Infoveranstaltung zur Verlegung der Saarburger Deponie: 40 Meter mächtige Halde geht auf Reisen (Update)

Infoveranstaltung zur Verlegung der Saarburger Deponie : 40 Meter mächtige Halde geht auf Reisen (Update)

Der Umzug der Deponie Saarburg ist gut vorbereitet und wird intensiv überwacht - dies war die Hauptbotschaft der Infoveranstaltung des Zweckverbands Abfallwirtschaft. Fragen gab es vor allem zum Thema Verkehr.

Beginnt der Umzug der einstigen Saarburger Hausmülldeponie noch im Dezember? Zu dieser Frage wollte sich Max Monzel, Verbandsdirektor des Zweckverbands Abfallwirtschaft Region Trier (ART), bei der Infoveranstaltung im Mannebacher Brauhaus nicht festlegen. Dies hänge davon ab, wann die beauftragte Firma mit der Vorbereitung der Baustelle fertig sei, hieß es.

Monzel legte sich auch bei der Dauer des Umzugs und den Kosten nicht fest. 15 Millionen Euro seien 2017 berechnet worden. Allein wegen der Teuerungsrate im Bausektor rechnet der Verbandsdirektor mit mehr. Das Projekt sei jedoch durch Rückstellungen auch für den schlimmsten Fall finanziert, hieß es. Der Umzug dauert laut Monzel mindestens zweieinhalb Jahre, vielleicht auch länger. Danach stehe noch die Rekultivierung des Tals nördlich von Saarburg an.

Etwa 25 Zuhörer waren zur Infoveranstaltung des ART gekommen. Vor 15 Jahren hatte die Diskussion um die heute rund 60 Jahre alte Deponie, die nicht mehr dicht ist, begonnen. Zur Begrüßung sagte Landrat Günther Schartz, stellvertretender Verbandsvorsteher: „Wir haben uns viele Gedanken darüber gemacht, ob wir sanieren oder die Deponie an dieser Stelle wegholen.“ Man habe sich auch im Hinblick auf das große benachbarte Wasserschutzgebiet für den Umzug entschieden. Jürgen Dixius, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Saarburg-Kell, informierte darüber, dass der Landesbetrieb Mobilität zugesagt habe, die L 135, an der die einstige Deponie liegt, nach dem Umzug zu sanieren.

Foto: TV/Wilbert, Bianca

Max Monzel erläuterte im Wechsel mit dem Planer Detlef Asmus von der Beratungsgesellschaft Asmus und Prabucki Ingenieure aus Essen die Planung. Demnach wurde eine temporäre Zufahrt zur L 135 bereits gebaut. Drei zusätzliche Grundwasser-Messpegel wurden eingerichtet. Die Halde ist 40 Meter mächtig. 80 000 Kubikmeter Boden und 220 000 Kubikmeter Abfall müssen nach Mertesdorf transportiert werden. Das entspricht dem Volumen von 300 Einfamilienhäusern. Monzel versicherte, dass Boden abgetragen werde, bis keine Kontaminierung mehr zu messen sei. Auch danach sei der ART noch ein Jahr zum Monitoring verpflichtet. Monzel beruhigte, dass mit dem für frischen Abfall typischen Gestank nach Buttersäure nicht zu rechnen sei. 2012 seien acht Schürfungen auf der Deponie vorgenommen worden, dennoch habe die Verbandsversammlung ohne jede Geruchsbelästigung dort stattfinden können.

Vor dem Abtransport wird das Deponiematerial sortiert: Die heizwertreiche Fraktion wird verbrannt, Eisen und Altreifen wiederverwertet und der reaktionsunfähige Abfall gelagert. Auf der Baustelle sind allein sogenannte Dumper (Vorderkipper) im Einsatz. Transportiert wird das Material mit 40-Tonnern. Die Baustelle werde intensiv überwacht, der Umzug sei mit den Behörden detailliert abgestimmt, erläuterte Asmus. So seien unter anderem Kontrollen der Sicherheit, der Abfalltrennung, des Mülls bei der Ankunft in Mertesdorf und eine ökologische Baubegleitung sichergestellt.

Die Fragen der Zuhörer betrafen vor allem den Verkehr. Laut Asmus werden vier Transporter pro Stunde nach Mertesdorf fahren. Die Strecke (siehe Karte) führt über die L 135 zur B 51 bei Tobiashaus, weiter über die Umgehung Könen und die B 49 durch Trier hindurch zur A 602. Ab der Ehranger Brücke geht es dann über die L 151 nach Mertesdorf. Asmus sicherte zu, dass nur bei Tageslicht gearbeitet werde. Der Arbeitstag soll in der Regel von 7 bis 18 Uhr dauern. Mit den Anwohnern sei abgeklärt, dass es im Wechsel eine kurze Woche (Montag bis Donnerstag) und eine lange Woche (Montag bis Samstag) gebe.

Bei dem Millionen-Projekt spielt auch Naturschutz eine Rolle. So werden Fledermauskästen aufgehängt für die Tiere, die am Rand des Geländes in alten Bäumen ihre Wochenstuben haben. Zudem sollen die Habitate der Zauneidechse am Geländerand erhalten bleiben.

Bei Fragen zum Umzug an den ART: Mail an kontakt@art-trier.de

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