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30 Meter hohe Eiche stürzt auf Einfamilienhaus

30 Meter hohe Eiche stürzt auf Einfamilienhaus

Eine 30 Meter hohe Eiche ist am Donnerstagabend kurz vor 22 Uhr in der Bergstraße in Konz-Könen auf ein Haus gestürzt. Verletzt wurde niemand. Die freiwillige Feuerwehr musste ausrücken, um den Baum auf dem Dach des Hauses zu zersägen und den beschädigten Dachstuhl provisorisch abzudichten.

Konz-Könen. Behagliche Gemütlichkeit herrscht am Donnerstagabend noch gegen 21.30 Uhr im Hause des 70-jährigen Ehepaares Klaus und Doris Fontaine in der Bergstraße in Konz-Könen. Er habe unten in der Kellerbar mit Yorkshireterrier Basti Remmidemmi-Filme geguckt. Seine Frau Doris habe im Wohnzimmer eine Etage drüber Fernsehen geschaut, beschreibt Klaus Fontaine den Verlauf des Abends vor 22.50 Uhr. Dann lässt ein gewaltiger Knall die beiden Senioren zusammenschrecken. "Ich habe gedacht ein Sportflugzeug sei ins Nachbarhaus abgestürzt. So hat sich das angehört", sagt Fontaine. "Aber durch das Fenster konnte ich in der Dunkelheit draußen nichts erkennen."

Auch seine Frau Doris hat sich richtig erschrocken: "Ich habe die Wohnzimmertür aufgerissen und sofort den dicken Baumstamm gesehen, der durch die Decke in den Flur stach." Als das Ehepaar gemeinsam die Haustür öffnet, sehen sie eine 30 Meter hohe Eiche von der gegenüberliegenden Böschung quer über die Straße auf ihrem Hausdach liegen. "Ich habe direkt 112 gewählt", sagt Klaus Fontaine. Die Freiwillige Feuerwehr Könen rückt mit 13 Mann aus.

16 Wehrleute im Einsatz

Doch bevor die Wehrleute eingreifen, rufen sie aus Sicherheitsgründen Techniker des Energiekonzerns RWE. Der Baum hat einen Strommast mit sich gerissen, dessen Leitung lose über dem Boden baumelt. Die RWE-Techniker schalten vor Ort den Strom ab. Inzwischen treffen drei zusätzliche Floriansjünger aus Konz mit Material ein. Dann können die 16 Wehrleute die Baumkrone auf dem Dach des Hauses kappen und befreien damit den Dachstuhl von der Last der schweren Eiche "deren beiden Stämme nicht gesplittert waren".

Bis auf den Schrecken sind Klaus und Doris Fontaine unversehrt geblieben. Allerdings hat der Baum im Dach des Einfamilienhauses einen gewaltigen Schaden hinterlassen. "Wir haben es provisorisch mit einer Plane abgedeckt, damit es nicht reinregnet," sagt Mario Gaspar, Wehrleiter der Verbandsgemeinde Konz. Wie hoch der Schaden ist, den der Baumsturz verursacht hat, ist noch nicht bekannt.

Auch den Gartenzaun und einige gepflanzte Büsche haben die beiden dicken Stämme des Baunes zermalmt. Er stand auf einem nur wenige Meter breiten Grundstück, das neben dem Wirtschaftsweg gegenüber des Hauses liegt und auf dem noch weitere hoch gewachsene Eichen stehen. Das schmale Grundstück fällt steil zur Straße ab und der umgestürzte Baum stand in einem steilen Hang.

Über die Gründe des Unglücks kann derzeit nur spekuliert werden. "Der anhaltende Regen der vergangenen Tage hat den Boden aufgeweicht und da ist er umgekippt", vermutet Klaus Fontaine. "Das sind alles Mutmaßungen", sagt Wehrleiter Gasper. "Allerdings haben wir keine Anzeichen dafür vorgefunden, dass der Baum krank oder morsch war." Die Eiche habe zudem in einer Windschneise gestanden und der Sturm der vergangenen Tage habe auf dem weichen Untergrund wohl auch zu dem Umsturz beigetragen. Barth: "Der Baum ist komplett mit seinen Wurzeln umgekippt."

Das gleiche Schicksal ereilte am Freitagvormittag eine große Buche, die zwischen Konz-Könen und Ayl im Bereich der Einmündung von der K.112 auf die B.51 auf die Bundesstraße kippte. Ein in diesem Moment an der Unglücksstelle vorbeifahrendes Auto wurde durch die Äste der Krone leicht am Dach beschädigt. Die Insassen, ein Paar aus dem Hochtaunuskreis, kamen mit dem Schrecken davon und konnten ihre Fahrt später fortsetzen. Die Straßenmeisterei Saarburg räumte die Strecke, die eine halbe Stunde lang gesperrt war.