1. Region
  2. Konz, Saarburg & Hochwald

300 Besucher genießen die Gartentage auf dem Roscheider Hof

Natur : Roscheider Hof erblüht zu neuem Leben

300 Besucher genießen die verspäteten Gartentage im Freilichtmuseum. Die Wäscheklammer-Methode sichert eine Einhaltung der Corona-Regeln.

Monatelang sind Kulturstätten  durch die Corona-Pandemie ausgebremst worden, nun wird Stück für Stück die Nutzung wieder ermöglicht. Ein Beispiel: die Gartentage, eine traditionelle Veranstaltung im Freilichtmuseum Roscheider Hof. Ursprünglich waren sie schon im Juni geplant, mussten dann aber auf das vergangene Wochenende verschoben werden. Vor allem viele Rosen ließen deshalb mittlerweile schon die Köpfe hängen. Dennoch lohnte sich der Besuch, denn die Informationen, die es bei den Vorträgen gab, sind unbegrenzt haltbar.

„Mal sehen, ob die aufhaben“, sagten sich Alois und Theres Blass und fuhren vom saarländischen Wallerfangen aufs Geratewohl los. Das Paar interessiert sich ganz allgemein für die Vergangenheit – und freute sich sehr, dass zusätzlich noch Gartentage auf dem Programm standen.

Die Zahl der gleichzeitig erlaubten Besucher ist mittlerweile von 250 auf 350 erhöht worden. Wie viele gerade da sind, überblickt die Geschäftsführerin des Vereins Roscheider Hof, Dr. Ursula Ninfa, mit der Wäscheklammer-Methode: Jedem, der aufs Gelände geht, wird damit eine fortlaufende Nummer angesteckt. Beim Verlassen wird diese wieder abgegeben. „Wenn genügend Abstand gehalten wird, braucht man bei uns keinen Mundschutz“, erklärt Ninfa.

Die Gartentage seien ein Versuch, die Einrichtung bei den Menschen im Gespräch zu halten. 14 Aussteller verteilten sich über das gesamte Gelände. Vom Korbflechter über Keramik, Textilien, Gewürze bis zu einer Kinderaktion am Insektenhotel und einem Backhaus in Betrieb gab es viel zu entdecken.

Große Umsätze waren gar nicht erst erwartet worden,  und darauf kam es den meisten auch nicht an. Für die Patchwork-Textilkünstlerin Marlene Tasch aus Idar-Oberstein ist es erst der zweite Markt, den sie in diesem Jahr besuchen konnte. „Im letzten Jahr waren es um diese Zeit schon 15“, sagt sie. Sie zeigt trotzdem ihre Kunst, denn: „Die Begegnung mit den Menschen ist mir wichtig. Das tut so gut.“

Andreas Reichart, Biologe, zweiter Vorsitzender des Konzer Imkervereins und Imkerfachberater, informierte in seinem Vortrag über bienenfreundliche Pflanzen, die im heimischen Garten zum Erhalt der Artenvielfalt beitragen können. Er ließ seine Zuhörer staunen: „Die Zusammenarbeit von Bestäubern und Nektar-Lieferanten begann vor rund 200 Millionen Jahren.“ Durch das Fehlen von Blühwiesen gebe es dramatische Verluste bei den Insekten und deren Vielfalt. „Bienenvölker finden mittlerweile in der Stadt mehr Nahrung als auf dem Land“, beschreibt Reichart die paradoxe Situation. Aussterben werden die Bienen jedoch nicht, denn: „Sie stehen unter dem Schutz und der Pflege des Menschen.“

Besonders bienenfreundlich sind  Blüten, deren Nektar durch die Blütenform gut zugänglich ist. Reicharts Ansicht nach sollte den Bienen ein Blütenangebot von März bis Oktober zur Verfügung stehen. Gartenbesitzern rät er: „Unkraut“ einfach mal stehen lassen und Insekten Nistmöglichkeiten wie Steinhaufen oder Holzstapel, aber auch Insektenhotels anbieten.

Ursula Ninfa führte Besucher in Zehnergruppen durch den Rosengarten, der im Biedermeier-Stil angelegt ist. Einst eine Schweinewiese, ist dieser Garten hoch über Konz der ganze Stolz des Museums.

Auf rund 300 schätzt die Geschäftsführerin die Zahl der Besucher an den beiden Tagen: „Angesichts der Entwicklung in Luxemburg sind die Leute vorsichtig geworden.“

Doch auf dem Gelände ging es sehr entspannt zu. Die, die gekommen waren, wussten das sehr zu schätzen. Auch das Restaurant war geöffnet, und serviert wurde im Freien.