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45 Baustellen: Schillingen plant Neubaugebiet Auf dem Wadel II

Dorfentwicklung : Neubaugebiet geplant: Schillingen wird weiter wachsen

Die Ortsgemeinde Schillingen will in den kommenden Jahren zwei Straßen sanieren und ein Neubaugebiet mit 45 Baustellen einrichten. Wie weit die Planung ist.

Wenn man die Schillinger Blumenstraße überquert, ist es ratsam auf die Kanaldeckel zu achten. Sie ragen aus der Fahrbahndecke und werden zur Stolperfalle, weil sich die Straße selbst senkte und zur Buckelpiste wurde. Die Talstraße hat eine Sanierung ebenso dringend nötig. „Beide Straßen müssen gemacht werden“, sagt Ortsbürgermeister Markus Franzen.

Die Sanierungen stehen mit 230 000 und 180 000 Euro im Investitionsplan 2022/2023, den der Ortsgemeinderat jetzt verabschiedet hat. Wenn der Haushalt von der Kommunalaufsicht des Kreises genehmigt ist, soll der Ausbau im nächsten Jahr von einem Ingenieurbüro geplant und umgesetzt werden.

„Vor 50 Jahren sind die Straßen zum letzten Mal saniert worden“, erinnert der Ortschef. Damals seien keine Ausbaubeiträge erhoben worden. Bliebe es wie bisher in Schillingen bei den Einmalbeiträgen, würden die Anlieger also erstmalig für einen Ausbau zahlen – und zum letzten Mal nach dem alten Verfahren. Die Landesregierung hat nämlich bestimmt, dass sich Grundstücksbesitzer an Straßenausbauten ab 2024 mit wiederkehrenden Beiträgen beteiligen müssen. Das bedeutet, alle Grundstücksbesitzer zahlen für die jeweils anstehenden Arbeiten und deshalb zahlen die einzelnen geringere Beträge, als wenn nur die betroffenen Anlieger Einmalbeiträge zahlen würden. Der Rat muss noch entscheiden, ob er bis 2024 an dem alten  System festhält. „Wir wollen das so gerecht wie möglich gestalten“, verspricht Franzen. Würde es bei den Einmalbeiträgen bleiben, wären die Anlieger der beiden Straßen für 20 Jahre von weiteren Zahlungen für Straßenausbauten im Ort befreit.

Fast 3,5 Millionen Euro will die Ortsgemeinde für den Grunderwerb, die Planung und Erschließung der Erweiterung des Neubaugebiets Auf dem Wadel um bis zu 45 weitere Baustellen ausgeben. Die Liste von Anfragen nach Bauland wird laut Franzen immer länger. Der Rückfluss durch Grundstücksverkauf ist also so gut wie sicher. „Ich musste die Leute bislang vertrösten“, erklärt der Ortsbürgermeister. Ob die Erweiterung jedoch in einem Rutsch durchgezogen wird, ist noch offen. Vielleicht tun es ja nach und nach auch mehrere Bauabschnitte. Die Kosten für Erweiterung stehen ebenfalls im Investitionsplan. Im Januar will der Rat laut Franzen über den Bebauungsplan und die folgende Offenlage entscheiden.

Was die Ortsgemeinde nichts kostet, sondern vielmehr sogar Pachteinnahmen einbringt, ist die Installation eines neuen Funkmastes der Vodafone GmbH, der das Funkloch zwischen Schillingen und Heddert stopfen soll. Die 400 Quadratmeter Fläche bei der ehemaligen Kompostieranlage an der nördlichen Grenze zu Heddert bringen der Gemeinde bis zu 3000 Euro im Jahr. Der Rat hat sich für den Standort ausgesprochen.

Auf Antrag der CDU-Fraktion sollen vier Outdoor- Fitness-Geräte installiert werden. Das Projekt hat der Rat an den Bauausschuss verwiesen, der klären soll, welche Geräte es auf dem Markt gibt und wo der beste Standort ist. 10 000 Euro wurden dafür in den Haushalt gestellt. Einen guten Standort könnte sich der Ortschef am Panoramaweg vorstellen, was diese Einrichtung aufwerten würde. Gesucht werden soll außerdem nach Fördermöglichkeiten, damit der Haushaltsposten vielleicht nicht komplett ausgeschöpft werden muss.