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72-Stunden-Aktion: Die Welt ein bisschen besser machen

Konz/Saarburg/Schillingen/Kell : 72-Stunden-Aktion: Die Welt ein bisschen besser machen

Der TV besucht Gruppen im Kreis Trier-Saarburg, die sich Aufgaben ausgesucht haben oder ein gestelltes Thema umsetzen müssen.

Zum vierten Mal haben der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und seine Verbände eine riesige Aktion gestartet: In 72 Stunden sollten Jugendliche in Projekten die Welt ein wenig besser machen. Egal, ob die Aufgabe selbst ausgesucht oder vorher nicht bekannt war: Rund um den Globus wurde richtig gut geschafft.

In der Verbandsgemeinde Konz nahmen Gruppen aus Konz-Niedermennig, Könen, Wasserliesch und Temmels teil. Diese Vier hatten eines gemeinsam: Eine Holzbank musste als Aufgabe zusammengebaut und als „Demokratiebank“ gestaltet werden.„Ich habe noch nie mit Holz gearbeitet“, gestand Carlotta Gandara in Niedermennig. Die 14-Jährige und ihre zwölf Mitstreiter erwarteten vor der Kita, in der sich auch ihr Jugendraum befindet, hohen Besuch. Ministerpräsidentin Malu Dreyer wollte sich das Projekt ansehen, denn das Grundgesetz ist gerade 70 Jahre alt geworden.

„Wir haben mit unserem Street-Art- Künstler Nuhan Alp Schriftarten ausprobiert, mit denen wir einige Paragrafen des Grundgesetzes auf die Bank bringen wollen“, erklärte der 14-jährige Ben Michels.

Gleichberechtigung von Mann und Frau, die Privatsphäre, gerade im Hinblick auf die modernen Medien, und das Mitspracherecht sind den jungen Leuten am wichtigsten. „Außerdem wird noch eine Info-Tafel aufgestellt und ein Demokratiefest organisiert“, fügte Annika Köhler von der Mobilen Jugendarbeit in der Verbandsgemeinde Konz hinzu. Die Jugendlichen zeigen hier der Ortsgemeinde, was sie schaffen können. Dafür gab’s sogar schulfrei.

Malu Dreyer sagte dazu: „Das finde ich voll spannend“ und rät: „Macht das, was euch wirklich Spaß macht, und lasst euch dafür gut ausbilden.“

Wer im Jugendzentrum Saarburg mithelfen wollte, kam und packte mit an. Hier ist das Jugendcafé von zehn Leuten neu gestrichen und gestaltet worden. Die Leiterin, Jaqueline Maron, legte Wert auf die Feststellung: „Das ist ein Mitbestimmungsprojekt mit einer selbst gewählten Aufgabe.“ Es sei ein Arbeiten von der Gemeinschaft für die Gemeinschaft mit dem Ziel, etwas Bleibendes zu schaffen.

Fachwissen kam dabei von den Projektpaten Fritz Wiedemann und Rainer Junk, zwei gestandenen Handwerkern. Auch das Geld für die Materialkosten mussten die Jugendlichen einsammeln, bei der Katholischen Studierenden Jugend (KSJ), beim Jugendforum Demokratie Leben sowie bei Stadt und Verbandsgemeinde Saarburg.

Das Jugendcafé ist jetzt auch besser nutzbar, für Veranstaltungen, und nicht fürs bloße Abhängen.

Um das im Volksmund so genannte „Hällienhäuschen“, eine Kapelle mit der Figur der Mutter Gottes am Ortsrand von Schillingen, kümmerte sich eine 18-köpfige Gruppe, die vor allem einen besseren Weg dorthin anlegte. „Die Kapelle wird kaum noch genutzt, weil man vorher die Straße überqueren muss, wo sehr schnell gefahren wird“, erklärte Gruppenleiterin Kristina Franzen von der Pfarreiengemeinschaft Schillingen. 220 Meter lang ist der neue Weg, den das Team gemeinsam mithilfe einer Baufirma und deren Maschinen angelegt hat. Außerdem wurde die Kapelle gesäubert, die Aufstellungshalterung der Marienfigur erneuert und Informationen über die Kapelle in einer Schautafel aufgestellt.

 Insgesamt 26 Firmbewerber aus dem Dekanat Hermeskeil-Waldrach und aus Thalfang waren bei der 72-Stunden-Aktion im DRK-Seniorenzentrum Kell am See im Einsatz. Mit vereinten Kräften bauten sie unter anderem Hochbeete und ein Insektenhotel.
Insgesamt 26 Firmbewerber aus dem Dekanat Hermeskeil-Waldrach und aus Thalfang waren bei der 72-Stunden-Aktion im DRK-Seniorenzentrum Kell am See im Einsatz. Mit vereinten Kräften bauten sie unter anderem Hochbeete und ein Insektenhotel. Foto: Florian Blaes

Was Kristina Franzen aber am wichtigsten ist: „Jetzt kommt man wieder ohne Unfallgefahr zu dieser Kapelle.“