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15 Millionen Euro und drei besondere Schüler: Umfangreiche Bauarbeiten an der Hermeskeiler IGS beendet

15 Millionen Euro und drei besondere Schüler: Umfangreiche Bauarbeiten an der Hermeskeiler IGS beendet

Baulich ist die Mammutaufgabe an der Integrierten Gesamtschule (IGS) Hermeskeil bewältigt. Die 15 Millionen Euro teuren Umbau- und Sanierungsarbeiten sind dort abgeschlossen. Pädagogisch wartet aber schon die nächste große Herausforderung. Denn ab nächster Woche nimmt die IGS drei Inklusionskinder auf. Auch in die Ausstattung der Berufsschule hat der Kreis pünktlich zum Start ins neue Schuljahr investiert.

Hermeskeil. Alle Jahre wieder gehen die Verantwortlichen des Kreises Trier-Saarburg kurz vor Ende der Sommerferien auf Tour. Sie schauen sich Schulen an, deren Träger der Kreis ist und an denen Bauarbeiten laufen, in größerem Maße in die Ausstattung investiert wird oder andere wichtige Weichenstellungen anstehen. Drei Etappen standen gestern bei der Schulrundreise 2014 an. Dabei steuerten Landrat Günter Schartz (CDU) und seine Mitarbeiter neben dem Schulzentrum Schweich gleich zwei Ziele in Hermeskeil an. Das eine war die Berufsbildende Schule (BBS), das andere die IGS. In der BBS stand die 57 000-Euro-Anschaffung von zwei neuen Maschinen für die Metallwerkstatt im Vordergrund. (siehe Extra).Sporthallen-Modernisierung offen


Um größere Hausnummern ging es in der Hermeskeiler IGS. Der Alltag dort wurde seit 2009, als an der Schule das PCB-Schadstoffproblem entdeckt wurde, durch permanente Bauarbeiten geprägt. "Die Schule wurde im Grunde bei laufendem Betrieb in den Rohbauzustand versetzt und bis aufs Grundmauerwerk neu gemacht", betonte Schartz. Bei der Sanierung wurden alle kontaminierten Bauteile wie Decken, Fugen, Wandverkleidungen und Isolierungen ausgetauscht und entsorgt. Hinzu kam, dass aus der früheren Haupt- und Realschule eine IGS wurde. Dafür waren neue Unterrichtsräume nötig. So entstanden ein Fachklassentrakt für den naturwissenschaftlichen Unterricht, Musikräume, Computerlabore sowie eine Mensa. Auch brandschutztechnisch wurde alles auf den neuesten Stand gebracht. Insgesamt haben Umbau und Sanierung der IGS 15 Millionen Euro gekostet. Dabei hat der Kreis den Löwenanteil der Investition geschultert. Das Land steuerte 3,8 Millionen Euro an Zuschüssen bei.
Inzwischen sind diese Arbeiten abgeschlossen. Im kommenden Schuljahr wird die IGS keine Baustelle mehr sein. Noch offen ist lediglich die Modernisierung der Sporthalle - der alten Hochwaldhalle - und des unteren Schulhofs. "Wir haben sozusagen einen Doppel-Diskuswurf hinter uns", sagt Schulleiterin Christa Breidert. Zum einen mussten baulich das PCB-Problem und inhaltlich die mit der Einführung der Schulform IGS verbundenen Neuerungen bewältigt werden.Eine neue Herausforderung


Schon ab nächste Woche kommt eine neue Herausforderung hinzu. Wie im TV bereits berichtet, hat das Land die Hermeskeiler IGS als Schwerpunktschule für Inklusion ausgewiesen. Ab 8. September werden drei Kinder, die nicht körperlich behindert, aber beim Lernen beeinträchtigt sind, an der Schule unterrichtet. Dafür werden zwei Sonderpädagoginnen mit jeweils einer halben Stelle von der Reinsfelder Martinus-Förderschule zur IGS abgeordnet. Zwischen Kreis und Land hatte es im Vorfeld viele Diskussionen um die Ausweisung der IGS als Schwerpunktschule gegeben (der TV berichtete). Schartz stellte klar, dass der Kreis dem zugestimmt habe, "obwohl wir vor eine Aufgabe gestellt werden, deren finanzielle Auswirkungen für uns nicht geklärt sind". So sei noch gar nicht abschätzbar, wie hoch in Zukunft der Aufwand ist, wenn für die Inklusionskinder auch noch Integrationshelfer eingestellt und bezahlt werden müssen. Das Land stellt dem Kreis pro Jahr für die Inklusion 250 000 Euro zusätzlich zur Verfügung. Ob das ausreicht, ist aber offen.Extra

Die Berufsbildende Geschwister-Scholl-Schule (BBS) Hermeskeil ist eine Außenstelle der Saarburger BBS. 170 Jugendliche werden in Hermeskeil zurzeit unterrichtet. An der BBS sind alle Abschlüsse von der Berufsreife über Realschulabschluss bis hin zu Fachhochschulreife möglich. "In unserem Schulentwicklungskonzept spielen die BBS eine große Rolle. Leider ist es aber so, dass die bildungspolitischen Grundsätze in eine andere Richtung gelenkt werden und die Berufsschulen nicht mehr die Lobby haben, die ihnen eigentlich zusteht", sagt Landrat Schartz. Gerade wegen des Fachkräftemangels und Firmen, die über fehlenden Nachwuchs klagen, sei die Arbeit an den BBS aber sehr wichtig. Um die Schule attraktiver zu machen und ihre Ausstattung zu verbessern, hat der Kreis 57 000 Euro in den Kauf von zwei neuen Maschinen investiert. Die Dreh- und die Fräsmaschine haben ihren Platz in der Metallwerkstatt gefunden. So ist Unterricht auf einem moderneren technischen Stand möglich. "Das wird für unsere Schüler einen Motivationsschub bedeuten", sagt Außenstellen-Leiter Heinz Oberbillig. Die BBS pflegt enge Kontakte zu den Betrieben im Hochwald und lädt am Freitag, 26. September, zu einer Bildungsmesse ein. ax