20 Cent für die Römerstraße

In Wincheringen wird seit einigen Monaten fleißig gebaggert, die Erschließung des Neubaugebiets "Family Park - Auf Mont" läuft auf Hochtouren. Nun musste der seit Juli 2007 rechtskräftige Bebauungsplan geringfügig geändert werden. Der Grund: Die Häuser in dem Wohngebiet werden größer als ursprünglich geplant.

Straßenbaumaßnahmen kosten viel Geld. Die Bürger von Wincheringen sollen nun für einige Ausbauprojekte zur Kasse gebeten werden. TV-Foto: Hermann Pütz

Wincheringen. Insgesamt rund 280 Grundstücke sollen in Wincheringens neuem "Familien-Park" baureif gemacht werden. Ein Teil davon - rund 110 Parzellen - soll bereits nach Fertigstellung des ersten Erschließungsabschnitts bebaut werden können. "Ich denke, dass wir in zwei Monaten so weit sind", sagt Ortsbürgermeister Leo Holbach im TV-Gespräch. Derzeit sei man unter anderem dabei, die Erschließungsstraßen im Bereich des ersten Bauabschnitts mit einer Fahrbahndecke zu versehen.

Nachdem der Bebauungsplan "Family Park - Auf Mont" bereits im Juli 2007 rechtskräftig geworden war, stellte sich nun heraus: Die Häuser, die der private Erschließungsträger in dem Baugebiet errichten will, sprengen größenmäßig und von der Bauausführung her den im Bebauungsplan festgelegten Rahmen. So sind beispielsweise die Baufenster (gemeint ist der Bereich eines Grundstücks, auf dem gebaut werden darf) zu klein. Ursprünglich war eine Bautiefe von 18 Metern geplant; erforderlich sind neuerdings 20 Meter. Außerdem muss die Traufhöhe der geplanten Häuser um einen halben Meter auf 6,50 Meter angehoben werden, sowie die maximale Höhe des sichtbaren Außenmauerwerks von 7,50 auf 8 Meter. In seiner jüngsten Sitzung stimmte der Gemeinderat der damit fällig gewordenen "vereinfachten Änderung" des Bebauungsplans zu.

Auch an anderen Stellen auf Gemeindegebiet wurde in der jüngeren Vergangenheit fleißig gebaggert. So wurden Warsberger Straße, Burg- und Römerstraße komplett erneuert. Insgesamt rund 327 000 Euro hatte die Gemeinde Wincheringen im Haushalt 2007 dafür bereitgestellt. Immerhin 65 Prozent davon (212 000 Euro oder rund 54 Cent pro Quadratmeter Grundstücksfläche) müssen die Bürger als wiederkehrende Beiträge beisteuern.

Eine Vorausleistung von 50 Cent je Quadratmeter hat die Gemeinde im vergangenen Jahr bereits erhoben. Laut Ratsbeschluss müssen die Wincheringer nun den Rest (rund 4 Cent) zahlen.

Unterdessen liegt die Schlussrechnung für den Ausbau der Römerstraße vor. Rund 138 000 Euro muss die Gemeinde im laufenden Haushalt 2008 für die Maßnahme noch bereitstellen. Auch in diesem Fall werden die Bürger zur Kasse gebeten und müssen zunächst eine Vorausleistung von 20 Cent pro Grundstücks-Quadratmeter zahlen.