3000 Besucher kommen zum Frühlingsmarkt mit Weinprobe in Konz

Verkaufsoffener Sonntag : Menschentrauben an jedem Weinstand

Edle Tropfen und regionale Produkte locken am Muttertag mehr als 3000 Besucher ins Konzer Zentrum. Auch in einem Bunker war viel los.

Der Sonntag machte seinem Namen alle Ehre, ideales Wetter, um in Konz den Muttertag mit Wein, feinen Speisen und Marktflair zu feiern. „Es war eine gute Entscheidung, den verkaufsoffenen Sonntag so spät ins Jahr zu legen“, sagt der neue Vorsitzende des Konzer Stadtmarketings, Jörg Kranz-von Fricken. „Die Leute freuen sich und wollen wiederkommen“, ist er sicher.

Neu ist, dass Winzer kostenlos ihre edlen Tropfen zum Probieren ausschenkten. Michael Philipps aus Ayl zum Beispiel. Er stellte fest: „Immer mehr junge Leute mögen wieder Wein.“ Gerade die jungen Winzer sollten seiner Meinung nach die Chance nutzen, sich hier vorzustellen. Sein Kollege Peter Greif aus Tawern-Fellerich will den Kunden das Potenzial der Region vorstellen und findet: „Das geht am besten, wenn man mit den Leuten spricht.“ Besucher Christoph Diesel aus Trier ist begeistert: „Dieser Markt hat genau die richtige Größe. Die Weinproben sind dabei das i-Tüpfelchen.“

Ein wenig Pech hatte Sascha Berweiler mit seinem Westwall-Museum, dem Bunker „Villa Gartenlaube“. Denn der Bunkerbesitzer hatte schon einen Tag zuvor bei strömendem Regen die Pforten geöffnet: „Da kamen nur wenige.“ Aber der zweite Tag lockte doch gut 300 Menschen an, um bei Führungen in deutscher und englischer Sprache in ein dunkles Kapitel nicht nur der lokalen Geschichte einzutauchen. Ihren Jeep ließen die „Soldaten“ lieber in der Granastraße stehen, als diese im Gelände mit viel Schlamm vorzuführen. Was dem Fahrer, Peter Rollinger aus Zerf, wichtig ist: „Wir verherrlichen hier nicht den Krieg. Ganz im Gegenteil.“ Es gehe um das „Nie wieder!“

Tamara Ziegler, Kerstin Klinke, Caroline Longen, Sonja Kuhn, Walter Barth, Stefan Sandmeier, Ursula Frank und Silvia Becker (von links) am Stand der Lebenshilfe. Foto: Herbert Thormeyer

Der 20-jährige Stephanus Bauer, als Landser ausstaffiert, sagt: „Mancher schaut uns komisch an, wenn wie in Uniform rumlaufen. Aber wenn wir angesprochen werden, erklären wir, dass wir absolut gegen Krieg sind.“

Christof Kramp, der Profi, der den Markt fürs Stadtmarketing umsetzte, schätzte die Zahl der Besucher an diesem Sonntag auf mehr als 3000. Er legt stets großen Wert auf regionale Produkte, vieles frisch zubereitet. Neu dabei war diesmal die Kreisvereinigung der Lebenshilfe. Sie hat gezeigt , was 95 behinderte Menschen in der Werkstatt in Konz sowie 32 in der Tagesförderstätte alles leisten können: Sie haben  Holzfiguren, Stofftiere, Marmelade und Schmuck mitgebracht. Betreuer Walter Barth sagt: „Es ist wichtig für diese Menschen, dass andere erkennen, was sie können.“

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