72 Stunden mächtig Theater

Jugendliche aus ganz Deutschland hatten bei der 72-Stunden-Aktion die Möglichkeit, sich sozial zu engagieren. Sechs Gruppen kamen aus dem Hochwald und verwirklichten am Wochenende verschiedene Projekte. Eine von ihnen war in Mandern am Werk. Träger der Aktion ist der Bund der Deutschen Katholischen Jugend.

Mandern. Im Vorstand der Katholischen Jugendgruppe wurde vor einigen Monaten die Idee geboren, eine fest installierte Bühne vor der Siebenbornhalle in Mandern zu errichten. Der Gedanke daran stieß beim Gemeinderat und dem Ortsbürgermeister Martin Alten auf Zustimmung. Die Manderner haben sich deshalb bei der 72-Stunden-Aktion des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) für diese Variante entschieden. Sie wussten damit - im Gegensatz zu den fünf anderen teilnehmenden Gruppen aus dem Hochwald - schon vor Donnerstagnachmittag, welche Aufgabe auf sie warten wird.
Schreiben, proben, aufführen


Vor der Aktion wurde eine Baugenehmigung für die Bühne erteilt und zusammen mit einer Architektin der Plan für das Podium ausgearbeitet. Am Wochenende war es dann endlich so weit und 40 Jugendliche im Alter von elf bis 26 Jahren und viele weitere Helfer machten sich an die Arbeit, um innerhalb von drei Tagen eine Bühne zu errichten und ein Theaterstück zu schreiben, zu proben und aufzuführen.
Das Fundament für den Schauplatz vor der Halle wurde im Vorhinein fertiggestellt. Mit der Unterstützung einiger lokaler Firmen und vielen weiteren helfenden Händen wurde am Samstag die Bühne gebaut. "Sogar ein Dach wurde angebracht", sagt Karin Kasel, die Projektkoordinatorin der Gruppe. "Das war unsere Zusatzaufgabe." Die Jugendlichen haben die verschiedenen Bereiche der komplexen Aufgabe aufgeteilt und so wurde in kleinen Gruppen gemalt, genäht, gezimmert, geprobt und fleißig Werbung für die Aufführung am Samstag gemacht.
"Mir hat die Aktion sehr viel Spaß gemacht. Das gemeinsame Üben für das Theaterstück fand ich am schönsten", sagt der elfjährige Moritz Götten. In ihrer Aufführung haben die Manderner die Kleideranfertigung beleuchtet und auf die Problematik der Vorurteile aufgrund von Bekleidung aufmerksam gemacht. "Wir wollen zeigen, dass es in der Gesellschaft nicht nur auf Markenklamotten, sondern viel mehr auf die inneren Werte eines Menschen ankommt", erklärt Patricia Winthang, eine der Betreuerinnen. Die Manderner 72-Stunden-Gruppe war außerdem Kooperationspartner der gleichen Aktion in Bolivien. Sie standen die vergangenen Tage in Kontakt und haben sich über ihre Projekte ausgetauscht. Die Südamerikaner haben in der südlichen Stadt Potosi einen Sportplatz umgestaltet und verschönert.
Katharina Marx aus Mandern findet, dass die Aktion den Dorfzusammenhalt gestärkt hat: "Wir hatten sehr viele Helfer, die uns beim Bau der Bühne oder finanziell durch eine Spende unterstützt haben." Auch der Ortsbürgermeister ist begeistert: "Im Vorfeld wurde viel geplant, und bei der Umsetzung hat alles gut funktioniert. Die Bühne wird in Zukunft für Vereine und Veranstaltungen zur Verfügung gestellt." Die Jugendlichen haben mit ihrem freiwilligen Engagement und ihrer Motivation das geplante Projekt in 72 Stunden gemeistert und so die Aufgabe bestanden.Hermeskeil

Extra

Nicht nur in Mandern wurde fleißig gearbeitet. Die Katholische Landjugendbewegung Schillingen/Heddert hat Rezepte aus den vergangenen 70 Jahren gesammelt und nachgekocht. Der Jugendclub Reinsfeld hat eine Sonnenuhr vor dem Seniorenheim gebaut, und die Kolpingjugend Kell am See hat sich über erneuerbare Energien informiert. In Hermeskeil hat die Katholische Jugendgruppe untersucht, wie behindertentauglich die Stadt ist; die Messdiener haben für jede Pfarrgemeinde, aus der Mitglieder der Gruppe vertreten waren, ein Insektenhotel gebaut. fra