50 Seiten voller Zukunft

Eine dauerhafte Entwicklung durch seine Bürger hat die Dorfmoderation in Tawern angeschoben. Die Ergebnisse sind in einem 50-seitigen Bericht der Planerin Rosa Vollmuth festgehalten. Doch die Arbeit geht weiter. Das nötige Geld für die Umsetzung der Ideen soll die Anerkennung als Schwerpunktgemeinde bringen.

Tawern. Alles begann mit dem Ideenwettbewerb Lebendige Dörfer in 2011. Daraus folgte in Tawern eine Dorfmoderation, mit Arbeitsgruppen, in denen bis zu 90 Bürger an der Entwicklung ihres Dorfes mitarbeiteten. Jetzt hat Moderatorin und Planerin Rosa Vollmuth dem Ortsgemeinderat den Abschlussbericht vorgelegt.
Doch die Hände in den Schoß legen, das geht nicht. Im Gegenteil, wie Ortsbürgermeister Thomas Müller betont: "Wir werden uns weiter intensiv mit dem Thema auseinandersetzen müssen." Wichtig ist für ihn, dass die Bürger selbst, vor allem die eingespielten Teams der Arbeitsgruppen, weitermachen und der Ortsgemeinderat nicht alleingelassen wird.
Die Ratsmitglieder wollen jedoch die 50 Seiten des Berichts zunächst genau studieren. "Eine Moderation muss man als Pool von Ideen begreifen, mit denen Menschen in Tawern motiviert werden", erklärt die Planerin aus Kanzem. Das habe hier bislang hervorragend funktioniert. Karla Kroon (SPD) appelliert an die Mitbürger: "Wir brauchen jetzt Menschen, die Projekte weiter mittragen und nachhaltig wirken."
Aufgabe des Rates ist es aber, über die Projekte zu entscheiden, die Geld kosten. Deshalb will Tawern bei der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier (ADD) den Status als Schwerpunktgemeinde der Dorferneuerung beantragen. "Das ist mit umfangreichen Fördermöglichkeiten mit bis zu 90 Prozent aus Landesmitteln verbunden", sagt Müller. Erst danach könne ein Entwicklungskonzept erarbeitet werden.
Großes Interesse fand während der Treffen das Thema außer- und innerörtliche Erholungswege. Hier spielte besonders die römische Vergangenheit eine große Rolle. Eine Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden wurde intensiviert, und die Beschilderung der Wege und Sehenswürdigkeit sollte verbessert und mit neuen Sitzgelegenheiten versehen werden.
Konkrete Flächen für ein Stellplatzkonzept für Autos wurden in Tawern vorgeschlagen. Erholungswege und Freizeitflächen sollten am Mannebach geschaffen, Teilbereiche des Dorfes entkernt und weitere Dorfplätze in Zusammenhang mit begrünten Stellplätzen seien zu schaffen, heißt es in der Zusammenfassung der Planerin.
Junge Tawerner haben einen großen Bedarf an Sport- und Bewegungsangeboten, wie sich herausstellte. Tanzen, Leichtathletik, Ballsport und Bogenschießen sind aufgeführt und ein "Schnupper-Sporttag" gewünscht. Longboard- und Stunt-Scooter, meist im Alter von elf bis 13 Jahren, sollten nach Ansicht von Rosa Vollmuth dem Sportverein beitreten und ihre Künste beispielsweise bei Dorffesten vorführen.
Der Bürgerbus sollte im Sommer für Schwimmbadbesuche bereitstehen, findet die Jugend, die auch ein Sommercamp oder Zeltlager organisiert haben möchte. Auch die Idee eines Jugendraumes für unter 14-Jährige ist ein Vorschlag. Gartenarbeit in einem Dorf-Gemeinschaftsgarten wurde von Eltern und jungen Mädchen gewünscht.
Die Verbesserung der Einkaufsmöglichkeiten mit einem Dorfladen mit regionalen Produkten hat ebenfalls Priorität in Tawern. Ein Dorftreff mit Programmangebot und Betreutes Wohnen wurden diskutiert.
Bei der Innenentwicklung von Fellerich hat Rosa Vollmuth vorgeschlagen abzuwarten, bis die geplanten Straßenausbaumaßnahmen abgeschlossen sind. Der Abschlussbericht kann unter <%LINK auto="true" href="http://www.tawern.de" text="www.tawern.de" class="more"%> eingesehen werden.
Extra

Ein Nachtragshaushalt wurde für Tawern notwendig, weil jetzt die Erschließungskosten und die Einnahmen durch Grundstücksverkäufe des Neubaugebietes Wenigwies in Fellerich feststehen. Der neue Kunstrasen auf dem Sportplatz war günstiger als erwartet. "In unserem derzeitigen Doppelhaushalt waren bislang nur Schätzungen möglich", erklärt dazu Ortsbürgermeister Thomas Müller. So verringert sich das Defizit sowohl für 2016 von 629 280 Euro auf 600 700 Euro als auch der Fehlbetrag fürs nächste Jahr von 282 480 Euro auf 239 980 Euro. Gibt Tawern in diesem Jahr noch 1,2 Millionen Euro für das Baugebiet aus, fließen 2017 1,4 Millionen Euro zurück. doth