Soziales : Die „Marechis” lieben die Poesie

Seit 40 Jahren besteht ein Seniorenclub in Lampaden. Er hat viele Projekte gestemmt.

Es war im März 1979, als der Seniorenclub in Lampaden gegründet wurde mit dem Ziel, auch den älteren Menschen der Gemeinde Abwechslung und Unterhaltung zu bieten. Die Gründer waren das Lehrerehepaar Karl und Marlies Lorenz sowie der damalige Pastor Karl-Josef Kratz. Der Name Marechi entstand in Anlehnung an die Heimatsage über die vier Urmütter Lampadens.

Ein Höhepunkt der gemeinsamen Aktivitäten war die Herausgabe der Broschüre „Als Großmutter Kind war”. An mehreren Nachmittagen hatte die damals 20-köpfige Gruppe daran gearbeitet, alte Sitten und Gebräuche aus ihrer Kindheit schriftlich festzuhalten. Großmutters Erfahrungen dienten auch in der Grundschule als Lehrmaterial für den Schulunterricht.

Im Jahr 2001 konnte eine neue Schrift verlegt werden mit dem Titel „Schätze der Poesie”. Die Marechis stöberten in alten Lesebüchern und entdeckten Schätze, die man heute in keinem Schulbuch mehr findet. Es war auch erstaunlich, wie viele Gedichte die Senioren aus dem Gedächtnis aufsagen konnten.

Innerhalb kurzer Zeit waren beide Broschüren vergriffen. Der Reinerlös wurde der Pfarrgemeinde gespendet.

In einem anderen Projekt fand Weiterbildung zum Thema Weltreligionen statt. Die Senioren waren Gast in der Trierer Synagoge und ein Vertreter des Islam besuchte sie in Lampaden zu einem Friedensgebet.

Seit mehreren Jahren findet im Herbst eine Fahrt zu einem besonderen Ziel in der Region statt. Die Ausflüge sind sehr beliebt und erweitern das Wissen über die eigene Heimat.

Die Marechis treffen sich auch heute noch im Gemeindehaus zu Kaffee und Kuchen, zum gemeinsamen Singen, zu Gesellschaftsspielen und verschiedenen Formen des Gedächtnistrainings.

Jeder Nachmittag beginnt mit einer Wortgottesfeier. Intensive Bibelarbeit lässt das Verhältnis Gottes zu den Menschen besser verstehen und schenkt Mut zum Leben.

Der Nachmittag schließt mit dem bekannten Volkslied „Kein schöner Land in dieser Zeit“, wobei die letzte Strophe eine Umänderung erfährt: „… dass wir uns hier in diesem Saal noch treffen so viel hundert Mal. Gott mag es schenken, Gott mag es lenken, er hat die Gnad”.