1600 Besucher erleben neue Facetten des Waldes

Trassem · Das Internationale Jahr des Waldes der Vereinten Nationen ist rund um die Waldlehrhütte in Trassem nicht nur ein hohler Begriff geblieben. Wie sehr der Mensch vom Wald und seinen Wirkungen abhängt, wurde auf einem Parcours mit zwölf Stationen deutlich. Zwischen Holzernte und Musik wurde viel geboten.

Trassem. "Jetzt kann ich erst verstehen, was im und mit dem Wald passiert", freut sich Jürgen Loosen (54) aus Konz. Er war mit seiner ganzen Familie zum Walderlebnistag nach Trassem gekommen. Eine Woche lang gab es aus Anlass des Internationalen Jahrs des Waldes der Vereinten Nationen Veranstaltungen des Forstamtes Saarburg, die insgesamt 1600 Besucher nach Trassem lockten.
Reiches Waldkulturerbe


Beim Walderlebnistag am Sonntag wurde rund 1000 Besuchern auf einem Parcours mit zwölf Stationen klar, wie sehr der Wald in das Leben der Menschen eingreift. "Wir wollen zeigen, dass der Wald viel mit unserem Leben zu tun hat", erklärt der Sprecher des Forstamtes, Helmut Steuer. Von Papier über Holzspielzeug bis zum Konzertflügel, der auf der Waldbühne auch zu hören war, geht nichts ohne Holz. Sogar im Schokoriegel ist Holz vorhanden, staunten die Besucher. Der Wald reguliert den Wasserhaushalt und das Klima. Er wächst auf den 22 000 Hektar des Forstamtes Saarburg um 0,4 Festmeter pro Minute nach.
"Jeder Mensch soll an das reiche Waldkulturerbe erinnert werden, das wir besitzen", unterstrich Forstamtsleiter Helmut Lieser in seiner Begrüßung. In unserer Heimat handele es sich um pfleglich behandelte Wirtschaftswälder, die reiche Lebensräume für viele Pflanzen- und Tierarten und Erholung für den Menschen bieten. Kritische Worte findet Lieser für die Personalpolitik des Landes: "Seit mehr als 15 Jahren werden aus Kostengründen nahezu keine jungen, gut ausgebildeten Forstleute mehr eingestellt." Hier bestehe dringender Handlungsbedarf.
Beispiel für Nachhaltigkeit


"Der Wald ist das beste Beispiel für Nachhaltigkeit", lobt der Schirmherr, Landrat Günther Schartz und der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Saarburg, Leo Lauer, sieht in der Umweltbildung bereits im Kindesalter eine hohe Bedeutung. 50 Forstleute halfen den Besuchern dabei, den Wald neu zu verstehen. 200 Helfer sorgten für die Versorgung mit Speis und Trank, sowie den reibungslosen Ablauf.
Neben Wanderern und Reitern kann der Besucher im Trassemer Forst jetzt auch Mountainbikern, sogenannten "Freeridern" begegnen, die auf einer 800 Meter langen, kurvenreichen Strecke mit 150 Höhenmetern einem nicht ganz ungefährlichen Sport nachgehen. "Diese Strecke ist für Anfänger und Fortgeschrittene geeignet", sagt Radsportler Andreas Stemper (19) aus Fusenig, der an der Anlage mitgebaut hat.
Begegnungen der verschiedenen Nutzer im Wald führen schon mal zu Stress und Ärger. "Die verschiedenen Gruppen sollten mehr miteinander reden, um sich gegenseitig besser verstehen zu lernen", lautet der Rat von Forstsprecher Steuer.
Auf einem großen Schild stand zu lesen: Ohne den Baum wäre Amerika nicht entdeckt worden. Wie hätte sich die Menschheit wohl entwickelt, wenn Holz nicht schwimmen würde?
Der Zuständigkeitsbereich des Forstamtes Saarburg erstreckt sich über die Verbandsgemeinden Kell, Konz und Saarburg. 22 000 Hektar Wald werden von dieser Forstbehörde betreut, unterteilt in zehn Forstreviere und zwei Privatwaldreviere. Für rund 70 Forstbetriebe werden die jährlichen Wirtschaftspläne erstellt und vollzogen. Auf 57 Prozent der Waldbodenfläche steht Laubholz, auf 43 Prozent Nadelholz. Rund 100 000 Festmeter werden pro Jahr geerntet. doth/ Quelle: www.wald-rlp.de.

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