30 000 Besucher in zehn Tagen

Nicht alle Standbetreiber und Schausteller zeigen sich zufrieden mit dem Umsatz während der Hermeskeiler Stadtwoche. Weniger Platz wegen des Feuerwehrmuseums und dann noch ein Karnevalsumzug in Reinsfeld als Konkurrenzveranstaltung gefielen nicht jedem. Doch abends waren Festzelt und Platz immer voll.

Hermeskeil. Der scheidende Stadtbürgermeister Udo Moser ist sicher: "Die Besucherzahlen sind gegenüber dem letzten Jahr um 30 Prozent gestiegen." 400 Leute im Zelt und 3000 pro Tag auf dem Festplatz sprechen für sich. "So wie die Stadtwoche ist, ist sie gut", findet Moser.Verregnetes erstes Wochenende


Diese Meinung teilen aber nicht alle.
"Das erste Wochenende war total verregnet", bedauert der zweite Vorsitzende des Turnvereins, Dieter Heger, am Stand des Clubs. "Beim Public Viewing der WM lief die Verlängerung nicht etwa bei uns am Stand. Die Leute gingen nach Hause oder zur Nachtschicht", grummelt Heger. Aber ein großer Verein müsse halt Flagge zeigen. Immerhin, so Heger weiter, habe man keinen Glühwein verkaufen müssen, was auch schon mal vorgekommen ist.
Die Polizei zeigt sich beim Streifendienst, damit die Festgäste nicht über die Stränge schlagen. "Das sind hier fast alles freundliche Leute. Nur wenn Alkohol im Spiel ist, fühlen sich einige halt stark", berichtet Dietmar Weidinger von der Polizeiinspektion Hermeskeil. Ausnahme waren einige Abschlussklassen. "Da kennen einige ihre Grenzen nicht", bedauert der Beamte. Und deshalb wurde die Hilfe des Roten Kreuzes benötigt. Am frühen Sonntagmorgen kam es zu Vandalismus in der Innenstadt (siehe Meldung rechts).
Erich Spangenberger aus dem saarländischen Saarlouis kommt als Schausteller seit 49 Jahren zur Stadtwoche nach Hermeskeil. Er kritisiert vor allem: "Gleichzeitig ein Karnevalsumzug am Samstag in Reinsfeld hätte nicht sein müssen." Ansonsten sei der Umsatz in Ordnung gewesen.
Leider sei durch das Feuerwehrmuseum und die Besucherterrasse davor der Platz weiter eingeschränkt. Den Biergarten für ein weiteres Fahrgeschäft zu opfern gehe jedoch auch nicht.Bericht über schwachen Umsatz


Für eine gute Idee hält Spangenberger jedoch das Festzelt, das bei Live-Veranstaltungen immer eine gute Atmosphäre bringt.
Von einem schwachen Umsatz berichtet der Partnerschaftsverein, den mit St. Fargeau in Frankreich eine 40-jährige Freundschaft verbindet. Schatzmeister Hermann Speicher sagt: "Nur gut, dass wir von diesem Erlös nicht leben müssen."
Dennoch ist dieser Stand sehr wichtig für die Freundschaft und Kameradschaft, wie der künftige Stadtbürgermeister Mathias Queck findet.
Vereinsmitglied Willi Auler meint: "Die Stadtwoche könnte ein ausgewogeneres Programm bieten", und hat auch schon gleich eine Idee: Ein Tag des Katastrophenschutzes mit Eintopfessen.