3000 Besucher haben in Oberbillig und Wasserbillig die neue Fähre Sankta Maria II gefeiert. Dafür unterzeichneten die beiden Bürgermeister erst mal einen neuen Vertrag.

Verkehr : Schön und still wie ein Schwan

3000 Besucher haben in Oberbillig und Wasserbillig die neue Fähre Sankta Maria II gefeiert. Dafür unterzeichneten die beiden Bürgermeister erst mal einen neuen Vertrag.

Sanft gleitet die Sankta Maria II über die Mosel – fast schwebend, wie ein weißer Schwan. Ohne Geräusche, nur durch die Kraft der Sonne angetrieben, werden die Passagiere der neuen Fähre zwischen Oberbillig und Wasserbillig zu einem ganz besonderen Festakt gebracht.

Das neue verbindende Element braucht auch einen neuen Vertrag zwischen den einst vereinten Gemeinden. Jérome Laurent und Andreas Beiling unterzeichnen ihn in einem feierlichen Festakt, untermalt von den Klängen des  Robert-Schumann-Chors und der Musikvereine der Orte. Die beiden Nationalhymnen erklingen – ein festlicher Moment im Herzen Europas.

„Den Betrieb der neuen Fähre haben wir jetzt für mindestens 25 Jahre geregelt“, stellt der Wasserbilliger Ortschef Laurent in seiner Begrüßung der Festgäste fest. Die Vorgängerfähre brachte im Jahr 142 500 Fahrgäste und 65 000 Autos über die Mosel. „Ich gehe davon aus, dass auch die neue Fähre keine Defizite einfährt“, sagt Laurent.

Das Geburtshaus einer der Väter der ersten Fährverbindung, Otto Rienermann, schmückt jetzt eine Plakette, mit der die Leistungen in der Völkerverständigung und Aussöhnung des ehemaligen Presse-, Kultur- und Wirtschaftsattachés gewürdigt werden „Was früher eine Grenze mit vielen Dramen war, ist heute eine Touristenattraktion“, stellt Laurent fest.

Für den Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Luxemburg, Heinrich Kreft, ist die Fähre eine schwimmende Brücke, die Trennendes überwindet und Menschen zusammenkommen lässt: „Otto Rienermann war dafür der Brückenbauer.“ Mit dem Europafest werden die Mütter und Väter der Versöhnung gefeiert: „Wir müssen dieses Erbe wahren und fortentwickeln.“

Ehrenstaatsminister und Schirmherr des Festes, Jaques Santer, erinnert an turbulente Zeiten an der Grenze, die immer nur eine willkürlich gezogene war: „Die Fähre knüpfte auch das Band vieler Familien wieder enger.“ Es sei die modernste Flussfähre der Welt, ein Symbol für ein zusammenwachsendes Europa und stehe damit für den Frieden. Der Oberbilliger Ortsbürgermeister Andreas Beiling erinnert daran, wie oft schon beide Billigs miteinander gefeiert haben. Das Europafest habe eine Bedeutung über die beiden Orte hinaus.

Insgesamt besuchten an zwei Tagen rund 3000 Menschen das Fest auf beiden Moselufern. Die neue Fähre fuhr kostenlos, was von den „Pendlern“ eifrig genutzt wurde. Es musste doch festgestellt werden, ob die kulinarischen Genüsse auf beiden Seiten gleich gut schmecken oder nicht.

Die alte Sankta Maria diente beim Feuerwerk als solide Abschussplattform. Foto: Herbert Thormeyer

Am Abend setzt sich die alte Fähre noch einmal in Bewegung. Mitten auf dem Fluss diente sie als Abschussrampe für ein prachtvolles Feuerwerk.

Mehr von Volksfreund