen. „Außerdem habe ich mir gewünscht, vor der SPD zu landen.“ Doch die Pläne sind nicht aufgegangen. „Wir müssen nun schauen, woran es gelegen hat“, sagt Müller-Greis.

„Oh“ und ein etwas enttäuschter Blick sind die erste Reaktion von Sabina Quijano, als sie den Ausgang des Wahlabends erfährt. Sie ist für die Grünen ausschließlich bei der Wahl in der Verbandsgemeinde angetreten und hat dort 6,19 Prozent der gültigen Stimmen sammeln können. „Ich hätte mit einem ähnlichen Ergebnis wie bei der Kommunalwahl 2004, also mit rund acht Prozent, gerechnet.“ Doch das schlechte Abschneiden ist für die 45-Jährige kein Grund zum Aufgeben. „Ich werde wieder kandidieren, ist nur die Frage wo.“

Ob die Frieden-Konkurrenten nun bei der Kommunalwahl 2009 im Kampf um den Bürgermeisterposten in der Stadt antreten werden, darauf wollen sich am Sonntagabend weder Begoña Hermann noch Detlef Müller-Greis festlegen.

Reaktionen der einzelnen Konzer Fraktionen auf das Wahlergebnis:

„Klar hatte Karl-Heinz Frieden einen Amtsbonus“, gibt Wolfgang Zschauer, CDU-Chef im Stadtrat, zu. „Aber dazu kommt definitiv sein Kompetenz-Bonus.“ Trotzdem: Mit dem eindeutigen Ergebnis (siehe Seite 7) hatte selbst die CDU nicht gerechnet: „Diese Größenordnung habe ich nicht erwartet“, sagt Friedhelm Schücker, CDU-Fraktionsvorsitzender im VG-Rat.

Des einen Freud, des anderen Leid: „Ich bin tief enttäuscht“, sagt Lothar Rommelfanger, SPD-Chef im VG-Rat. „Auch über die geringe Wahlbeteiligung, offenbar ist insbesondere die Jugend wenig wählen gegangen, was hat uns mehr geschadet hat als der CDU.“ Auch Alfons Maximini, SPD-Chef im Stadtrat, hatte fest mit einer Stichwahl gerechnet. „Wir hatten eine sehr gute Kandidatin - aber über die SPD gibt es zurzeit landes- und bundesweit viele negative Schlagzeilen, das hat es uns schwer gemacht.“

Franz Görtz, Vorsitzender der Liberalen im VG-Rat, freut sich dagegen, dass es keine Stichwahl gibt. Die FDP hatte keinen Kandidaten ins Rennen geschickt. „Jetzt wird es spannend, wer neuer VG-Beigeordneter wird. Da haben wir keiner Partei eine Zusage gemacht und Mehrheiten gibt es nicht - wir sind das Zünglein an der Waage.“ Claus Piedmont, FDP-Chef im Stadtrat, freut sich, dass VG und Stadt in einer Hand bleiben. „Das ist enorm wichtig, deswegen kann ich heute Abend beruhigt ins Bett gehen.“

Die Freie Wählergemeinschaft hatte sich dagegen deutlich mehr erhofft: „Unser Ziel war die Stichwahl“, gibt Hermann-Josef Momper, FWG-Chef im Stadtrat, zu. „Aber wichtig war, dass wir Eigenständigkeit und Präsenz bewiesen haben“, ergänzt Maria Schmitz, FWG-Vorsitzende im VG-Rat. „Damit haben wir gezeigt, dass wir kein Anhängsel der CDU sind!“ Auch bei den Grünen blieben die Erwartungen unerfüllt: „Wir hatten schon auf acht Prozent gehofft“, sagt VG-Fraktionssprecher Klaus Rohles. „Ich nehme an, viele potenzielle Grünen-Wähler wollten mit ihrer Stimme lieber einen der aussichtsreicheren Kandidaten unterstützen“, überlegt Wolfgang Hertel, Grünen-Vorsitzender im Stadtrat. Mit dem Ergebnis ist er trotzdem zufrieden: „Herr Frieden scheint durchaus gesprächsbereiter zu sein als der bisherige Amtsinhaber.“

EXTRA:

Der Arbeitsplan steht schon
(api) Es sind noch knapp vier Monate, bis Amtsinhaber Winfried Manns (CDU) seinen neuen Posten als Verbandsdirektor beim rheinland-pfälzischen Gemeinde- und Städtebund in Mainz antritt und seinen Sessel in Konz räumt. Was Frieden danach als erstes in seiner neuen Funktion angeht, ist heute schon klar: „Da hätten wir als erstes das Thema Schwimmbad, das keinen Aufschub mehr duldet“, sagt er. Und eine weitere Baustelle seien die Betreuungsplätze in den Kindergärten und der Ausbau des Ganztagsangebotes an den Schulen in der Stadt und Verbandsgemeinde Konz. Da könne er vor allem seine Erfahrung als VG-Beigeordneter einbringen.

FOTO: Hans Krämer