1. Region
  2. Konz, Saarburg & Hochwald

174 Konten in Wittlich ausgespäht

174 Konten in Wittlich ausgespäht

Unbekannte haben am Wochenende vom 6. bis 8. März Kontodaten von 174 Bankkunden in Wittlich ausgespäht. Anschließend wurde im Großraum London Geld abgebucht. Der Schaden beläuft sich laut Kriminalpolizei auf 175 000 Euro.

 Auch mit einem solchen an den Kartenschlitz gebauten Vorsatz können die Daten der EC-Karte ausgespäht werden.TV-Foto: Klaus Kimmling
Auch mit einem solchen an den Kartenschlitz gebauten Vorsatz können die Daten der EC-Karte ausgespäht werden.TV-Foto: Klaus Kimmling

Wittlich. Da stimmt doch was mit dem Konto nicht: Das ist einer Kundin der Deutschen Bank am Montag vor einer Woche aufgefallen. Sie meldete sich bei ihrem Geldinstitut und erstattete Anzeige bei der Kriminalpolizei Wittlich. Wie die Kripo eine Woche später mitteilt, war die Dame eine von 174 Geschädigten. Sie alle hatten am Wochenende 6. bis 8. März einen Geldautomaten der Deutschen Bank in Wittlich genutzt.

Er war manipuliert: Unbekannte hatten in der Nacht zum Samstag, 6. März, ein Vorsatzgerät an dem Kartenleser des Automaten angebracht. Außerdem installierten sie eine Mini-Videokamera. So konnten die Täter die Daten der Magnetstreifen von 174 EC-Karten lesen und die vierstellige Geheimnummer ausspähen.

Die Kripo vermutet, dass die so gewonnenen Bankdaten übers Internet nach Großbritannien übertragen wurden. Mit Kartendoubletten wurde dann vom Montag, 8. März, bis zum Freitag, 12. März, im Großraum London Geld abgehoben. 175 000 Euro seien so erbeutet worden, teilt Winfried von Landenberg, Pressesprecher der Kripo mit. Alle Geschädigten seien von der Bank per Post informiert worden, alle ausgespähten EC-Karten seien mittlerweile gesperrt.

Für die Kripo Wittlich ist das der erste Fall von sogenanntem "Skimming". Das ist der englische Begriff für das Ausspähen von Bankdaten mit dem Ziel, die Konten auszurauben. Nico Reinhold, Pressesprecher der Deutschen Bank, bestätigt den Vorfall in der Wittlicher Filiale. Er sagt: "Der Schaden wird zu hundert Prozent ersetzt. Kunden, die Unregelmäßigkeiten auf ihrem Konto entdecken, sollen sich an ihren Bankberater wenden." Weitere Details könne die Deutsche Bank nicht mitteilen, um die Ermittlungsarbeit der Kripo nicht zu stören. Am Montag, 8. März, wurde das Vorsatzgerät nebst Miniatur-Kamera von den Tätern wieder abgebaut. Laut Kripo sind die Aufsätze optisch dem jeweiligen Modell des Geldausgabeautomaten so angepasst, dass der Kunde die Manipulation nicht bemerken kann. Um das Risiko, Opfer eines Skimming-Angriffs zu werden, zu verringern, gibt die Kripo folgende Tipps:

Nie die Geheimnummer (Pin) an einem Kartenleser zur Türöffnung eingeben. Kein Geldinstitut verlangt für den Zugang die Eingabe der Pin.

Wer mehrere Kontokarten hat, soll unterschiedliche Karten für die Türöffnung und den Geldausgabeautomaten nutzen.

Auf Sicherheitsabstand zum nächsten Kunden achten, um nicht bei der Geldabhebung beobachtet zu werden.

Die Sicht auf die Tastatur immer mit der freien Hand oder einem Gegenstand abdecken.

Geldausgabeautomaten, an denen etwas ungewöhnlich erscheint, nicht nutzen. Achtung bei Veränderungen des Karteneinzugsschachtes und der Tastatur.

Bei Verdacht sofort das Geldinstitut oder die Polizei informieren.

Regelmäßig Kontobewegungen kontrollieren.

Die Karte niemals Dritten überlassen und Geheimzahl und Karte getrennt aufbewahren.