300 Leute pilgern zum Plateau

300 Millionen Euro wollen vier Investoren auf dem Fellericher Plateau in einen 27-Loch-Golfplatz, 300 Wohnhäuser und ein Luxushotel stecken. Am Sonntag haben sie ihr Projekt 300 Besuchern vor Ort vorgestellt.

Tawern. Auf dem Fellericher Plateau sind die ersten Golfbälle abgeschlagen worden. 300 Besucher sind am Sonntag bei bestem Wetter zu einer Infoveranstaltung der Golfpark-Investoren gepilgert. Unter Anleitung von Golfprofi Leon Marks aus Nittel hatten sie dort auch die Gelegenheit, Golfbälle abzuschlagen.

Doch im Wesentlichen ging es der Golf Development Tawern-Fellerich GmbH darum, das 300-Millionen-Euro-Projekt vorzustellen. Vor Ort waren drei von vier Investoren: Antoine Feidt, René Faltz und Sjef Frantzen. Ihnen zur Seite standen mehrere Vertreter der Medienfabrik in Trier, die sich um die Öffentlichkeitsarbeit für das Projekt kümmern.

Mehrere große Schautafeln mit Grafiken zeigten, wie es später auf dem Fellericher Plateau aussehen soll. Gepflegte Golfanlagen, mehrere Teiche, 300 Häuser und ein großes Hotel treten an die Stelle von zum Teil brach liegendem Ackerland. 200 Arbeitsplätze sollen entstehen.

Um die Fantasie der Besucher zu entfachen, haben die Investoren auf den Ackerflächen Schilder mit Buchstaben aufstellen lassen. Große "Gs" standen überall dort, wo später eine der 27 Golfbahnen hin soll, ein "H" für das Fünf-Sterne-Hotel. "Ws" deuteten auf die Flächen für die Wohnhäuser hin. Ein "M" wies auf den Marktplatz hin, der ein zentrales Element in dem Wohngebiet werden soll.

Die Besucher waren überwiegend Projektbefürworter - zahlreiche Tawerner, viele Luxemburger und Menschen aus dem Umland. Anneliese Michel vom Vorstand des Vereins Römisches Tawern hofft zum Beispiel darauf, dass es sich bei den Golfern um kulturinteressierte Menschen handelt, die sich die Tempelanlage in Tawern ansehen wollen.

Projektgegner bleiben zu Hause



Aus Temmels, wo viele Projektgegner wohnen, waren nur wenige Besucher da. Kritische Stimmen waren nur vereinzelt zu hören.

"Ich finde das Gelände zu schade für solch ein Projekt. Eigentlich ist das ein wichtiges Naherholungsgebiet für alle hier", meinte zum Beispiel Brigitte Dostert aus Tawern.

Investor Faltz war begeistert von der Resonanz: "Das ist für uns ein sehr großer Erfolg." Natürlich habe das fantastische Wetter einen Beitrag geleistet. Faltz bedauert aber, dass die Gegner sich nicht gezeigt haben. Sein Projektpartner Feidt betonte, dass er jederzeit zum Gespräch mit den Gegnern bereit sei.

Der Temmelser Ortsbürgermeister Joachim Mimler zeigt sich von der Resonanz unbeeindruckt. Er selbst ist am Sonntag nicht zum Fellericher Plateau hochgefahren. "Warum sollte ich dorthin gehen. Das ist mir alles bekannt", sagt er. Die Probleme mit dem erhöhten Verkehrsaufkommen und mit der Bewässerung seien noch nicht gelöst.

Er betonte erneut: "Es wird keine Baugenehmigung ohne Temmelser Zustimmung geben." Die Investoren hatten vergangene Woche angekündigt, bis zum 24. September bei der Kreisverwaltung ein alternatives Planungsverfahren zu beantragen. So könnte das Projekt ohne die Zustimmung des Temmelser Gemeinderats vorangetrieben werden (der TV berichtete).