35 Jahre Erziehung, Bildung und Betreuung

Beuren · In der Kindertagesstätte Beuren steht ein Generationenwechsel an. Leiterin Marita Dietzen-Thimmel blickt auf 35 spannende Dienstjahre zurück und will sich nun ehrenamtlich engagieren.

Beuren. 35 Jahre im gleichen Haus zu arbeiten, ist schon allein bemerkenswert. Marita Dietzen-Thimmel setzt dem noch eins drauf. Dreieinhalb Jahrzehnte war sie Leiterin der Beurener Kindertagesstätte, die sich in dieser Zeit enorm entwickelte.
Als sie vor 35 Jahren die Leitungsstelle übernahm, war sie mit 25 Jahren noch relativ jung für die mit einer enormen Verantwortung verbundene Position. Damals besuchten 136 Kinder das Haus. Mangels Platz kam ein Teil der Kinder allerdings nur vor-, der andere nachmittags. Doch das Vertrauen des Pfarrers, der sie für die Kirchengemeinde St. Paulinus Beuren, den ursprünglichen Träger, einstellte, und das der Eltern ließen sie rasch in ihre Aufgabe hineinwachsen. "Die Menschen waren offen und haben mir den Einstieg leicht gemacht", weiß sie noch heute zu schätzen. Außerdem habe die Chemie gestimmt und auch die Wertevorstellungen seien dieselben gewesen. Eltern hätten sich auch immer mit ihren Sorgen und Nöten an die Mitarbeiter wenden können.
Zwei größere Bauphasen in jüngerer Zeit machten aus dem ursprünglichen Drei-Gruppen-Kindergarten einen mit sechs Gruppen. Ein entscheidender Schritt war der Ausbau von Krippenplätzen 2009 bis 2011. Auch Ganztagsplätze wurden schon früh eingerichtet. Bereits 2006 bewies der Bauträger, der Zweckverband Kindergarten Berglicht, Weitsicht. Mitglieder des Verbandes sind die Orte Bescheid, Beuren mit Prosterath, Geisfeld, Hinzert-Pölert, Naurath und Rascheid, deren Kinder in Beuren betreut werden.
Mit den zusätzlichen Angeboten wuchs auch der Mitarbeiterstamm von einst sechs Erzieherinnen auf heute 23. Eine ganz neue Herausforderung bedeutete für Dietzen-Thimmel der Einstieg des gemeinnützigen Trierer Betriebsträgers, der Kita gGmbH. Dem Kindergarten habe das 2008 einen wichtigen Schub gebracht, da mit einem mehrjährigen Qualifizierungsprozess neue pädagogische Ansätze Einzug hielten. Sie stellten mehr denn je das Kind mit seinen Bedürfnissen in den Vordergrund.
Was die beständigen Veränderungen erleichterte, waren, laut Dietzen-Thimmel, die Unterstützung und das gute Miteinander aller Beteiligten: der Träger, der Eltern, des Fördervereins der Kita, der Grundschule Beuren und natürlich des Mitarbeiter-Teams. Die Kollegen hätten all das bereitwillig mitgetragen und sich beständig weitergebildet, rechnet sie ihnen hoch an. Außerdem seien sie so zusammen gewachsen und profitierten von einem "wertschätzenden Miteinander".
Mit ihrem 60. Geburtstag beginnt für die langjährige Leiterin nun ein neuer Lebensabschnitt. Nach fünfjähriger aktiver Phase der Altersteilzeit verabschiedet sie sich in die ebenso lange passive Phase.
Und darauf freut sich die Mutter eines erwachsenen Sohnes und zweifache Oma, die sich künftig ehrenamtlich engagieren möchte. In ihrem Beruf ging sie immer auf. "Ich habe aus Überzeugung und mit Freude in Beuren gearbeitet und fühle mich den Menschen verbunden", versichert Dietzen-Thimmel. Dennoch freut sich die aus Filsch stammende Sondererzieherin nun auf den neuen Lebensabschnitt.
Extra

Die für 135 Kinder erweiterte Kindertagesstätte besuchen derzeit 101 Kinder im Alter von ein bis sechs Jahren. Das Ganztagsangebot nutzen 60 von ihnen. Zusätzlich zu den 23 Erzieherinnen sind zwei Hauswirtschafterinnen beschäftigt, die täglich vor Ort frisch kochen, sowie zwei Reinigungskräfte. Außerdem schaut Helmut Rausch, laut Dietzen-Thimmel die gute Seele des Hauses, beständig als Hausmeister nach dem Rechten. urs