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3,7 Millionen Euro investiert Greimerath Mehrgenerationenplatz

Rat beschließt hohe Investitionen bis 2021 : Mehr Platz für Bauwillige und endlich ein neuer Dorfplatz für Greimerath

Rund 3,7 Millionen Euro möchte die Gemeinde Greimerath bis 2021 investieren, um wichtige Projekte voranzubringen. Was das für die Entwicklung ihrer Schulden bedeutet, bereitet so manchem Ratsmitglied Sorge.

Der Dorfplatz in Greimerath soll ein völlig neues Gesicht erhalten. Bislang dient die große asphaltierte Fläche vorrangig als Parkplatz für Autos und Busse. Künftig soll dort viel Raum für Spiel, Entspannung und Kultur entstehen. Mit den Planungen dafür hat die Gemeinde schon vor einiger Zeit begonnen. Doch getan hat sich am Dorfplatz bislang noch nichts.

Im Doppelhaushalt für 2020/21, den der Rat nun beschlossen hat, taucht das Projekt als größter Posten auf der Investitionsliste auf. „Es wird Zeit, dass es endlich an die Umsetzung geht“, stellte Ortsbürgermeister Edmund Schmitt (FWG) fest. Rund 1,2 Millionen Euro will die Gemeinde bis 2021 in den künftigen Mehrgenerationenplatz stecken. Ein großer Teil dieser Summe fließt allerdings aus einem Förderprogramm zurück, mit dem Bund und Land „Ländliche Zentren“ unterstützen. Greimerath ist gemeinsam mit Kell am See 2014 in das Städtebau-Programm aufgenommen worden. Zuschüsse daraus können auch private Bauherren für Sanierungsprojekte im Ort in Anspruch nehmen.

Unter den Investitionen finden sich noch einige weitere Städtebau-Vorhaben. Insgesamt etwa 380 000 Euro sind für den Kauf, Abriss oder die Sanierung maroder leerstehender Häuser eingeplant. Für 90 000 Euro soll ein Verbindungsweg zwischen Dorfplatz und Dorfpark geschaffen, für 70 000 Euro das „Hochwaldplätzchen“ auf dem ehemaligen Grundstück Meiers gestaltet werden. Rund 125 000 Euro sind zur Förderung privater Projekte einkalkuliert.

Ein zweiter großer Investitionsposten ist das geplante Baugebiet Lochgarten. Für dessen Erschließung steht rund eine Million Euro im Plan. Für 250 000 Euro soll die Sanierung der Grimoldhalle fortgesetzt werden. 25 000 Euro sind für die Digitalisierung der Grundschule bestimmt, 53 000 Euro für eine Sanierung des Kindergartens. Kurzfristig aus der Liste gestrichen hat der Rat den Ausbau der Hauptstraße, der 2024 verschoben werden soll.

Der Doppelhaushalt (siehe Infobox) sei „geprägt von hohen Investitionssummen“, sagte Ortsbürgermeister Schmitt. Alle Projekte seien jedoch wichtig für die Zukunft Greimeraths. So müsse die Gemeinde Bauland vorhalten. Aktuell lägen ihm acht konkrete Anfragen von Bauwilligen vor. „Enormes geleistet“ habe in fast sechs Jahren die Arbeitsgruppe Dorfplatz, lobte Schmitt. Falls die acht Jahre Förder-Zeitraum nicht mehr zum Umbau des Platzes reichen sollten, hoffe er auf Unterstützung der Verbandsgemeinde, um die Frist beim Land zu verlängern. „Denn eins ist klar: Ohne die Förderung schaffen wir so etwas aus eigener Tasche nicht mehr.“

Alfred Michels (CDU) bemängelte, die 1,2 Millionen Euro für den Dorfplatz erschienen seiner Fraktion „immer noch zu hoch“. Es müsse geprüft werden, „wo man den Rotstift noch ansetzen“ könne. Andernfalls fürchte er, dass die Gemeinde in einigen Jahren finanziell nicht mehr handlungsfähig sei. Die Hauptstraße zurückzustellen, sei richtig: „Das wäre derzeit sozialverträglich nicht zu machen.“ Sebastian Ottrembka (FWG) sagte, der Haushalt sei mit diesen Zahlen „zwar so nicht wünschenswert, aber zukunftsgerichtet“. Rainer Staadt (SPD) mahnte, dass „die Schulden in die Höhe schnellen“. Allerdings wäre „Stillstand und Nichtstun jetzt das Schlechteste “ - auch angesichts der Corona-Krise. Der Rat stimmte dem Doppelhaushalt bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung zu.

Jürgen Dixius, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Saarburg-Kell, sprach von vielen „Unwägbarkeiten“ im Zusammenhang mit der Virus-Pandemie und ihren wirtschaftlichen Folgen. Wie die Kommunen im nächsten Jahr finanziell dastünden, sei noch nicht absehbar. Dennoch sei es richtig, wenn wie in Greimerath investiert werde: „Gemeinden müssen Angebote und Bauland schaffen, um attraktiv zu bleiben.“ Auf eine kräftige Investitions- müsse allerdings auch irgendwann eine „Konsolidierungsphase“ folgen.