6,6 Millionen Euro für die Kleinsten

6,6 Millionen Euro für die Kleinsten

Die Betreuung für Kleinkinder geht voran: In der Verbandsgemeinde (VG) Saarburg werden bis 2011 laut Kreisjugendamt rund 176 neue Plätze für Kinder unter drei Jahren entstehen. Damit habe man die Vorgaben von Bund und Land mehr als erfüllt.

Saarburg. "Es sind gewaltige Anstrengungen, die hier gemacht worden sind", sagt Leo Lauer, Bürgermeister der VG Saarburg. Gemeint ist damit der Ausbau der Betreuungsplätze für Kinder bis zwei Jahre (Krippenplätze) und Zweijährige (U3-Plätze). "Praktisch bei jedem Kindergarten haben wir in die Zukunft hineingeplant."

Das bedeute im konkreten Fall, dass seit 2006 in acht der zehn Betreuungseinrichtungen in der VG zusätzliche Krippen- und U3-Plätze geschaffen wurden - oder bis 2011 geschaffen werden. "Insgesamt wird es bis dahin zehn zusätzliche Gruppen mit insgesamt 176 neuen Plätzen für Kinder unter drei Jahren geben", sagt Hubert Ludwig vom Jugendamt der Kreisverwaltung. "Vorher waren es gerade mal 61."

Diese Anstrengungen kommen nicht von ungefähr: Seit dem 1. August 2010 haben Eltern im Land Rheinland-Pfalz einen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz für ihre zweijährigen Kinder. Eine Quote von 50 Prozent gebe das Land dafür laut Ludwig vor - das heißt, dass es in den Kindertagesstätten (Kita) Platz für rund 50 von 100 Kindern in dem entsprechenden Alter geben soll. Mit rund 70 Prozent werde diese Quote mittlerweile mehr als erfüllt, bis 2013 sollen daraus rund 80 Prozent werden (siehe Tabelle).

Bundesweit gibt es darüber hinaus ab 2013 einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder mit Vollendung des ersten Lebensjahres. "Hierfür wird eine Quote von 39 Prozent vorgegeben", sagt Ludwig. Die erreichte man noch nicht ganz, bis 2013 soll sie aber bei rund 42 Prozent liegen. "Wir haben die Vorgaben bewusst übererfüllt, weil uns direkt klar war, dass die vorgegebenen Plätze in der Praxis nicht reichen werden", sagt Ludwig.

Die meisten zusätzlichen Plätze wurden durch einen Ausbau der Nebenräume in bereits vorhandenen Kigas und Kitas erreicht. Neu gebaut wurde in Palzem und Wincheringen. Auch in Saarburg wird auf dem Gelände der ehemaligen französischen Grundschule eine neue Kindertagesstätte errichtet (der TV berichtete). Bis Mitte 2011 soll der neue Bau laut Lauer fertig sein.

Weitere Krippenplätze für Trassem geplant



Zwei Veränderungen stehen noch in den Kitas Ayl und St. Laurentius in Saarburg an: Bei beiden wird es voraussichtlich einen Ausbau der Nebenräume geben. Genaueres sei zwar noch nicht geplant, dennoch sollen die Arbeiten bis 2013 umgesetzt werden. In Trassem wurde vor allem zur Ausweitung der Plätze für Zweijährige ein Nebenraum ausgebaut - weswegen in der Übersichtstabelle (siehe unten) noch keine Krippenplätze auftauchen. "Doch auch hier ist vorgesehen, durch Umwandlung vorhandener Gruppen etwa sieben Krippenplätze bis 2013 zu schaffen", versichert Ludwig. 6,6 Millionen Euro wurden in der VG Saarburg mittlerweile investiert - für bereits abgeschlossene sowie für im Bau befindliche oder kurz vor der Umsetzung stehende Baumaßnahmen. 1,2 Millionen Euro kommen laut Ludwig vom Kreis, 1,1 Millionen vom Bund und 300 000 Euro vom Bistum, dem Träger von sieben der Einrichtungen. "Der restliche Betrag kommt von den jeweiligen Gemeinden, wobei im Fall Saarburg diese Kosten zum Teil auch durch Konversionsmittel des Bundes verringert werden", erklärt Hubert Ludwig.

Gut möglich, dass es nicht bei diesen Kosten bleibt. Denn auch nach 2013 könnten noch mehr Plätze nötig werden, sagt Lauer. "Wir werden die Situation weiterhin genau beobachten."

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