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10 000 Kilometer auf dem Fahrrad unterwegs

10 000 Kilometer auf dem Fahrrad unterwegs

Pascal Zimmer ist zurück - nach 10 000 Kilometern auf dem Fahrrad von den USA nach Kolumbien. Nach drei Jahren Vorbereitung hat der Magister der Geografie und Politikwissenschaft eine einzigartige Reise von Nord- nach Südamerika glücklich beendet.

Konz-Könen. 29 Jahre, trotz kräftiger Muskeln eher schmächtig, freundlich unauffällig - das ist Pascal Zimmer aus Konz-Könen. Nach dem Abschluss seines Studiums der Geografie und der Politikwissenschaften hat sich Zimmer mit einer ganz besonderen Reise einen Traum erfüllt. Allein fuhr er mit dem Fahrrad von San Francisco in Kalifornien bis nach Bogotà in Kolumbien."Insgesamt war ich mehr als 400 Tage unterwegs und bin rund 10 000 Kilometer aus eigener Muskelkraft durch neun verschiedene Länder gefahren", berichtet der junge Mann. Ihn reizte das Abenteuer. "Und Fahrrad bin ich schon immer gern gefahren", sagt Zimmer.Menschen ganz nah

In seiner Studentenstadt Freiburg ist das Fahrrad das Verkehrsmittel Nummer eins, da war er allein schon deshalb gut "im Training". "Zur Vorbereitung habe ich 2007 eine Alpenüberquerung gemacht. 2008 ging es von Freiburg nach Amsterdam und 2009 wieder von Freiburg aus nach Chamonix am Fuß des Mont Blanc", berichtet Pascal Zimmer über seine "Testfahrten".Am 2. Februar 2010 saß Zimmer im Flugzeug nach San Francisco. "Das Fahrrad ging für 60 Euro mit. Ich musste es allerdings in San Francisco erst wieder zusammenbauen", erzählt der sympathische Ausdauersportler. Nach etwas "Einradeln" und der ausgiebigen Besichtigung von San Francisco fuhr Zimmer dann die berühmte Route 1 an der Westküste der USA nach Süden - über Los Angeles und San Diego nach Mexiko. "Am Grenzübergang haben mich die Zöllner etwas belächelt, als ich ihnen erklärte, was vor mir liegt", grinst Zimmer. Allein sechs Monate hielt er sich in Mexiko auf. "Überall in Mittelamerika sind die Menschen unwahrscheinlich gastfreundlich, nett und hilfsbereit", schwärmt Zimmer von seinen durchweg positiven Erfahrrungen.Nach der Durchquerung von Guatemala, El Salvador, Honduras und Nicaragua kam Zimmer, der unterwegs nur ein rundes Dutzend "Platten" an seinem Fahrrad zu reparieren hatte, im touristisch sehr reizvollen Costa Rica an. "Sehr viele Naturparks, unberührter Dschungel - das war schon toll", erzählt Zimmer mit leuchtenden Augen.Von dort ging es nach Panama zum berühmten Kanal, der den Atlantik und den Pazifik verbindet. "Von hier aus musste ich mit dem Schiff weiter nach Kolumbien, weil es keine Straße durch den Dschungel nach Süden gibt", berichtet Zimmer.In Kolumbien kam der mittlerweile perfekt Spanisch sprechende Weltenbummler - "mittelamerikanisches Spanisch", schränkt Zimmer lachend ein - am 19. Dezember an. "Weihnachten habe ich unter Palmen in der Karibik gefeiert", sagt Zimmer. Zu seinen Eltern in Könen, die ihren Sohn natürlich sehr vermissten, hielt er unterwegs Kontakt per Internet. "Mittlerweile findet man auch in ärmeren Gegenden überall Internetcafés", hat der Radsportler beobachtet. Ein Handy hatte Zimmer "aus Prinzip" nicht mit dabei.Zimmers Ausrüstung wog nur 25 bis 30 Kilogramm. "Ein gutes Zelt, ein Schlafsack, Camping-Geschirr, ein Kompass, Landkarten, ein paar Klamotten zum Wechseln und Regenzeug - das war es auch schon", zählt Zimmer auf. Für das Fahrrad hatte er Standard-Werkzeug, Flickzeug und eine Luftpumpe eingepackt. "Das Rad hat super gehalten, ich brauchte nur ein paar neue Ketten", war Zimmer mit seinem "Drahtesel" zufrieden.Das 13 Monate währende Reiseabenteuer kostete Zimmer lediglich 6000 Euro. "Ich habe vielleicht 40- bis 50-mal für Übernachtungen bezahlt, ansonsten habe ich ,Couch-Surfing\' gemacht oder gezeltet", erklärt Zimmer, wie er mit wenig Geld ausgekommen ist. "Und in Kolumbien, der letzten Station auf meiner Reise, habe ich noch ein paar Wochen gearbeitet."Am 11. März kehrte Zimmer zurück nach Deutschland. "Die Volkshochschule Konz organisiert jetzt einen Bilder-Vortrag", sagt Zimmer. Am 26. August und am 30. September wird er dann eine Auswahl aus seinen über 3000 Fotos zeigen und über seine Erlebnisse im Detail berichten.