235 Kilometer im 50-Meter-Becken

Herausforderung der besonderen Art: Jährlich lädt die DLRG-Ortsgruppe Saarburg zum 24-Stunden-Schwimmen ins städtische Freibad ein. Rund 100 Wasserratten waren diesmal mit von der Partie - Rettungsschwimmer und Spaßschwimmer. In der Mannschaftswertung ging der Sieg an die DLRG-Ortsgruppe Schweich, die 235 Kilometer geschwommen ist.

Saarburg. Ob eine Veranstaltung unter freiem Himmel ein Erfolg wird, hängt von kaum etwas mehr ab als vom Wetter. Manches Fest ist wegen Regens schon sprichwörtlich ins Wasser gefallen. Anders sieht es aus, wenn das kühle Nass sozusagen die Hauptrolle spielt - wie beim 24-Stunden-Schwimmen des Saarburger Ortsvereins der DLRG (Deutsche Lebensrettungsgesellschaft).

Kaum einer der rund 100 Beteiligten beachtete die dicken Regenwolken, die sich am Samstagnachmittag über Saarburg zusammengebraut hatten. Auch als es wenig später kurzzeitig wie aus Eimern goss, sorgte das nicht für Aufregung. Wer im 50-Meter-Becken eine Bahn nach der anderen erkämpfte, war ohnehin schon nass, und die am Beckenrand Stehenden packten kurzerhand ihre Regenschirme aus oder verschwanden vorübergehend im benachbarten Festzelt.

Unterdessen dröhnte aus mehreren Lautsprecherboxen die Musik weiter, die den ganzen Tag über und auch nachts - wenngleich etwas leiser - zu hören war. "Nur bei Gewitter müssen wir die Leute aus dem Wasser holen", erklärte Hartmut Niebling, DLRG-Vorsitzender in Saarburg. "Und wenn die Wassertemperatur zu weit sinkt, können die Mannschaften den Abbruch des Wettbewerbs fordern."

Sieben Mannschaften aus sechs DLRG-Ortsvereinen



Aber das hat es bisher noch nicht gegeben - auch nicht bei der neunten Auflage des 24-Stunden-Schwimmens am Wochenende, an der insgesamt sieben Mannschaften aus sechs DLRG-Ortsvereinen und damit zwei Teams weniger als 2009 teilnahmen. Zwei Solo-Schwimmer zogen außerdem in der Einzelwertung ihre Runden durchs Becken.

Schade: Christian Lepage, der in den vergangenen Jahren im Einzelwettbewerb der Männer vorne mitmischte und 2009 gewann, war diesmal nicht dabei - "aus gesundheitlichen Gründen", wie Niebling erklärte. Der nahe dem belgischen Lüttich lebende Lepage hat in Saarburg auch deshalb viele Bewunderer, weil er trotz Gehbehinderung (der 50-Jährige sitzt im Rollstuhl) dort zu den besten Ausdauer-Schwimmern zählt. Schade auch, dass diesmal keine Freizeit-Mannschaften - gemeint sind Gruppen, die nicht der DLRG angehören - vertreten waren.

Dennoch: Wie üblich kam der Spaß nicht zu kurz, und wer keine Lust mehr auf Wasser hatte, der feierte in der eigens errichteten Zeltstadt.

EXTRA Die Ergebnisse: Mannschaftswertung: 1. DLRG Ortsgruppe (OG) Schweich (235,3 km); 2. OG Stadtkyll I (226,8 km); 3. Stadtkyll II (213,2 km); 4. OG Leimen (192,6 km); 5. OG Kell am See (159,6 km); 6. OG Jülich (133,9 km); 7. OG Simmern (89,6 km). Einzelwertung Frauen: Bernadette Ewerhardy (OG Saarburg, 20,9 km). Männer: Ronny Merkel (OG Schweich, 14 km).In Kürze Die Regeln: Innerhalb von 24 Stunden müssen möglichst viele Kilometer geschwommen werden. Jede Mannschaft, die aus mindestens vier und höchstens zehn Mitgliedern besteht, muss immer einen und darf maximal fünf Schwimmer gleichzeitig im Wasser haben. Jeder Schwimmer muss spätestens nach drei Stunden eine halbstündige (oder längere) Pause einlegen. (hpü)