600 Tonnen Salz gebunkert: Es darf Winter werden

SAARBURG. Obwohl der Winter noch auf sich warten lässt, laufen die Vorbereitungen des Teams der Straßenmeisterei Saarburg für den Winterdienst auf vollen Touren.

"Wir sind schon seit dem Sommer mit den Vorbereitungen für den Winterdienst beschäftigt", berichtet Herbert Britten. Er ist Chef der Saarburger Straßenmeisterei und damit unter anderem für den Winterdienst auf den Straßen der Stadt und der Umgebung verantwortlich. Als Erstes müssen die Bestellungen für das Streusalz ausgeschrieben werden. "Wir beziehen unser Salz von der Südsalz GmbH aus Heilbronn und haben dieses Jahr 400 Tonnen bestellt, im Lager befinden sich noch rund 200 Tonnen vom letzten Jahr", sagt er. Damit diese 600 Tonnen Salz auch auf die Straße kommen, stehen acht Streu- und Räumfahrzeuge bereit. Davon sind vier Fremdfahrzeuge, die von örtlichen Unternehmen stammen. Die anderen Fahrzeuge, die sich im Besitz der Straßenmeisterei befinden, stehen nicht, wie angenommen werden könnte, den ganzen Sommer über ungenutzt in der Garage. Sie werden bei wärmeren Temperaturen für Mäh- und Holzarbeiten benutzt. Für den Winterdienst werden sie umgerüstet: Die Mähbalken kommen runter, und die Streuaufsätze werden aufmontiert. Neben Konz und Wehr ist die Straßenmeisterei Saarburg einer der drei Einsatzstützpunkte im Altkreis Saarburg. "Unsere Aufgabe ist, die Straßen von Eis und Schnee frei zu halten", erklärt Britten. So einfach, wie das klingt, ist es aber nicht. Unterteilt wird der Winterdienst in Kontroll- und Einsatzfahrten, die abwechselnd stattfinden. "Wer wann welche Strecke zu fahren hat, ist im Winterdienstbereitschaftsplan genau verzeichnet", erläutert Britten. Dann folgt der Streu- und Räumdienst. "Streuen ist heute Hightech", fährt Herbert Britten fort. Wo früher noch mit handelsüblichem Natriumchlorid, wie es auch in der Küche verwendet wird, gestreut wurde, wird heute Feuchtsalz benutzt - eine Kombination aus Trockensalz und einer Lösung aus Natriumchlorid.Trotz guten Streudienstes: Winterreifen aufziehen!

Das Feuchtsalz haftet besser auf den vereisten und zugeschneiten Fahrbahnen, das Eis wird dadurch schneller zum Tauen gebracht. Woher weiß man, wann und wo zu streuen ist? "Wir sind angeschlossen an den Straßen-Wetter-Informationsdienst und den Deutschen Wetterdienst, ebenso erhalten wir Informationen in einem geschlossenen Benutzerdienst des Intranets", berichtet der Chef der Straßenmeisterei. Diese Informationen sind in den meisten Fällen zutreffend; gerade Messungen von kleineren Regionen - in Höhenwerte eingeteilt - sind für den Winterdienst besonders wertvoll. In der Vergangenheit erwiesen sich diese Informationen stets als Hilfe, auch wenn leichte Abweichungen vorkommen können. "Man darf sich natürlich nicht immer blind auf solche Wettervorhersagen verlassen. Man muss ein Gefühl dafür haben", erklärt Britten. Damit der Winterdienst reibungslos klappt, werden mehr als Salz, Fahrzeuge und Wettervorhersagen benötigt. Britten kann sich dabei auf sein Team, das für den kommenden Winter aus 23 Mann besteht, verlassen. Davon sind zwei Einsatzleiter, die vom Büro aus für die Koordination der Streu- und Räumfahrzeuge zuständig sind. Ihr Bezirk erstreckt sich von Trier über die Obermosel bis zur Saar, an der saarländischen Grenze vorbei bis zur Bundesstraße 51, die an oberster Stelle steht. Dieser Bereich, für den die Straßenmeisterei Saarburg zuständig ist, ist pro Fahrzeug in acht Unterbereiche geteilt. Die Straßen mit viel Berufs- und Busverkehr haben Vorrang. Doch der Winterdienst ist nicht nur Aufgabe der Straßenmeisterei, auch der Bürger hat seine Pflichten zu erfüllen. "Gemäß der Satzung liegt die Streu- und Räumpflicht vor allem der Gehwege innerhalb der Ortschaften bei den Anliegern", erklärt Herbert Britten und hat auch eine Bitte an die Autofahrer. "Machen Sie Ihr Fahrzeug wintertauglich! Es gibt leider immer noch Fahrer, die glauben, sie bräuchten keine Winterreifen. Die meisten von ihnen bleiben dann als Verkehrshindernis auf den Straßen liegen." Diese Autofahrer handeln genauso unüberlegt wie solche, die durch falsches Parken die Zufahrtsstraßen versperren, sodass manche Straßen vom Räum- und Streudienst nicht mehr angefahren werden können. "Das ist oft in kleineren Orten mit schmalen Straßen der Fall. Da kommen wir mit den 3,60 Meter breiten Fahrzeugen nicht mehr durch."