120 Bürger aus Greimerath demonstrieren gegen Windpark

120 Bürger aus Greimerath demonstrieren gegen Windpark

Trotz einer Protestaktion von 120 Einwohnern aus Greimerath (Kreis Trier-Saarburg) hält die saarländische Gemeinde Losheim an einem Windpark auf dem Judenkopf fest. Mit einer Gegenstimme beschloss der Losheimer Rat die für das Projekt nötige Änderung des Flächennutzungsplans.

Auf der saarländischen Seite des Grenzkamms will eine Investorengemeinschaft fünf Räder mit einer Gesamthöhe von jeweils rund 200 Metern errichten. Im Vorfeld der Ratssitzung waren die Bewohner des rheinland-pfälzischen Nachbarorts Greimerath mit Plakaten und Transparenten durch Losheim gezogen. Sie lehnen die geplanten Windräder auf dem Judenkopf ab, die sich im direkten Blickfeld von Greimerath in einer Entfernung von circa 1800 Metern drehen würden. "Man wird die Räder immer sehen, und nachts wird man ständig Lichter vor Augen haben. Letzten Endes wird die Lebensqualität der Greimerather dramatisch abnehmen", sagte Bernhard Schmitt, Sprecher der Bürgerinitiative, der im Losheimer Rat Rederecht erhielt. Die Demonstranten verfolgten als Zuhörer die Sitzung, in der sich mit Ausnahme der FDP-Politikerin Marion Etringer alle Losheimer Fraktionen für die Verwirklichung des Windparks aussprachen. "Wir haben bei diesem Projekt nichts im Schnellschuss gemacht, sondern es wurde alles intensiv und gründlich geprüft", sagte der Losheimer Bürgermeister Lothar Christ. Die Greimerather Bürgerinitiative, die Ortsgemeinde und die Verbandsgemeinde Kell am See wollen trotz der Entscheidung des Losheimer Rats weiter gegen den Windpark am Judenkopf kämpfen. So sieht der Keller VG-Bürgermeister Werner Angsten bei den vorgelegten Fachgutachten "erhebliche Mängel, die auch justiziabel sind". In der nun folgenden Phase, in der der Bau jedes einzelnen Rads genehmigt werden muss, "werden wir nicht einfach zuschauen", so Angsten. Bereits in der nächsten Woche sollen am Judenkopf Rodungsarbeiten beginnen. Nach Aussage von Schmitt prüft die BI, ob sie eine einstweilige Verfügung vor Gericht erwirken will, um diese Rodungen zu verhindern.

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