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50 Jahre Partnerschaft zwischen Könen und Charny wird vom 4. bis 6. September in Burgund gefeiert.

Deutsch-Französische Freundschaft : Zum Festakt erklingen die Nationalhymnen

50 Jahre Partnerschaft zwischen Könen und Charny: Das Jubiläum wird vom 4. bis 6. September in Burgund gefeiert. Wer dabei sein will, muss sich jetzt anmelden.

Wie kommt der Konzer Stadtteil Könen an eine Partnergemeinde, die 443 Kilometer entfernt liegt? „Die Beziehung zu Charny entstand im Zuge der Städtepartnerschaft der Stadt Konz mit dem französischen Brienon ab 1965“, erklärt der Vorsitzende des Partnerschaftsausschusses im Ortsbeirat, Peter Wincheringer. Bereits 1966 fuhren Abordnungen zu den neuen Freunden. 1969 empfingen die Könener den Gegenbesuch vom Sportverein, dem Judoclub und dem Musikverein aus Charny mit rund 100 Leuten. Die Proklamation der Freundschaft zwischen beiden Kommunen wurde vom 5. bis 7. September 1970 unterzeichnet.

Ein halbes Jahrhundert haben sich die Beziehungen, nicht nur auf offizieller Ebene, prächtig entwickelt. Ausschussmitglied Friedhelm Fell erinnert sich noch gut an die erste Begegnung: „Das waren so nette Leute, auch wenn es mit der Verständigung schwierig war.“ Nur gut, dass eine Dolmetscherin dabei war. Fell ist bis heute verblüfft: „Kaum zu glauben, dass Deutschland gegen solch nette Menschen mehrfach Krieg geführt hat.“

Könen wurde die 55. Gemeinde in Rheinland-Pfalz, die eine Partnerschaft mit einer französischen Kommune pflegt. Das Bundesland ist mit Burgund freundschaftlich verbunden. „Bei den gegenseitigen Besuchen handelt es sich meist um das Gegenstück der jeweiligen Vereine, also zwei Sport- oder zwei Musikvereine“, erklärt Wincheringer. Auch privat gebe es gut Beziehungen. Allerdings habe es bis heute noch zu keiner Hochzeit gereicht.

Jetzt steht die dritte Generation der Partnerschaftspflege in den Startlöchern. Hier sieht der Ausschussvorsitzende jedoch ein Problem: „Die jungen Leute erkennen nicht mehr so intensiv, dass Freundschaft sehr wertvoll ist, und auf der kleinsten Ebene sogar Weltkriege verhindern hilft.“

Beide Partner haben sich vorgenommen, mehr Bewusstsein zu schaffen, damit der Frieden mit Völkerverständigung gesichert werden kann. Am 23. und 24. Mai wollen sich die beiden Ausschüsse zur Vorbereitung der Festlichkeiten in Charny treffen. Gefeiert werden soll dort am 5. September mit einem Festakt im Schloss, das auch gleichzeitig Rathaus ist. Beide Nationalhymnen werden erklingen und, so kündigt der Vorsitzende an: „Charny hält noch ein paar Überraschungen für uns bereit.“

Wincheringer rechnet mit rund 80 Teilnehmern aus Könen, darunter der Musikverein und der Kirchenchor, die auch einen Festgottesdienst mit gestalten. Außerdem geplant ist unter anderem eine Kranzniederlegung am Ehrenmal – zur Erinnerung, dass es wesentlich besser ist, miteinander zu feiern als aufeinander zu schießen.

Bis Ende März sollte sich anmelden, wer bei den Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen der Partnerschaft im burgundischen Charny dabei sein will.

 1995: Beim Fest zum 25-jährigen Bestehen wird in Könen eine Straße nach der Partnerstadt Charny benannt und das Schild von Bürgermeister Bernard Jobert (links) und Ortsvorsteher Hermann Roles enthüllt.
1995: Beim Fest zum 25-jährigen Bestehen wird in Könen eine Straße nach der Partnerstadt Charny benannt und das Schild von Bürgermeister Bernard Jobert (links) und Ortsvorsteher Hermann Roles enthüllt. Foto: Herbert Thormeyer
 1970: Könens Bürgermeister Hermann Roles (links) und sein Amtskollege Jacques Martignon tauschen die Partnerschaftsurkunden aus
1970: Könens Bürgermeister Hermann Roles (links) und sein Amtskollege Jacques Martignon tauschen die Partnerschaftsurkunden aus Foto: Herbert Thormeyer

Die Anmeldungen sammelt Peter Wincheringer. Melden kann man sich telefonisch unter 06501/12495 oder per E-Mail an: peter.wincheringer@gmx.de