40 Jahre vor der Schulbank
Sekt, Wein, Orangensaft, eine kalte Platte, die Kollegen und seine Frau - mehr wollte Hans Adam zu seinem 40. Dienstjubiläum an der Grundschule in Wasserliesch nicht.
Konz. (mkr) Bevor Hans Adam nach dem Unterricht im Lehrerzimmer der St.-Marien-Grundschule in Wasserliesch verschwinden kann, wird er von der Mutter eines Schülers aufgehalten. Sie hat aber keine fachliche Frage oder ein anderes Problem. Sie möchte ihm etwas überreichen: eine Flasche Wein, die 40 Jahre alt ist und die ihr Mann extra für heute besorgt hat. Das ist aber bis jetzt das Einzige, was auf etwas Besonderes an diesem Tag hindeutet. Dabei feiert er gleich sein 40. Dienstjubiläum mit seinen Kollegen. Erinnerung an die Anfänge
Seit Mai 1967 ist Hans Adam im Schuldienst, also seit 40 Jahren. "Das müsste eigentlich ganz groß gefeiert werden", meint Cornelia Guillaume, Schulleiterin der Grundschule, besonders vor dem Hintergrund, "wo viele unter anderem aus gesundheitlichen Gründen viel früher aussteigen." Da Hans Adam aber am Ende des Schuljahres auch noch seine Verabschiedung aus der Dienstlaufbahn feiert, möchte er dieses Jubiläum lieber im Kleinen begehen. Mit sieben Kollegen und seiner Frau sitzt er in lockerer Runde im Lehrerzimmer und erinnert sich...An seine Anfänge in Jünkerath, seine 24 Jahre an der Hauptschule Konz und daran, wie Walter Bach, heute Schulleiter der St.-Marien-Grundschule in Saarburg, ihn 1996 bat, an die Grundschule nach Wasserliesch zu kommen. Dabei wollte er gar nicht nach Wasserliesch, wo er doch hier wohnt und aufgewachsen ist. Außerdem glaubte er nicht, dass er mit Grundschülern genauso gut im Musikalischen arbeiten kann, wie mit Sechstklässlern. "Aber", gibt er schmunzelnd zu, "ich wurde eines Besseren belehrt: auch kleinere Kinder können singen und nicht nur quietschen. Auch Walter Bach war froh, einen Kollegen in der Schule zu haben, der das Musische mit einbringt, was an den Grundschulen seiner Erfahrung nach nicht so oft ausgeprägt ist. "Außerdem habe ich in Hans Adam einen Kollegen kennen und schätzen gelernt, der die Arbeit sieht und nicht wegsieht und der sehr engagiert an allem Schulischen teilgenommen hat."Das bestätigt auch Cornelia Guillaume. "Nie war ihm etwas zu viel. Er ist ganz selbstverständlich immer da eingesprungen, wo was gefehlt hat."