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15.000 Besucher strömen zur Hermeskeiler Gewerbeschau (Fotos/Video)

15.000 Besucher strömen zur Hermeskeiler Gewerbeschau (Fotos/Video)

Die Erwartungen des Veranstalters sind weit übertroffen worden: 15.000 Besucher haben sich am Wochenende laut Veranstalter auf der Hermeskeiler Gewerbeschau umgesehen. Das neue Konzept ging offenbar auf.

Marco Zender dürfte einen besonders guten Überblick über das Gelände der Hermeskeiler Gewerbeschau gehabt haben. Gemeinsam mit Wehrleiter Daniel Bredel lässt er sich am Sonntagmittag im Korb des neues Drehleiterwagens der Hermeskeiler Feuerwehr (siehe Info) in 30 Meter Höhe hinauffahren.

"Das hat schon gekitzelt im Bauch", gesteht der Schillinger, als er wieder festen Boden unter den Füßen hat. Mit seiner Frau und seinen Töchtern ist er zur Leistungsschau Howa rund um die Hochwaldhalle gekommen: "Ich interessiere mich für Elektroautos. Im Programm ist aber für jeden was dabei - auch für die Kinder."

Mehr als 80 Aussteller aus dem Hochwald, der Region Trier und dem Saarland haben sich zwei Tage lang auf der Messe präsentiert. Der Hochwald Gewerbe Verband (HGV) aus Hermeskeil hat bei der 14. Auflage der Howa erstmals die Organisation selbst übernommen - und kräftig an Konzept und Begleitprogramm gefeilt.

Die neue Showbühne zwischen beiden Ausstellungshallen bot Konzerte, Gesprächsrunden und andere kreative Unterhaltung. Ein geschmackvoller Höhepunkt am Samstag war die Live-Kochshow der Regionalinitiative Ebbes von Hei. Dort demonstrierten die Bürgermeister von Stadt und Verbandsgemeinde Hermeskeil, Mathias Queck und Michael Hülpes, ganz praktisch ihre Unterstützung für die Schau. In Schürzen gekleidet bereiteten sie mit Koch Michael Krämer aus Kell Lachsforelle und Rindsrouladen aus der Saar-Hunsrück-Region für das Publikum zu.

Viel auszutesten gab es auch an den Ständen - vom Saft aus Äpfeln und Karotten bis zum Bau von Insektenhotels. Auf dem Außengelände starteten geführte Radtouren, zeigten Feuerwehr und Technisches Hilfswerk ihre Geräte und Aussteller ihre schweren Maschinen. Dietmar Schier aus Landscheid (Eifel) schnitzte mit der Motorsäge Eulen aus Baumstämmen.

Die Messe solle nicht nur eine Plattform für die Betriebe sein, sondern "Schaufenster für alles, was der Hochwald zu bieten hat" - so hatte es der HGV angekündigt. "Es geht um die Menschen und die Region", betonte HGV-Vorstand Christian Kruchten bei einer Talkrunde, in der Hermeskeiler Unternehmer und Vertreter von Gewerkschaft,

Einzelhandel und Handwerk über Fachkräftemangel, Digitalisierung und Ausbildung im Hochwald diskutierten. Auch die Vereine der Region durften sich präsentieren. Das Hermeskeiler Feuerwehrmuseum zeigte alte Löschfahrzeuge, das Deutsche Rote Kreuz bot eine Auffrischung in Erster Hilfe an. Auch der Naturpark Saar-Hunsrück und der Nationalpark
Hunsrück-Hochwald stellten sich vor.

Bei den Ausstellern kommt das neue Konzept gut an. Sie geben am Sonntagnachmittag erste positive Rückmeldungen. "Es ist viel Betrieb. Und wir sind positiv überrascht vom guten Klima, auch unter den Ausstellern", sagen Silvia und Martin Dupont vom Hermeskeiler Feinkostgeschäft LebensArt. Der Umsatz sei für sie zweitrangig: "Wichtiger ist, dass wir uns hier zeigen, weil unser Laden etwas abseits der Innenstadt liegt." Und Silvia Dupont ergänzt: "Es macht auch einfach Spaß."

Das Hermeskeiler Bauunternehmen Alois Müller hat an seinem Stand einen kleinen Bagger aufgestellt. Drei Jungs testen gerade, wie schnell sie einen am Bagger angehängten Eisenstab in einem schmalen Rohr versenken können. Natürlich verkaufe man auf einer Messe nicht gleich ein Haus, sagt Mitarbeiter Jonas Müller: "Aber wir zeigen, dass wir in Hermeskeil dazugehören." Besucher Hans Engel aus Neuhütten lobt "die große Auswahl an Firmen. Weil ich früher auf dem Bau geschafft habe, schau ich mir gern die Handwerksbetriebe an."

Der Gewerbeverband ist kurz vor Messeschluss mehr als zufrieden. "Wir waren selbst überrascht, dass wir auf so viele Aussteller gekommen sind", sagt Marketingassistentin Stefanie Schömer. So viele seien seit 20 Jahren nicht mehr dabei gewesen. "Dadurch gab es auch diese tolle Vielfalt an Branchen." Die anvisierten 10.000 Besucher, schätzt Vorstand Christian Kruchten, habe man trotz einiger verkaufsoffener Sonntage in der Umgebung "übertroffen. Ich behaupte, es waren rund 15.000 hier." Viele Betriebe hätten schon angekündigt, in drei Jahren wieder dabei sein zu wollen. Das neue Konzept - "Gewerbeshow statt nur Gewerbeschau", sagt Kruchten, habe sich auf jeden Fall bewährt.ZWEI NEUE FAHRZEUGE FÜR HERMESKEILER HELFER

Im Rahmen der Gewerbeschau wurden am Samstag jeweils ein neues Einsatzfahrzeuge für die Hermeskeiler Feuerwehr und für den Hermeskeiler Ortsverbands des Technischen Hilfswerks (THW) eingesegnet und in Dienst gestellt. An der Zeremonie nahmen auch Vertreter von Lokal-, Landes- und Bundespolitik teil. Der neue Drehleiter-Wagen der Feuerwehr hat rund 640.000 Euro gekostet. Zuschüsse kamen vom Land und vom Kreis Trier-Saarburg. Etwa 50.000 Euro hat der LKW samt Anhänger für die THW-Einheit Elektroversorgung gekostet. Verbandsbürgermeister Michael Hülpes dankte den Mitgliedern beider Vereine für "ihren ehrenvollen Dienst, den sie für die Mitbürger ausüben." Die Politik habe "Pflicht, auch für eine gute Ausrüstung zu sorgen".