319 Geburten - 498 Sterbefälle

Der Bevölkerungsrückgang in Hunsrück und Hochwald hat sich 2010 fortgesetzt. Es starben im vorigen Jahr mehr Menschen als geboren wurden. Das sagen die aktuellen Bilanzen der vier Standesämter in Hermeskeil, Morbach, Thalfang und Kell aus. Die Anzahl der Eheschließungen bleibt dagegen konstant.

Hermeskeil/Morbach. Im Hunsrück und im Hochwald gab es 2010 wesentlich mehr Sterbefälle als Geburten. Damit setzt sich der Trend aus den vergangenen Jahren in leicht abgeschwächter Form fort. Insgesamt verzeichneten die vier Standesämter in Hermeskeil, Morbach, Thalfang und Kell am See zusammen 319 Geburten und 498 Todesfälle. Das ist ein Bevölkerungsrückgang um 179 Einwohner. 2009 gab es in den vier Gemeinden noch 299 neue Erdenbürger, während 509 Menschen starben. Das Minus lag damals noch bei 210.

In Hermeskeil gab es nach Aussage des Standesbeamten Wolfgang Nellinger in den zurückliegenden zwölf Monaten 191Sterbefälle (2009: 182) und 112Geburten (2009: 118). Diese beiden Zahlen beziehen sich aber nur auf die Menschen, die auch in der Verbandsgemeinde (VG) als Einwohner gemeldet sind beziehungsweise waren. Beurkundet hat Nellinger deutlich mehr Fälle, nämlich 270 Tote und 161 Neugeborene. Grund dafür ist das Hermeskeiler Krankenhaus, in dem zahlreiche Kinder aus dem Umland zur Welt kommen und viele Kranke aus den Nachbarorten sterben.

In Morbach ist 2010 die Zahl der Verstorbenen auf 96 zurückgegangen - 2009: 112. Mit 79 Neugeborenen gab es einen Erdenbürger mehr als 2009.

Das Standesamt der VG Thalfang verzeichnet gegenüber dem Vorjahr mit 115 Toten deutlich mehr Sterbefälle, als 92 Verstorbene zu beklagen waren. Allerdings gab es hier auch mehr neu geborene Jungen und Mädchen. Denn die Zahl der Geburten stieg von 44 im Jahr 2009 auf aktuell 56.

In Kell haben sich die aktuellen Zahlen der Todesfälle (96) und der Geburten (72) wieder auf dem Niveau von 2008 eingependelt, als es 98 Tote und 74 Geburten gab. Das Jahr 2009 hatte in beiden Kategorien große Schwankungen gebracht: Bei den Verstorbenen war die Zahl mit 123 deutlich höher und bei den Geburten mit 59 deutlich niedriger gewesen.

Die Anzahl der Hochzeiten blieb in Hunsrück und Hochwald nahezu unverändert. 2010 gaben sich 215 Brautpaare vor den Standesbeamten ihr Ja-Wort. 2009 waren es 217, 2008 236 Brautpaare gewesen. Allerdings gab es in den einzelnen Orten große Unterschiede. Die Bewohner der VGKell scheinen in den letzten Jahren zunehmend hochzeitsmüde zu werden. Lediglich 30 Paare trauten sich im vergangenen Jahr. 2009 waren es noch 45, 2008 sogar noch 60 Paare. Ludwig Hoff von der Verwaltung der VG Kell konnte nicht benennen, wie viele Paare sich im Standesamt und wie viele sich außerhalb des Rathauses in der Alten Mühle oder im Historischen Bahnhof trauten.

71 Trauungen beim Hermeskeiler Standesamt



Das Standesamt Hermeskeil verzeichnete mit 71 Trauungen vier Brautpaare mehr als im Vorjahr. 19 davon schlossen außerhalb des Rathauses im Trauzimmer auf der Burg Grimburg den Bund fürs Leben.

Michael Suska teilt mit, dass sich 2010 in Thalfang 45 Brautpaare trauten, "davon sieben auswärtige Paare". Vier Trauungen fanden im Haus der Begegnung statt. Acht Ehen wurden auf der Burg Dhronecken geschlossen. Suska hat einen Trend hin zur Trauung am Samstag festgestellt, wenn anschließend direkt die Feiern stattfinden sollen.

Axel Schmidt vom Standesamt Morbach meldet 69 Trauungen im Jahr 2010. In Morbach wurde 2010 übrigens die einzige gleichgeschlechtliche Ehepartnerschaft in der Region besiegelt. Schmidt hat festgestellt, dass der Trend zur "Eventtrauung", bei der Brautpaare außerhalb des Standesamtes heiraten, anhält. Die Hälfte der Brautpaare heirate nach wie vor auf dem Standesamt, während die anderen ein besonderes Ambiente wählt. In Morbach sind Trauungen im Holzmuseum, im Archäologiepark, in der Walholzkirche, in der Burgruine Baldenau und in der Baldenauhalle möglich. ExtraDie beliebtesten Vornamen 2010: Bei den Mädchen sind laut Wolfgang Nellinger vom Standesamt Hermeskeil die Klassiker Marie und Maria die häufigsten Vornamen, gefolgt von Emily an dritter Stelle. Keinen eindeutigen Favoriten gibt es bei den Jungennamen: Hier liegen Elias, Luca und Maximilian als häufigste Vornamen gleichauf. (cst)